Gemeinderat gibt grünes Licht für Bildungscampus Hauptbahnhof

Wien (OTS) - In Wien sollen in den kommenden Jahren mehr als 102
Mio Euro in die Errichtung neuer Schulen bzw. Schulerweiterungen investiert werden. Ein Teil der dafür notwendigen Mittel wurde gestern im Gemeinderat beschlossen. Schwerpunktmäßig werden vor allem in neuen Stadtteilen wie am Hauptbahnhofgelände und am Donaufeld Nord Schulbauten entstehen, darüber hinaus werden aber auch bestehende Schulen erweitert und adaptiert.

"Wien ist eine dynamische Stadt, die sich laufend weiterentwickelt, dadurch steigt auch der Bedarf an neuen Schulstandorten", betonte heute Bildungsstadtrat Christian Oxonitsch. Verwunderlich sei das Verhalten der ÖVP in dieser Frage: "Auf der einen Seite ruft sie nach neuen Schulen und Kindergärten, stimmt aber auf der anderen Seite im Gemeinderatsausschuss als auch im Gemeinderat konsequent dagegen", ärgert sich Bildungsstadtrat Christian Oxonitsch.

Bildungscampus Hauptbahnhof Wien

Ein großes Projekt wird in den kommenden Jahren am Hauptbahnhof realisiert, wo ein neuer Bildungscampus entstehen soll. "Hier sind Investitionen der Stadt in den nächsten Jahren in Höhe von 65 Mio Euro geplant", betont Stadtrat Oxonitsch. Im Gemeinderat wurden gestern die Planung und Bauvorbereitungen dafür beschlossen.

Der neue Campus wird auf einem Areal von 20.000 Quadratmetern neben einem Kindergarten eine 17-klassige Ganztagsvolksschule und eine 16-klassige Ganztagshauptschule beherbergen. "Das besondere an diesem Standort ist, dass hier erstmals ein Campus für 0- bis 14-Jährige entsteht", so Oxonitsch.

Das räumlich-pädagogische Konzept wird hier in allen Bereichen komplett auf einen Ganztagesbetrieb zugeschnitten, neu ist aber auch das Prinzip des "Clusters": Dabei wird eine bestimmte Anzahl an Gruppen- bzw. Klassenverbänden zu einem räumlichen Verbund zusammengefasst, wodurch gruppen- bzw. klassenübergreifende Kooperationen möglich werden. Herzstück jedes "Clusters" sind die Meeting-Points, die "Dorfcharakter" haben und den kommunikativen Marktplatz darstellen. Jeder Cluster-Einheit sind unter anderem ein Pausen-, Lern- Kommunikations- und Entspannungsinseln sowie Besprechungs- und Teamräume für LehrerInnen zugeordnet.

Das Raumprogramm ist bereits ausgearbeitet und dient als Basis für einen EU-weiten ArchitektInnenwettbewerb, der Campus soll mit Beginn des Schuljahres 2013/14 in Betrieb gehen.

Erweiterung und Adaptierung von Schulen

Neue Schulplätze werden aber auch in anderen Bezirken geschaffen:
Die Volksschule am Alma-Seidler-Weg 2 in Wien-Liesing wird um rund 2 Mio aufgestockt und bekommt unter anderem vier neue Unterrichtsräume. Die Schule, die in einem Neubaugebiet liegt, soll dann insgesamt 13 Klassen umfassen.

Bei der Volksschule am Kirchenplatz - ebenfalls im 23. Bezirk gelegen - wird ein Zubau errichtet, der einen alten Trakt ersetzt und alle Voraussetzungen für schulische Tagesbetreuung bieten wird. Die Stadt investiert hier insgesamt 6,6, Mio Euro.

Auch die Berufsschulen bekommen neue Räume: Das Zentralberufsschulgebäude in der Hütteldorfer Straße wird um rund 1,3 Mio Euro adaptiert, wodurch vier neue Klassen- und drei Gruppenräume geschaffen werden können. An diesem Standort sind insgesamt vier Berufsschulen - unter anderem für Chemie, Handel, Holzverarbeitung und Maler - untergebracht. Auch in der Embelgasse 46 in Wien-Margareten soll in den nächsten Jahren eine neue moderne Berufsschule für kaufmännische Lehrlinge der Stadt Wien entstehen.

Darüber hinaus wird im 20. Bezirk neuer Schulraum geschaffen: In der Treustraße 9 wird ein Trakt für die Allgemeine Sonderschule neu hergerichtet, der künftig die Expositurklassen, die derzeit in der Volksschule Leystraße untergebracht sind, beherbergen soll. Dadurch werden in der Leystraße neue Räume für die Volksschule frei. Wien investiert hier rund 2,8 Mio Euro.

Zusätzliche Schulplätze in Wien entstehen aber auch im Bereich der AHS: So bekommt die AHS am Schuhmeierplatz in Wien-Ottakring einen Zubau und die Fertigstellung der neuen AHS am Contiweg in Wien-Donaustadt liegt bereits im "Endspurt": Ab dem Schuljahr 2010/2011 geht die Schule in Betrieb und soll im Endausbau 36 Klassen mit 1.000 SchülerInnen beherbergen. Erweitert werden unter anderem auch die Oberstufenrealgymnasien in der Hegelgasse und in der Neustiftgasse sowie die AHS-Standorte Zirkusgasse, Spengergasse, Diefenbachgasse und Laaer Berg-Straße. Neu gebaut wird unter anderem in der Sensengasse, der Pezzlgasse, der Polgarstraße und in der Wintzingerodestraße.

Insgesamt investiert der Bund bis 2018 rund 278 Mio. Euro in den Neubau, die Erweiterung und die Sanierung von Schulen in Wien.

Campus Donaufeld Nord

Bereits abgeschlossen sind die Planungsarbeiten für einen weiteren Bildungscampus: Am Donaufeld Nord in Wien-Floridsdorf entsteht eine 13-klassige Ganztagsvolksschule und ein 9-gruppiger Kindergarten. Architektonisch wird hier ein mäanderartiger Bau mit einem geschützten Pausenhof und einem Speisesaal, der sich zu Campushof und Freiflächen öffnet, umgesetzt. "Mit diesem Bildungscampus soll der zusätzliche Bedarf an Kinderbetreuungs- und Volksschulplätzen abgedeckt werden, der sich durch die Besiedlung der neuen Wohngebiete im Donaufeld Nord ergibt", betont Bildungsstadtrat Christian Oxonitsch. Die Investitionen der Stadt betragen hier 24,8 Mio Euro.

In Betrieb geht inzwischen Wiens zweiter Bildungscampus am Nordbahnhofgelände: Im Herbst werden hier eine 17-klassige Ganztagsvolksschule für 420 Kinder und ein 11-gruppigen Kindergarten für 250 Kinder offiziell eröffnet. Namenspatin für die neue Bildungseinrichtung ist die langjährige Wiener Vizebürgermeisterin und Familienministerin Gertrude Fröhlich-Sandner.

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