Neues Volksblatt: "Opfer-Geld" (von Markus Ebert)

Ausgabe vom 24. Juni 2010

Linz (OTS) - Würde es das Problem der Gewalt und des sexuellen Missbrauchs in kirchlichen Einrichtungen oder durch kirchliche Mitarbeiter nicht geben, bräuchte es auch keine "Stiftung Opferschutz". Sie ist erneut ein klares Schuldbekenntnis durch die Bischofskonferenz, aber auch der bekundete Wille, Wiedergutmachung leisten zu wollen. Geld heilt keine Wunden, aber es kann Maßnahmen möglich machen, die den seelischen Schmerz lindern können. "Rasch, unbürokratisch, menschlich und angemessen" sollen die Zahlungen erfolgen, hat Kardinal Schönborn gestern betont. Aber er hat auch klar gestellt: Geld gibt es nur im Weg über die Opferschutzkommission. Wer das nicht akzeptiert, muss klagen. Das richtet sich an jene Plattform, die außergerichtlich bis zu 130.000 Euro für Opfer fordert. Mutmaßliche Opfer, muss man sagen, denn es geht naturgemäß fast ausschließlich um behauptete Misshandlungen. Der Weg zum Gericht muss den Opferstatus nicht bestätigen, die Geldforderung würde obsolet.
Dass es seit Jahresbeginn mehr als 900 Kontaktaufnahmen mit den kirchlichen Ombudsstellen gegeben hat zeigt jedenfalls, dass es offensichtlich ein gewisses Vertrauen in diese Einrichtungen gibt und dass es nicht allen nur ums Geld geht.

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