Schönborn: "Integrierte Familien sollen im Land bleiben dürfen"

Kardinal nimmt bei Veranstaltung des "Klub für Frauen" zu Integration, Zölibat, Frauenpriestertum und Missbrauchsdebatte Stellung

Wien, 01.07.10 (KAP) Einen humanitären Aufenthaltstitel für bestens integrierte Flüchtlingsfamilien in Österreich hat Kardinal Christoph Schönborn eingemahnt. Im Rahmen einer Veranstaltung des "Klub für Frauen" am Mittwochabend in Wien wies Schönborn darauf hin, dass es neben der medial vielbeachteten Familie Zogaj eine ganze Reihe weiterer bestens integrierter Familien gebe, die darum kämpfen würden, im Land bleiben zu können. Und die lokale einheimische Bevölkerung stehe an ihrer Seite. Hier müsse Österreich einen besseren Weg finden als bisher, zeigte sich der Wiener Erzbischof überzeugt.

Auf die Diskussion über den Pflichtzölibat angesprochen meinte Schönborn, dass die Kirche "gar nicht so Unrecht hat", am Zölibat festzuhalten. Ein voll engagiertes Priesterleben mit Ehe und Familie in Einklang zu bringen sei wohl nicht einfach. Zugleich müsse er aber auch einräumen, dass er hervorragende verheiratete Priester der griechisch-katholischen Kirche kenne.

Er wehre sich aber auf jeden Fall gegen das Vorurteil, "dass jeder, der nicht in einer sexuellen Partnerschaft lebt, neurotisch ist". Das wäre einem großen Teil der Bevölkerung und bei weitem nicht nur den Priestern gegenüber unfair. Wenn sich jemand, wie dies bei römisch-katholischen Priestern der Fall ist, frei und bewusst für ein eheloses Leben entscheidet, dann müsse man dieser Entscheidung auch Respekt zollen, so Schönborn.

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