"KURIER"-Kommentar von Daniela Kittner: "Kein Vergleich"

Die Volkswahl des Staatsoberhaupts ist besser als das Gezerre in Deutschland.

Wien (OTS) - Neun Stunden zermürbender Abstimmungsmarathon in der Bundesversammlung. Parteipolitisches Gezerre. Taktieren. Eine beschädigte Kanzlerin und ein alles andere als glanzvoller Start für den neuen Bundespräsidenten: Wer die Vorgänge in Deutschland um die Kür des neuen Staatsoberhaupts verfolgt hat, dem erscheint die Volkswahl in Österreich zwangsläufig als das bessere System. Nicht, dass das Wahlpersonensystem in Deutschland keine großen Bundespräsidenten hervorgebracht hätte. Richard Weizsäcker und Roman Herzog waren innen- und außenpolitisch anerkannte Persönlichkeiten von Gewicht und Format. Auch die Biografie des neuen deutschen Bundespräsidenten Christian Wulff - er stammt aus einfachen Verhältnissen, zog seine Schwester auf, pflegte seine kranke Mutter -lässt vermuten, dass dem Berufspolitiker eine gewisse Bodenhaftung und Bürgernähe eigen sind.
Doch Wulff muss sich nach dem Polit-Gezerre um seine Kür die Anerkennung als Staatsoberhaupt erst erarbeiten, während in Österreich der Bundespräsident vom ersten Tag an mit der Autorität der Volkswahl ausgestattet ist. Was er dann daraus macht, ist auch hierzulande eine Frage des persönlichen Geschicks.
daniela.kittner

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