Neues Ludwig Boltzmann Institut für Lungengefäßforschung eröffnet

Med Uni Graz ist Partnerin und bietet Standort - ab 1. Juli 2010

Wien (OTS) - Das Ludwig Boltzmann Institut (LBI) für Lungengefäßerforschung, das aus der dritten Ausschreibung der Ludwig Boltzmann Gesellschaft (LBG) hervor ging, wird in den nächsten sieben Jahren intensiv die lebensbedrohlichen Lungenhochdruckerkrankungen erforschen. Leiterin des LBI ist die Intensivmedizinerin und Anästhesistin Univ.-Prof. DDr. Andrea Olschewski.

"Der Schwerpunkt liegt bei den molekularen Mechanismen des Gefäßumbaus, der zur Entstehung der Krankheit führt, der Entwicklung maßgeschneiderter Therapien und der Früherkennung und Frühtherapie der Krankheit. In dem neuen Institut bringen wir Wissenschaftler aus der Grundlagenforschung und klinische Ärzte in einem Zentrum zusammen und werden zukunftsweisende Forschung mit effizienter und zeitnaher Umsetzung durch Wirtschaftspartner verbinden. Wir wollen durch Erzielung von Synergie- und Transfereffekten weltweit führend auf unserem Forschungsgebiet werden und den Wissenschafts- und Forschungsstandort Graz weiter ausbauen", so Olschewski.

Lungenhochdruck ist eine heimtückische Krankheit mit einer hohen Dunkelziffer, da typische Krankheitszeichen fehlen und die Symptome unspezifisch und mannigfaltig sind. Eine Diagnose ist sehr aufwändig. Das neue LBI für Lungengefäßerkrankung soll durch einfachere und schonendere Verfahren eine frühe Diagnose ermöglichen und wenn möglich mit nicht-invasiven Verfahren und durch gezielte Medikamentenentwicklung neue Standards setzen, um die Leistungsfähigkeit und Lebensqualität der Betroffenen zu verbessern.

Lungenhochdruck - eine gefährliche Erkrankung mit schleichendem Verlauf

Pulmonale Hypertonie (Lungenhochdruck) ist eine gefährliche Erkrankung mit schleichendem Verlauf. Sie ist oft die Folge von Lungen- oder Herzerkrankungen, kann aber auch ohne diese auftreten. Dann trifft sie nicht selten Patienten zwischen dem 30. und 50. Lebensjahr, also in den produktivsten Jahren. Das neue LBI für Lungengefäßforschung wird sich mit dem ganzen Spektrum des Lungenhochdrucks beschäftigen. Die Dunkelziffer der Betroffenen ist hoch. Man geht etwa davon aus, dass die Hälfte der Patienten mit einer chronisch obstruktiven Lungenerkrankung, heute laut WHO weltweit die vierthäufigste Todesursache, einen Lungenhochdruck entwickeln. Das bedeutet, dass Millionen von Menschen von einer pulmonalen Hypertonie betroffen sind. Die Behandlungskosten betragen bis zu Euro 300.000,-- /Jahr, wenn der Lungehochdruck schon weit fortgeschritten und die lebensrettende Therapie entsprechend aufwendig ist.

Mit Olschewski leitet eine erfahrene und engagierte Expertin das neue LBI. Der Forschungsschwerpunkt der Anästhesistin und Intensivmedizinerin liegt im klinisch-experimentellen Bereich und konzentriert sich seit vielen Jahren auf die Lungenzirkulation. Für ihre Arbeit wurde sie Sie in den letzten Jahren wiederholt mit internationalen Forschungspreisen geehrt. Sie kooperiert sehr erfolgreich mit Forschergruppen in Europa und den USA, sowie mit renommierten Kollegen an der Med Uni Graz.

An der Med Uni Graz ist sie neben ihrer intensiven Forschungsarbeit als Dekanin für Doktoratsstudien der Medizinischen Universität Graz aktiv. Eine exzellente Ausbildung und Betreuung von jungen WissenschafterInnen liegt ihr besonders am Herzen. Sie erhielt dafür im letzten Jahr den Mentoring-Preis der Deutschen Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin.

International erfahrene Partner des LBI

Standort des neuen LBI ist die Med Uni Graz, die auch als Partnerin des LBI fungiert. Weitere namhafte Partner sind die Österreichische Akademie der Wissenschaften ÖAW sowie die Bayer Schering Pharma AG und der deutsche Medizintechnikhersteller NebuTec. Für die ersten vier Jahre bekommt das Institut rund Euro 9 Mio von den Partnern und von der Ludwig Boltzmann Gesellschaft. Etwa 25 Mitarbeiter werden in den nächsten Jahren an der Beantwortung der vielen offenen Fragen um diese gefährliche Erkrankung arbeiten.

Mag. Claudia Lingner, Geschäftsführerin der LBG: "Die Gutachter bewerteten dieses Konzept inhaltlich äußerst positiv. Dazu kam, dass die Struktur des LBI wie maßgeschneidert zu den Ausschreibungsrichtlinien passte - es wird Grundlagen- und klinische Forschung auf hohem Niveau betrieben. Dieses LBI hat das Potential für eines der besten Zentren für Lungengefäßforschung weltweit mit einer hohen internationalen Anbindung. Auch die Partnerstruktur ist optimal auf das Forschungsprogramm ausgerichtet: die ÖAW, die beiden Pharmaunternehmen und die strategische Einbettung in die Med-Uni Graz, mit der wir bereits erfolgreich zusammen arbeiten im Fall des LBI für Klinisch-Forensische Bildgebung", garantieren eine erfolgreiche Kooperation.

Die neuen Ludwig Boltzmann Institute werden nach einem strengen mehrstufigen internationalen Begutachtungsverfahren eingerichtet. Sie verbinden traditionell forschende und forschungsanwendende Organisationen und etablieren hochqualitative und langfristig ausgerichtete Forschungsprogramme auf internationalem Niveau. Im Mittelpunkt des Ludwig Boltzmann Instituts für Klinisch-Forensische Bildgebung, das im Herbst 2008 an der Med Uni Graz eröffnet wurde, steht die gerichtsmedizinische Untersuchung von lebenden Personen im Zusammenhang mit der Klärung rechtlicher Fragestellungen.

Rückfragen & Kontakt:

Univ.-Prof. DDr. Andrea Olschewski
Leiterin des Ludwig Boltzmann Instituts für Lungengefäßforschung,
Professorin für Experimentelle Anästhesiologie
andrea.olschewski@medunigraz.at

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