"Aktionsplan für erneuerbare Energien" - Energieverbrauchssenkung als große Herausforderung, realistische Entwicklung der Erneuerbaren

Energieregulator hält Aktionsplan für machbar

Wien (OTS) - Walter Boltz, Leiter der Regulierungsbehörde E-Control, sieht in der Senkung bzw. Stabilisierung des Energieverbrauchs die größte Herausforderung einer zukünftigen, nachhaltigen Energieversorgung für Österreich.

"In diesem Sinne sind die Schwerpunkte im heute an die Europäische Kommission übermittelten Aktionsplan richtig gewählt.", so Boltz. "Er enthält die Vorgabe, wie bereits in der Energiestrategie, den Energieverbrauch auf einem Niveau von 1.100 PJ einzufrieren." Das sind rund 150 bis 200 PJ weniger an Energieverbrauch, als sich bei einer "normalen" Entwicklung - ohne massive Anstrengungen zur Effizienzverbesserung - bis 2020 ergeben würde.

Die E-Control ist in Abstimmung mit den Strom- und Gasnetzbetreibern gerade dabei, Rahmenbedingungen für die zügige Einführung intelligenter Strom- und Gasmessgeräte (Smart Meters) als Voraussetzung für Energieeffizienzsteigerungen zu schaffen. "Das wird uns bei der Analyse von Energieverbrauchsentwicklungen und beim Optimieren von Effizienzmaßnahmen im Bereich der Haushalte und des Kleingewerbes sehr helfen.", so Boltz.

Auch die Schwerpunkte der Erneuerbaren sind im Aktionsplan im Prinzip richtig gesetzt: "Erneuerbare Energieerzeugung ohne Brennstoffeinsatz wie Windkraft und Wasserkraft haben für die Stromversorgung große Vorteile gegenüber Energiepflanzen und Holz, die nur begrenzt verfügbar sind und ökologischer für Wärmeversorgung oder Biotreibstoffe einsetzbar sind. Das ist im Aktionsplan entsprechend berücksichtigt."

Verschiedentlich geäußerte Wünsche, wie statt dem 34 % Anteil Erneuerbarer im Jahr 2020 bereits 50 % zu erreichen, wären dagegen nicht finanzierbar und vor dem Hintergrund der Finanz- und Wirtschaftskrise eine falsche Schwerpunktsetzung. "Beispielsweise wird hier unter anderem eine Stromerzeugung aus Photovoltaik im Ausmaß von 6,8 Milliarden kWh im Jahr 2020 vorgeschlagen. Selbst wenn die Photovoltaikpreise in den nächsten Jahren stark sinken sollten -was keineswegs gesichert ist - bräuchte man nur dafür schon jedes Jahr mindestens 1 Milliarde Euro an Subventionen, das wird so nicht gehen.", so Boltz.

Viele dieser unrealistischen Hochrechnungen gehen auch von stark steigenden Rohstoff- und Strompreisen aus, die dann zu geringerem Subventionsbedarf für Erneuerbare führen würden. Die letzten Jahre haben aber gezeigt, dass Rohstoffpreise und damit Strompreise auch wieder stark fallen können, und dann würde der Subventionsbedarf nochmals massiv ansteigen.

Alle Wirtschaftsregionen kämpfen gegenwärtig mit Konzepten, wie die Wirtschaftsentwicklung wieder in Gang gebracht werden kann, trotz enormer Budgetdefizite, die es gleichzeitig zu sanieren gilt. "Gerade in solchen Perioden muss der Mitteleinsatz sorgfältig überlegt werden. Wenn die Rahmenbedingungen sowohl für die Gesamtwirtschaft als auch für die Konsumenten in einigen Jahren besser sind, dann können entsprechende Anpassungen vorgenommen werden.", so Boltz abschließend.

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