INVESTMENT MANAGEMENT INDUSTRY IM UMBRUCH - NEUE "HEDGEFONDS-RICHTLINIE" AIFM ALS CHANCE ODER HÜRDE?

Neue Richtlinie für Alternative Investment Fund Managers (AIFM) mit weitreichenden Auswirkungen auf die nationale und internationale Financial Services Industry.

Wien (OTS) - Deloitte und die Vereinigung Alternativer Investments (VAI) luden am 30. Juni 2010 zu einer Diskussionsveranstaltung, um sich dem neuen, umfassendem Regelwerk zur geplanten Reform der Investment Management Industrie zu widmen.

Namhafte Vertreter aus Industrie und Aufsicht debattierten Stellenwert und Auswirkungen der neuen Richtlinie für Alternative Investment Fund Managers (AIFM) und stellten sich die Frage: Ist die AIFM durchdachte Evolution oder krisengetriebene Revolution?

"Ist die Vielzahl an aktuellen Regularien wie Basel III, Solvency II und AIFM nicht nur ein verzweifelter Versuch der europäischen Gesetzgebung, Schuldige zu suchen, statt das eigentliche Problem zu identifizieren und zu lösen?", merkt Dominik Damm, Partner der Deloitte FSI Advisory einleitend kritisch an. Obwohl nach wie vor erst im Entwurfsstadium vorhanden, diskutierten die Teilnehmer und Panelspeaker angeregt die Kernelemente dieser kontroversen Regularien, wie etwa den Anwendungsbereich, Drittlandbestimmungen sowie zukünftige Funktionen der Depotbanken.

AIFM mit weitreichenden Auswirkungen

Entgegen der bisherigen öffentlichen Wahrnehmung ist die AIFM Richtlinie keine "Hedgefonds Richtlinie". Vielmehr wird sie weitreichende Auswirkungen auf die nationale und internationale Financial Services Industry haben. Die neuen Anforderungen betreffen nämlich nicht nur "klassische" Alternative Investment Fund Manager wie Hedgefonds und Private Equity Fonds, sondern u.a. auch Immobilien Investmentfonds und Spezialfonds, wie sie von jeder österreichischen Kapitalanlagegesellschaft (KAG) aufgelegt werden. Diese Tatsache macht eine Vielzahl österreichischer KAGs zu Alternative Investment Fund Managern im Sinne der Richtlinie. Auch Heinz Macher, Leiter der Rechtsabteilung der Raiffeisen KAG bestätigt: "Die AIFM-Richtlinie betrifft nicht nur die bis dato unregulierten Fondsanbieter - auch Fondsgesellschaften, die dem Investmentfondsgesetz unterliegen, haben Produkte, die an die AIFM-Richtlinie anzupassen sein werden."

Darüber hinaus betrifft die AIFM Richtlinie auch Service Provider der neu definierten Alternative Investment Fund Manager, wie z.B. Depotbanken und Prime Broker, sowie professionelle Investoren und Aufsichtsbehörden.

Die kontroversen Diskussionen auf europäischer Ebene, der weit gefasste Anwendungsbereich des Richtlinienentwurfs, mögliche Doppelregulierungen österreichischer KAGs nach AIFM und UCITS IV sowie die Tatsache, dass zum jetzigen Zeitpunkt das Ausmaß und die konkrete Ausgestaltung der tatsächlichen Veränderungen nur schwer abzuschätzen sind, führen derzeit zu Verunsicherung auf Seiten der Betroffenen.

Besonders kritisch wurde die mangelnde Einbindung der Industrie bei der Erstellung der Richtlinie gesehen. "Eine ausgereifte, offene und weltweite Diskussion mit der Investment Management Industrie ohne nationale Vorbehalte und unnötigen Zeitdruck ist absolut erforderlich, um international ein brauchbares Ergebnis zu erzielen", meint Elisabeth Lucius, zuständige Expertin der Deloitte FSI Advisory.

Aber auch positive Auswirkungen auf die Branche wurden angesprochen. "Die AIFM wird sich zu einem Gütesiegel für Alternative Investments Produkte (AIFs) entwickeln, vergleichbar mit dem UCITS Qualitätsstandard für traditionelle Investmentfonds.", so Martin Greil, Generalsekretär der VAI.

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