Bundesbildungskonferenz (2) Ludwig: Gerechtigkeit durch Bildung schaffen

Schulsystem muss besser und effizienter werden

Wien (OTS/SK) - "Bildung darf keine Frage des sozialen Status
sein. Wir müssen das Bildungssystem für möglichst viele Menschen öffnen, denn Bildung zahlt sich aus. Es ist Zeit für Gerechtigkeit in der Bildung und durch Bildung", so der neue Bundesbildungsvorsitzende und Wiener Vizebürgermeister Michael Ludwig heute, Samstag, bei der SPÖ-Bundesbildungskonferenz 2010 in Wien. "Wir brauchen mehr Verteilungsgerechtigkeit im Bildungssystem. Das Schulwesen muss insgesamt effizienter und besser werden", forderte Ludwig. ****

Österreich liege bei den Pro-Kopf-Ausgaben im Bildungsbereich EU-weit an der Spitze. Trotzdem schneidet Österreich bei internationalen Vergleichen nur durchschnittlich ab. "Hier gibt es viel Verbesserungsbedarf, um den Output zu erhöhen", sagte Ludwig. Das Bildungsniveau an österreichischen Schulen weise regional teilweise enorme Unterschiede auf. Auch im Hochschulbereich gebe es starke Unterschiede bezüglich der Verteilung. So kämen an manchen Hochschulen auf 60 Professoren 200, an anderen 20.000 Studierende. Auch die Tatsache, dass nur 16 Prozent der Kinder von Eltern mit Pflichtschulabschluss eine höhere Schule besuchen, zeige den dringenden Handlungsbedarf. Hier habe Österreich großen Nachholbedarf. "Wir haben schon vieles erreicht, um die Chancengerechtigkeit zu erhöhen. Aber wir haben noch viele Aufgaben vor uns", so Ludwig, der in diesem Zusammenhang auf die zahlreichen Vorschläge und geplanten Maßnahen von Bildungsministerin Claudia Schmied wie die Gemeinsame Schule der 10- 14-Jährigen, die neue Matura oder die Einführung einheitlicher Bildungsstandards verwies. "Experten geben uns seit Jahren Recht, dass dies die richtigen Maßnahmen sind, um ein Bildungssystem gerechter und qualitativ besser zu machen. Es ist Zeit, dass unsere Vorschläge endlich umgesetzt werden", forderte Ludwig mit Verweis auf die Blockadehaltung des konservativen Koalitionspartners.

Image und Ausbildung des Lehrerberufs verbessern

Wichtig sei neben diesen Maßnahmen, den Beruf des Lehrers wieder zu stärken. "Der Erfolg in der Schule steht und fällt mit dem Engagement des Lehrers", stellte Ludwig klar. "Deswegen ist es wichtig, dass wir das Image des Lehrers und die Lehrerausbildung verbessern, die unter der Politik der früheren Bildungsministerin Gehrer so gelitten hat", sagte Ludwig mit Verweis auf eine von Gehrer durchgeführte Kampagne, in der sie Studierende öffentlich vom Beruf des Lehrers abriet. "Dieser Schritt war fatal. Denn wir sind auf gut qualifizierte und motivierte Lehrer angewiesen, wenn wir unser Schulsystem verbessern wollen." Die Lehrerausbildung müsse insgesamt durchlässiger werden, um mehr berufliche Perspektiven zu ermöglichen.

"Die sozialdemokratische Partei war schon immer eine Bildungspartei. Wir müssen uns dafür einsetzen, dass wir mehr Gerechtigkeit durch Bildung erreichen", sagte Ludwig, der sich für eine Repolitisierung und Erziehung zur Demokratie ausspricht. Denn politische Bildung komme häufig zu kurz. Sie sei aber die Voraussetzung für eine starke gelebte Demokratie. "Dass sich so viele Menschen von der Demokratie abwenden, muss uns zu denken geben" so Ludwig. Als neuer Bundesvorsitzender sei es daher sein Anliegen, die Bundesbildungsorganisation zu einer Plattform für bildungspolitische Grundsatzfragen, für die Entwicklung grundsatzpolitischer Inhalte und sozialdemokratische Personalentwicklung zu machen. Ludwig bedankte sich abschließend für die große Zustimmung (98,9 Prozent) bei der heutigen Wahl zum neuen Bundesbildungsvorsitzenden und bei seinem Vorgänger Hannes Swoboda. "Ich werde mich bemühen, die hohen Erwartungen als dein Nachfolger zu erfüllen. Ich bin mir sicher, dass es uns als Bundesbildungsorganisation gelingen wird, gemeinsam die Aufgaben, die wir uns gestellt haben, zu erfüllen", so Ludwig. (Schluss) sc

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