Hohe Auszeichnungen für Prawy-Archivar Kögl und Weltmusik-Scout Preisl

Wien (OTS) - Der eine, Helmar Kögl, meldete sich "einfach so" bei der Wienbibliothek, um den legendären, in Plastiksackerln untergebrachten Marcel Prawy-Nachlass aufzuarbeiten, der andere, Gottfried Preisl, hat mit Zähigkeit und Spielwitz der Weltmusik in Wien Platz geschaffen: Beiden überreichte Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny am Freitag dafür das Goldene Ehrenzeichen für Verdienste um das Land Wien.

Es dürfte selten vorkommen, dass sich für archivarische Titanenarbeit "einfach so" Freiwillige melden, noch dazu Freiwillige mit entsprechender Qualifikation: bei Helmar Kögl, für den Wienbibliothek-Direktorin Sylvia Mattl-Wurm die Laudatio hielt, traf es genau so zu. 2003 kam der Prawy-Nachlass in die Wienbibliothek, 2004 lernte man sich kennen, 2005 begann der ausgebildete Historiker, Opernliebhaber und ehemalige Werbefachmann Kögl mit seiner Arbeit:
750 Pappkartons galt es zu sichten, dazu noch diverse prall gefüllte Plastiksackerl. "Alles zur vollsten Zufriedenheit der Wienbibliothek", wie Mattl-Wurm noch hinzufügte.

Vollste Zufriedenheit "für das große Ganze" attestierte Pokorny auch dem zweiten Ehrengast, Gottfried "Friedl" Preisl, auch wenn beide "bei konkreten Projektverhandlungen durchwegs zur Sache gehen würden"(Pokorny). Preisl, den man ohne Übertreibung "Weltmusik-Festival-Macher" nennen kann - Akkordeonfestival, Klezmer-Festival, die Koid-Woam-Reihe in der Wienbibliothek stammen von ihm - habe vielen Musikerinnen und Musikern, so Laudator und Chef der Tschuschenkapelle Slavko Ninic, Auftrittsmöglichkeiten geboten und über die Jahre ein entsprechendes Publikum geschaffen. In Anspielung auf Preisls Fußball-Biographie, die diesen in die Höhen der seinerzeitigen Liga Ost brachte, bezeichnete Ninic diesen als "genialen Mittelfeldspieler", der im Hintergrund Möglichkeiten schaffe und den Künstlern uneitel den Vortritt lasse.

Helmar Kögl kam 1944 in Bad Hall zur Welt. Sein musikalisches Interesse wurde in seiner Schulzeit im Benedektinerstift Melk erweckt. Sein Studium der Geschichte absolvierte er in Wien im Jahr 1969. Beruflich war Kögl im Werbebbereich tätig, später wechselte er in die Wirtschaftskammer Österreich.

Gottfried Preisl, Jahrgang 1948, war 32 Jahre in einer Bank tätig, bis er aus seiner Musikliebe einen Beruf machte und Konzertveranstalter wurde. Der gebürtige Wiener rief im Jahr 2000 das Internationale Akkordeonfestival ins Leben, das heute zu den etablierten Musik-Festivals Wiens zählt. Im Jahr 2004 gründete er das Klezmore Festival Vienna, das erstmals ein Programm mit ausschließlich jüdischer Musik vorstellte. (Schluss) hch

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