Kunsthalle lädt mit Basquiat und "Street and Studio" in den Großstadt-Sommer

Wien (OTS) - Keine Füße in den Sand stecken in der Hermannbar, kein Wohlfühlprogramm im Biergarten oder entlang des Donaukanals, dafür intensives Eintauchen in die Großstadt, kryptische gesprayte Zeichen hinterlassen, die Beton-Leinwand der Stadt für sich nutzen:
"Street and Studio. Von Basquiat bis Séripop", die seit heute laufende Sommerausstellung in der Kunsthalle Wien geht zu den Erholungsangeboten der Großstadt auf Distanz. Und mit ihr 31 Künstler der Street Art Szene. Basquiats ausgestelltes Selbstporträt von 1983 - schwarz, mit weißen, leeren Augen und angedeuteter Krone - kann als Signatur und Logo der bis 10. Oktober zu sehenden Schau durchgehen.

Mit "Street and Studio", so Kunsthallen-Direktor Gerald Matt und Kuratorin Catherine Hug, legt die Kunsthalle noch einmal Maß an den kreativen achtziger Jahren an. Nach der Großschau "1989", die das Epochen-Ende thematisierte, geht "Street and Studio" zu den frühen achtziger Jahren zurück. Der künstlerische Untergrund der Großstadt, vor allem aber das Zusammengehen von "Straße" und "Atelier" bzw. Studio sind die großen Themen, die sich in den ausgestellten Werken, viele davon klassische Malerei, widerspiegeln. Was heute bereits geläufig als "Cross over" bezeichnet wird, war damals noch Neuland. Stellvertretend dafür setzt die Schau auch beim früh verstorbenen "King of the street", Jean Michel Basquiat (1960-1988) an, dessen Potential schon bald von der damaligen New Yorker Kunstszene, allen voran: Andy Warhol, erkannt wurde.

Trotz Großstadtasphalt und Kaltschnäuzigkeit mimt "Street and Studio" die Straße nicht nach. Im zweiten Stock empfängt den Betrachter eine angenehm wirkende Weite, die in ihrer Aufgeräumtheit jede Menge Platz an Reflektion zulässt. Die achtziger Jahre sind genauso vorbei, wie die nächtliche Gefährlichkeit der Straße:
Nichtsdestoweniger spannt die Schau den Bogen bis in die Videokamera-Überwachungs-Gegenwart, in der die Straße trotzdem als Kunstraum genutzt wird. Diverse Videoarbeiten (Robin Rhode, Miz Justice, Shaun Gladwell, Brad Downey), Installationen (Séripop, Mark Jenkins), Fotos (Rita Vitorelli, Ari Marcopoulos) aber auch großformatige Leinwandmalerei (Rita Ackermann, Jenny Holzer & Lady Pink, Futura, Banksy) beweisen, dass zwischen der Öffentlichkeit der Großstadt und den Rückzugsorten der Künstler spätestens seit den 80er Jahren noch immer ein kreativer Austausch stattfindet. Aber eben nicht mehr nur in der Nacht.

Sehr empfehlenswert ist der zur Schau aufgelegte umfangreiche Katalog, der neben Künstlerporträts und entsprechenden Interviews vor allem drei wesentliche Beiträge von Thomas Mießgang - auch er Kurator der Schau -, Cathérine Hug und Dieter Buchhart beinhaltet, die nicht nur die Erinnerung an die 80er Jahre aufzupolieren helfen, sondern auch daran erinnern, dass dieses Jahrzehnt, wie schon betont, "zu den kreativsten zählt." (Matt).

Kunsthalle Wien (7., Museumsplatz 1, Museumsquartier), "Street and Studio. Von Basquiat bis Séripop", Laufzeit: 25. Juni bis 10. Oktober 2010, Öffnungszeiten: Montag-Sonntag 10.00 bis 19.00 Uhr, Donnerstag: bis 21.00 Uhr, Telefon: 521 89-33, www.kunsthallewien.at

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