FPÖ: Strache kündigt parlamentarische Anfragen zu "Telefonbetrug mit Glücksspielen" an

Zehntausende Geschädigte in Österreich

Wien (OTS) - FPÖ-Bundesparteiobmann HC Strache befasste sich in seiner heutigen Pressekonferenz, die er gemeinsam mit dem Wiener FPÖ-LAbg. Wolfgang Jung abhielt, erneut mit dem Thema "Telefonbetrug mit Glücksspielen". Es handelt sich dabei um die Machenschaften von "Call-Centern", die mittels Telefonwerbung versuchen, die Angerufenen zu Verträgen für Wetten, Verlosungen und Glücksspiele zu überreden.

Der Abzug der dafür anfallenden "Gebühren" erfolgt dann über die Konten der "Kunden", die sich oft nicht einmal im Klaren sind, dass sie damit auf mündliche Verträge eingegangen sind. Besonders beliebt sind dabei die Adressen von älteren Personen, meistens über 70 Jahre, weil man sich von diesen weniger Widerstand bei der Akquirierung und dem Herauslocken der Kontodaten erwartet, beziehungsweise erhofft, dass sie den Vorgängen nicht mehr voll folgen können, oder sich später genieren, ihre Leichtgläubigkeit zuzugeben. Zunehmend werden auch Personen abkassiert, die keine Zustimmung gegeben haben oder deren Daten anderweitig "beschafft" wurden.

"Bedenklich ist die Praxis der Banken, die solche Auszahlungen auch ohne schriftliche Zustimmung der Kontoinhaber durchführen", so Strache. "Sie berufen sich zwar darauf, bei Protesten bis zu 13 Monate zurückzuzahlen, dies erfolgte aber nur zum geringsten Teil, weil die Kunden entweder darüber nicht Bescheid wissen, den Abzug kleinerer Beträge über längere Zeit nicht bemerken oder die damit verbundenen Komplikationen (es wird nicht immer gleich rücküberwiesen) scheuen." Dabei komme es zunehmend zu mehrfachen "Abschöpfungen" durch Betreiber, die gar keinen Kontakt zu den Geschädigten und deren Daten offenbar von "befreundeten" Geschäftspartnern erhalten hätten, was zu beträchtlichen Schädigungen einzelner Personen geführt habe.

Diese Praxis wurde in der ORF Sendung "Am Schauplatz" und auch im deutschen Fernsehmagazin "2010" auf Sat1
(http://betrugskartell.blogspot.com/p/verdachtige-gewinnspielprodukte
.html) deutlich aufgezeigt. Besonders wurde dabei darauf hingewiesen, dass auf diesem Sektor ein, offenbar in Österreich, in Wien, beheimatetes Konsortium aktiv wäre, welches, über ein Geflecht von Subfirmen, zugunsten von überwiegend zwei Österreichern, arbeiten würde. Allein in Kärnten gibt es, nach den Recherchen des ORF, über 7000 Geschädigte, in Wien sollen es über 20.000 sein. Die Vorgänge sind übrigens auch in der Arbeiterkammer (Konsumentenschutz) bekannt.

"Mitte Juni wurde auf dem Kommissariat in Liesing eine Anzeige gegen diese Methoden erstattet, am 25. Mai erfolgte in einer Pressekonferenz von uns eine Darstellung der Vorgänge, wie sie der FPÖ in zugestellten Unterlagen zu entnehmen war", führte Strache weiter aus. "Weil die darin enthaltenen Vorwürfe so schwerwiegend waren und auch gut belegt erschienen, erfolgte gleichzeitig eine Sachverhaltsdarstellung an die Staatsanwaltschaft, die unverzüglich nach unserer Pressekonferenz erfolgt ist." Nachdem aber seither bereits weitere Tathandlungen bzw. Schädigungen erfolgten (unter anderem wurde das im ORF präsentierte Opfer, wenige Tage nach der Rückzahlung der Beträge, erneut abgeschöpft) und um das weitere Abfließen möglicherweise unrechtmäßig erworbener Gelder zu verhindern, sei dringender Handlungsbedarf geboten. Strache kündigte auch entsprechende parlamentarische Anfragen an die Justizministerin und an die Innenministerin an.

"Warum werden die Banken nicht von sich aus restriktiver bei solchen Machenschaften? Und der AK-Konsumentenschutz hüllt sich auch in vornehmes Schweigen, obwohl ihm unzählige Fälle bekannt sind", kritisierte Strache. "Und außerdem wollen wir wissen, wie viele Anzeigen bisher erfolgt sind. Die Polizei hat mittlerweile laut unseren Informationen 360 Gigabyte Unterlagen bekommen und es wird in der Schweiz, Deutschland, England, Zypern bis Südamerika ermittelt. Und die Frage, die sich mir hier stellt, ist ja auch, warum warnt niemand die potentiellen Opfer?" Weiters müsse es rechtliche Maßnahmen gegen das Überhandnehmen der Telefonbelästigungen geben. Auch bedürfe es klarerer Regelungen der rechtlichen Situation bei Call-Centern und Telefongeschäften.

Zu klären sei weiters die Situation der Banken hinsichtlich von Abbuchungen ohne Auftrag. Dass eine Bank so etwas akzeptiere, sei sehr hinterfragbar. Sie zahle bei einer Rückforderung zwar das Geld zurück, aber das sei zu wenig. Es dürfe rechtlich nicht mehr möglich sein, dass Abbuchungen ohne Auftrag des Betroffenen vorgenommen würden, betonte Strache.

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