ARBÖ: Sechs ultimative Tipps gegen Urlauberfallen in Italien

Achtung: Umweltzonen-Strafen verjähren schon nach einem Jahr!

Wien (OTS) - Autoreisende fahren heuer im Sommer am liebsten nach Italien auf Urlaub. Das zeigt das Reisebarometer des ARBÖ-Informationsdienstes klipp und klar. "In Bella Italia gibt es allerdings ein paar Fallen, in die Urlauber hineintappen und die Ferienstimmung gründlich vermiesen können", warnt der Leiter der ARBÖ-Rechtsabteilung, Mag. Gerald Kumnig. Hier seine ultimativen Tipps, wie man die sechs wichtigsten Urlauberfallen "Made in Italy" vermeiden kann:

1. Nicht in die Umweltzonen hineinfahren
Viele italienische Städte schließen Autos durch Umweltzonen von den Stadtzentren aus. Sie heißen "Zone a traffico limitato" (ZTL) und sind nicht immer leicht erkennbar. Achtung: Die Zonen werden videoüberwacht und nichtbefugte Pkw sofort registriert. "360 Tage lang haben Italiener Zeit, die Geldstrafen den Autofahrern nach Hause zu schicken. Das kann zwischen 74 und 296 Euro kosten", so Kumnig. Ein wichtiger Tipp: Zwischen dem Zeitpunkt der Tat und dem Datum des Briefes, den die Italiener nachschicken, dürfen nicht mehr als 360 Tage vergehen. So steht es im italienischen Gesetz. Wer also am 30. Mai 2009 in eine Umweltzone gefahren ist (also im Vorjahr) und am 12. Juni 2010 einen Brief bekommt, der mit 6. Juni 2010 in Italien datiert wurde, ist aus dem Schneider und braucht nicht zu zahlen. "Das läuft nach italienischem Recht. Dabei zählt das Datum des Briefes aus Italien und nicht der Zeitpunkt, wann der Brief tatsächlich den Adressaten in Österreich erreicht hat", erläutert Kumnig.
Wichtig: Auch bei einer Verjährung muss man auf das Behördenschreiben reagieren und gegen die eingetretene Verjährung einwenden. Der ARBÖ hat dafür einen Mustertext in Italienisch vorbereitet. Dieser steht zum Download zur Verfügung unter: www.arboe.at

2. Auf Italiens Autobahnen nicht ständig auf der Überholspur fahren Es ist auf allen italienischen Autobahnen (so wie übrigens auch in Österreich) streng verboten, ständig auf der Überholspur zu fahren, wenn die erste oder zweite Spur frei wäre. "Die wenigsten Touristen wissen von dieser Änderung", warnt Kumnig. Die Geldstrafe für Zuwiderhandeln beträgt 38 Euro.

3. Mit dem Wohnwagen auf der Brennerautobahn nicht überholen
Auf der Brennerautobahn (A22) gilt - zwischen Brenner und Modena -für alle Wohnwagen ein Überholverbot. Sie müssen auf der rechten Spur bleiben, genauso wie alle LKW. "Bei Zuwiderhandeln hagelt es Geldstrafen von 78 Euro", warnt er Leiter der ARBÖ-Rechtsabteilung. Dasselbe gilt für Autos mit schweren Anhängern (über 750 kg).

4. Nicht mit der Bankomatkarte die Autobahnmaut zahlen
Man kann die italienischen Mauten mit Münzen, Scheinen, Kreditkarten oder VIAcards zahlen, nicht jedoch mit Bankomatkarten, die in Österreich ausgestellt sind. "Bankomatkarten funktionieren dort nur, wenn spezifische Vereinbarungen zwischen der jeweiligen Autobahngesellschaften und dem entsprechenden Kreditinstitut getroffen wurden. Das ist mit österreichischen Bankinstituten nicht der Fall", warnt Mag. Kumnig.

5. Missglückte Mautzahlung noch in Italien regeln
Immer häufiger muss man die Mauten in Italien mit Hilfe eines Automaten zahlen. Wenn die Zahlung aus irgendeinem Grund nicht klappt, spuckt der Automat einen Zettel heraus, der einer Zahlungsbestätigung täuschend ähnlich sieht. In Wirklichkeit belegt dieser Zettel eine fehlgeschlagene Zahlung ("Mancato Pagamento"). Am besten ist es, die Sache gleich in Italien zu regeln, indem man eine Servicestelle an oder entlang von Autobahnen aufsucht. Diese Servicestellen heißen "Punto Blu" oder "Centro Servizi". "Man hat dafür vierzehn Tage Zeit", so Kumnig. Wer das nicht tut, erlebt zu Hause dann eine böse Überraschung: Monate nach dem Urlaub flattert eine Zahlungsaufforderung ins Haus. Die Überweisung nach Italien gestaltet sich dann sehr kompliziert, weil die - natürlich höhere -Summe an die richtige Autobahngesellschaft mit dem richtigen IBAN-und SWIFT-Code überwiesen werden muss. Wer nicht zahlt muss mit Schwierigkeiten rechnen, sobald man wieder nach Italien einreist.

6. Mautkarte nicht beschädigen
Beim Einfahren in die Autobahn muss auf alle Fälle eine Mautkarte gezogen werden. An der unteren Seite hat diese Karte Magnetstreifen. Diese können durch unbedachtes Aufbewahren beschädigt werden. "Die Funktion der Mautkarte kann außer Kraft gesetzt werden, wenn man sie mit einem Magnet im Auto befestigt oder neben Handys legt", warnt Kumnig. Die Folgen sind gravierend: Wenn beim Zahlen die kaputte Mautkarte keine Information liefert, wo man in die Autobahn eingefahren ist, geht man bei ausländischen Fahrern automatisch davon aus, dass sie von der Staatsgrenze kommen. Das kann teuer kommen.

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