AKNÖ-Haneder: "Nagelprobe für Arbeitsmarkt kommt erst im Herbst"

Teilzeit statt Vollzeit ist kein Aufschwung

Wien (OTS/AKNÖ) - "Der Rückgang der arbeitslos gemeldeten NiederösterreicherInnen um 1.662 Personen erklärt sich fast vollständig aus der Zunahme der SchulungsteilnehmerInnen um 1.484 Personen", sieht AKNÖ-Präsident Hermann Haneder sehr skeptisch in die Zukunft.

Das Wirtschaftswachstum wird nicht ausreichen, um die Arbeitslosigkeit in Niederösterreich nachhaltig zu senken. "Die Nagelprobe für den Arbeitsmarkt kommt erst im Spätherbst, wenn ein etwaiges Budgetsparprogramm auf dem Tisch liegt", warnte Haneder vor voreiligen Jubelmeldungen.

Niederösterreich liegt beim heute, Donnerstag, bekannt gewordenen Rückgang der Arbeitslosigkeit um 4,4 % unter allen Bundesländern an vorletzter Stelle. Oberösterreich, das eine vergleichbare Wirtschaftsstruktur aufweist, verbesserte sich um 9,4 Prozent.

"Umso wichtiger, dass die konjunkturpolitischen Maßnahmen, die bisher das Schlimmste verhindert haben, aufrecht erhalten bleiben", sagt dazu AKNÖ-Arbeitsmarktexpertin Claudia Tschernutter. Dazu gehören in Niederösterreich vor allem Schulungsmaßnahmen des AMS und Arbeitsstiftungen. "Diese Maßnahmen haben in Summe dazu geführt, dass Arbeitssuchende deutlich bessere Chancen am Arbeitsmarkt haben."

Die Unternehmen haben noch zu wenig Vertrauen in einen Aufschwung

Die Unternehmen melden zwar höhere Auftragseingänge, doch die Investitionen sind noch nicht in Schwung gekommen. Tschernutter: "Das Vertrauen der Unternehmen in einen Wirtschaftsaufschwung ist erst dann klar zu erkennen, wenn die Investitionen wieder Fahrt aufnehmen." Derzeit werden verloren gegangene Vollzeitarbeitsplätze vermehrt durch Teilzeitjobs ersetzt. Die reine Zahl der Beschäftigungsverhältnisse sagt noch nichts darüber aus, ob man von den neuen Jobs auch Leben kann und welche Sicherheit diese bieten. Expertin Tschernutter: "Der Sockel an unsteten Arbeitsverhältnisse wächst weiter, das macht die Menschen besorgt, die Sicherheit für ihre eigene Zukunft brauchen."

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