Nationaler Aktionsplan für erneuerbare Energien ignoriert Biomasse-Potenzial

Wien (OTS) - Der heute von Wirtschaftsminister Reinhold
Mitterlehner präsentierte Nationale Aktionsplan für erneuerbare Energien, der bereits gestern Brüssel erreicht hat und den rot-weiß-roten Fahrplan zur Erreichung des 34-Prozent-Zieles bis 2020 vorgibt, ruft bei Vertretern der heimischen Biomasse-Branche Enttäuschung und Unverständnis hervor. "Es ist unverständlich, dass ausgerechnet jene Sparte der erneuerbaren Energieerzeugung, die die meisten Arbeitsplätze sichert und in der die heimische Technologie weltweit an der Spitze steht, eine Statistenrolle zugeschoben wird", zeigt sich der Vorsitzende des Österreichischen Biomasse-Verbandes, Heinz Kopetz, in einer ersten Reaktion entsetzt. Auch Umweltminister Niki Berlakovich hatte unmittelbar zuvor den Aktionsplan als "wenig ambitioniert und mutlos" bezeichnet.

In einem zukünftigen Energie-Mix sieht Minister Mitterlehner ein Plus von lächerlichen zehn Petajoule vor. "Das ist ja nicht einmal annähernd das, was noch vor wenigen Wochen in ohnedies vorsichtigen Potenzial-Einschätzungen in der Energiestrategie der Bundesregierung festgeschrieben wurde - dort ist allein ein forstliches Potenzial von 25 Petajoule errechnet worden, auf landwirtschaftlichen Flächen könnten darüber hinaus jährlich zwischen 22 und 37 Petajoule gewonnen werden", konkretisiert Kopetz sein Unverständnis.

Man frage sich einerseits, wofür über Monate hinweg eine Heerschar von 150 Expertinnen und Experten mit der Erstellung einer Energiestrategie betraut werden, die die Basis für den Nationalen Aktionsplan der Bundesregierung darstellen soll, wenn die Ergebnisse derselben schlicht ignoriert würden. "Der Nationale Aktionsplan ist aus Sicht des Österreichischen Biomasse-Verbandes das Papier nicht Wert, auf dem er niedergeschrieben ist. Denn weder aus energiepolitischen Gründen im Sinne eines ausgewogenen Energie-Mixes, noch unter ökologischen oder ökonomischen Aspekten macht es Sinn, wenn eine wichtige erneuerbare Sparte einfach ausklammert wird", kritisiert Ernst Scheiber, Geschäftsführer des Österreichischen Biomasse-Verbandes, abschließend.

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