AMS Wien: 0,8 Prozent weniger Arbeitslose im Juni

Erster Rückgang seit eineinhalb Jahren

Wien (OTS) - Die Kurve auf dem Wiener Arbeitsmarkt zeigt
vorsichtig nach oben. Erstmals seit November 2008 verzeichnet das AMS Wien ein leichtes Sinken der Arbeitslosenzahlen: Ende Juni waren 69.082 Personen, damit um 583 oder 0,8 Prozent weniger Arbeit suchend gemeldet. Im bundesweiten Durchschnitt sank diese Zahl um 7,3 Prozent.

"Da in der akuten Krisenperiode die Arbeitslosigkeit in Wien nie so stark gestiegen ist wie in allen anderen Bundesländern, sinkt sie natürlich jetzt bei uns nicht so kräftig wie im übrigen Österreich", erklärt Claudia Finster, Geschäftsführerin des AMS Wien, diese scheinbare Schlechterstellung der Bundeshauptstadt.

Gute Nachrichten gibt es auf dem Wiener Arbeitsmarkt für junge Menschen und Personen im Haupterwerbsalter: In der Altersgruppe von 19 bis 25 Jahre ging die Arbeitslosigkeit um 3,3 zurück, bei den 25-bis 44-Jährigen immerhin um 1,8 Prozent. Mehr Arbeit Suchende werden in der Gruppe der mehr als 45-Jährigen verzeichnet, hier betrug das Plus 1,8 Prozent.

Weniger Lehrstellensuchende (minus 43 Personen) und mehr offene Lehrstellen (plus 61) ergänzen das freundliche Bild auf dem Jugendlichensektor. Finster: "Das heißt, dass unsere Maßnahmen für junge Menschen greifen." Andererseits freut sich die AMS Wien-Chefin, dass die Lehrbetriebe im Gegensatz zu vor einem Jahr wieder mehr offene Stellen melden. Letzteres ist auch insgesamt auf dem Wiener Arbeitsmarkt zu bemerken: In Summe wurden dem AMS Wien im Mai um 6.305 offene Stellen mehr bekannt gegeben als noch vor einem Jahr.

Weiterhin stark unterschiedlich ist Situation nach Geschlechtern: Bei Frauen stieg die Arbeitslosigkeit um 2,7 Prozent oder 766 Personen, wohingegen sie bei Männern um 3,3 Prozent oder 1.349 Personen zurückging. Dieses Ungleichgewicht spiegelt sich in branchenspezifischen Arbeitsmarktdaten recht genau wider. Die stärksten Anstiege an Arbeitslosen gab es in Wien im Bereich Büro, im Handel und in der Reinigung - allesamt vorwiegend Frauenberufe. Allerdings meldeten die Betriebe dieser drei Branchen auch eine große Zahl offener Stellen. Typischen Männerbranchen, wie der Metall- und Elektrosektor oder der Bau, verzeichneten sowohl ein Sinken der Arbeitslosigkeit als auch einen deutlichen Zuwachs an offenen Stellen.

"Der Aufschwung der Zweige, die von der Krise in Mitleidenschaft gezogen wurden, setzt sich fort", resümiert Finster. Und dies komme in erster Linie den Männern zu Gute. Erfreut zeigt sich die Chefin des AMS Wien allerdings auch über das kräftige Stellenplus in weiblich dominierten Bereichen. "Außerdem konnte bei den Frauen der Anstieg der Arbeitslosigkeit immerhin von 5,8 Prozent im Mai auf nunmehr 2,7 Prozent reduziert werden." Positiv schlägt auch zu Buche, dass die durchschnittliche Vormerkdauer in Wien um zwei 88 Tage gesunken ist.

Um der steigenden Arbeitslosigkeit zu begegnen, hat das AMS Wien seine an Aus- und Weiterbildungstätigkeit ausgeweitet. 25.173 Personen besuchten Ende Juni Schulungen; das sind um 3.471 mehr als ein Jahr davor. "Gegenüber anderen Bundesländern hat Wien einen wesentlich höheren Anteil an arbeitsmarktfernen Personen", konstatiert Finster. Daher bestehe in Wien ein hoher Bedarf an Schulungen. "Unsere laufenden Evaluierungen zeigen, dass wir selbst unter diesen schwierigen Bedingungen immerhin jede dritte Person nach Kursende in Arbeit bringen." Wie schon in den vergangenen Monaten und Jahren konnte auch diesmal die Langzeitarbeitslosigkeit gesenkt werden: Nur noch 563 Personen waren Ende Juni länger als ein Jahr arbeitslos, damit um 180 weniger als vor einem Jahr.

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