LH Dörfler: Große Kärntner Chancen in Bosnien-Herzegowina

Kärntner Know-how bietet sich für Milliarden-Projekte in Infrastruktur und Energie an - Treffen mit Premierminister und wichtigen Vertretern der Föderation

Sarajevo, Klagenfurt (OTS/LPD) - Für Kärnten bieten sich in Bosnien-Herzegowina viele wirtschaftliche Chancen. Das konnte Landeshauptmann Gerhard Dörfler feststellen, der sich derzeit gemeinsam mit einer Kärntner Wirtschaftsdelegation im südosteuropäischen Staat befindet. Dörfler traf heute, Donnerstag, in Sarajevo mit dem Premierminister der Föderation Bosnien-Herzegowina, Mustafa Mujezinovic, dem Hohen Repräsentanten Valentin Inzko sowie Ministern, Bürgermeistern und Firmenvertretern zusammen. Tenor dabei:
die Beziehungen zwischen Kärnten und Bosnien-Herzegowina sollen weiter ausgebaut werden.

"Mir ist sofort positiv aufgefallen, dass es in unseren Gesprächen nicht um die Krise ging, sondern um Projekte und Pläne", berichtete der Landeshauptmann. Man spüre deutlich eine Aufbruchsstimmung, vor allem bei Infrastruktur und Energie habe die Föderation viel vor. Laut Premierminister Mujezinovic sollen in den nächsten zehn Jahren bis zu zehn Mrd. Euro investiert werden. Dörfler sieht hier große Chancen für Kärntner Firmen wie Strabag, Kelag oder Windtec, ihr führendes Know-how einzubringen.

Der Landeshauptmann wurde darüber informiert, dass in den nächsten zehn Jahren mit einer Mrd. Euro Investition sechs Wärme-sowie jeweils 16 Wasser- und Windkraftwerke gebaut werden sollen. Die Förderation will sich vom Energieimporteur zum Exporteur entwickeln. Eine weitere Mrd. Euro soll in die Eisenbahninfrastruktur fließen, acht Mrd. in die Autobahnen. Derzeit hat die Förderation 37 Autobahnkilometer, bis 2014 sollen noch 80 dazu kommen, in den nächsten 20 Jahren will man über insgesamt 750 Autobahnkilometer verfügen. Wie Mujezinovic betonte, wolle sich Bosnien-Herzegowina an Europa annähern.

Neben dem Premierminister der Förderation traf Dörfler auch mit Verkehrs- und Kommunikationsminister Nail Seckanovic, dem Minister für Energie, Bergbau und Industrie, Vahid Heco, sowie Handelsminister Desnica Radivojevic zusammen. Seckanovic war erst im April auf Kärntenbesuch, wo er die Baustelle des Koralmtunnels besichtigte. Heco wurde vom Landeshauptmann eingeladen, sich das Pilotprojekt der Sonnenstadt St. Veit anzusehen.

Mit dem Bürgermeister von Sarajevo, Alija Behmen, sprach Dörfler über das 30-Jahr-Jubiläum der Olympischen Spiele in Sarajevo. Dieses wäre eine große Chance für ein Fest des Sports, Tourismus und Friedens, meinte der Landeshauptmann. Er zeigte sich von der Stadt "mit klingendem Namen" und ihrer vielfältigen Architektur beeindruckt. Die im Krieg schwer beschädigte Infrastruktur der Hauptstadt wird momentan mit großem Einsatz wieder aufgebaut. Der Landeshauptmann wurde darüber informiert, dass Sarajevo allein in seine Olympiastätten 270 Mio. Euro investieren werde. "Unsere sportliche Stadt möchte wieder einmal Gastgeber sein", sagte Nedzad Ajnadzic, der mit seiner Firma ZOI die Stätten verwaltet. Ajnadzic ist auch Präsident der Freundschafts-Gesellschaft Bosnien-Herzegowina-Österreich. Dörfler lud Bürgermeister Behmen und eine Delegation nach Österreich ein, wo er mit ihnen Schladming vor der Schi-WM besuchen möchte.

Derzeit findet in Sarajevo, auch unter österreichischer Beteiligung, das 15. Kulturfestival statt. Dörfler wurde bereits für das nächstjährige Festival herzlich eingeladen. Er strich die guten täglichen Beziehungen zwischen Kärnten und Bosnien-Herzegowina hervor. Immerhin würden 8.000 aus Bosnien-Herzegowina stammende Menschen in unserem Bundesland leben.

Heute Nachmittag trifft der Landeshauptmann noch mit dem Föderationsminister für Umwelt und Tourismus, Nevenko Herzeg, und dem Bürgermeister von Mostar, Ljubo Beslic, zusammen. Morgen, Freitag, stehen unter anderem Besuche auf Baustellen und bei den österreichischen Bundesheersoldaten im Camp Edelweiß in Tuzla auf dem Programm.

In der Kärntner Delegation sind auch der Leiter der Infrastrukturabteilung des Landes, Albert Kreiner, Robert Bugelnig von Plantrans, Joachim Kanzler von Setec, Gerald Berger von der Kelag, Walter Prutej von Windtec, Alexander Samonig von Confidas, Samonig Group und Heimo Oberwinkler von der Strabag. Organisiert wurde die Reise vom Südosteuropaexperten Alexander Petritz, begleitet wird die Delegation auch vom österreichischen Botschafter in Sarajevo, Donatus Köck.
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