Europäischer KMU- und Handwerksverband UEAPME fordert leichteren Zugang von KMU zu Brüsseler Regionalfördergeldern

UEAPME-Verwaltungsrat unter Präsident Toifl tagte im Haus der Wirtschaft mit Kommissar Hahn und EU-Parlamentarierin Hübner

Wien (OTS/PWK536) - Die Rolle der KMU und ihr Zugang zu EU-Förderprogrammen standen im Mittelpunkt des Verwaltungsrates des europäischen KMU- und Handwerkverbandes UEAPME, der am Freitag unter der Leitung von UEAPME-Präsident und Spartenobmann Georg Toifl in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) abgehalten wurde. Daran nahmen auch der für Regionalpolitik zuständige österreichische Kommissar Johannes Hahn und seine Vorgängerin Daniela Hübner, die derzeitige Vorsitzende des Ausschusses für regionale Entwicklung des Europäischen Parlaments, teil.

KMU haben kaum Zugang zu den Mitteln der EU-Regionalförderung -und das, obwohl sie einen wichtigen Beitrag zur regionalen Entwicklung leisten, so die Kritik von UEAPME-Präsident Toifl. Ein Grund sei, dass sich die regionalen Behörden nicht genug engagieren und sie ihre Aktivitäten fälschlicherweise auf wenige große Projekte konzentrieren, welche Aufsehen erregen und leicht handhabbar sind.

Kommissar Hahn betonte die Bedeutung der KMU in Hinblick auf die Beschäftigungszahlen, sie seien der Lebensnerv Europas. Hahn räumte jedoch ein, dass die operativen Programme der EU noch nicht schwerpunktmäßig auf KMU ausgelegt sind. Genau hier seien auch die Regionen gefordert. Die Programme werden nämlich gemeinsam von den Mitgliedstaaten und der Europäischen Kommission gemeinsam verwaltet. "Es sind präzise Inputs und Fakten gefragt, um diese entsprechend zu entwickeln", betonte Hahn. Die UEAPME und ihr Präsident Toifl könnten hier einen wesentlichen Beitrag liefern, um realistische und ambitionierte Ziele festzulegen. Hahn betonte zudem, dass KMU als Träger von Innovation auch in der Zusammenarbeit mit Forschungseinrichtungen gefragt seien. Unter anderem gehe es darum, die Probleme bei der Übertragung von wissenschaftlichen Erkenntnissen in die betriebliche, wirtschaftliche Praxis aufzulösen.

Auch die polnische Europaabgeordnete zeigte sich Hübner überzeugt davon, dass Innovation "zu unserer Kultur werden muss". Innovation sei mehr als High Tech. "Auch das Handwerk gehört in die Forschung und Entwicklung inkludiert", so Hübner, die zudem die globalen Herausforderungen hervorhob, mit denen Europa konfrontiert ist. "Wir leben in einer sich schnell verändernden Welt. KMU müssen vermehrt in die globale Wertschöpfungskette integriert werden." Auch wenn Europa die Krise langsam hinter sich lasse, müsse nun an einer neuen Strategie gearbeitet werden. So zwinge die steuerliche Konsolidierung dazu, noch effizienter mit öffentlichen Geldern umzugehen. Zudem dürfe die Gesetzgebung nicht zu einem wirtschaftlichen Stillstand führen. Hübner betonte auch, dass KMU ein Schlüsselfaktor für Wachstum sind.

UEAPME-Präsident Toifl begrüßte, dass Regionalpolitik und die Unterstützung der KMU nicht gegeneinander stehen, sondern miteinander verbunden werden und erinnerte daran, dass KMU immerhin 70 Prozent aller Mitarbeiter beschäftigen. "Der Wert der KMU muss hoch gehalten werden, denn schlussendlich sind die KMU die Realwirtschaft", so sein abschließender Appell an die EU-Vertreter. (SR)

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