Chance Städtetourismus Präsentation der ARGE Städtetourismus im Tourismusausschuss

Wien (PK) - In seiner heutigen Sitzung befasste sich der Tourismusausschuss des Nationalrats im Rahmen einer aktuellen Aussprache mit einer Präsentation der ARGE Städtetourismus, die Chancen und Entwicklungstendenzen dieses wichtigen
Tourismuszweigs aufzeigte.

Markus Penz von der Wien-Tourismus und Dieter Hardt-Stremayr, Geschäftsführer der Graz-Tourismus, erläuterten eingangs die Entwicklung des Städtetourismus in den letzten Jahren. Dazu definierten sie als StädtetouristInnen diejenigen, die eine Städtereise unternehmen, bei der die Erkundung einer Stadt und ihrer Kultur, Unterhaltung, Architektur, Veranstaltungen, Gastronomie und Einkaufsmöglichkeiten im Vordergrund stehen.

Das touristische Segment Städtereise habe sich ungeachtet der
Krise sehr gut entwickelt, berichteten sie, nach einem Einbruch
zu Beginn des Jahres 2009 sei man in der zweiten Jahreshälfte
2009 wieder in die positiven Zahlen gekommen. Zugpferd des heimischen Städtetourismus sei nach wie vor Wien, danach folgten Salzburg, Innsbruck und Graz. Eisenstadt und St. Pölten bildeten die Schlusslichter in dieser Statistik, hielten die beiden Präsentatoren fest. Auf lange Sicht zeige sich, dass die Städte
in Europa wesentlich mehr Zuwächse bei den BesucherInnen auf sich verbuchen konnten als die jeweiligen Länder, was auch für Österreich gelte.

Tatsächlich stünden Städtereisen noch vor allgemeinen Ferienreisen auf Platz zwei der Beliebtheitsstatistik, nur Rundreisen erfreuten sich zuletzt noch größerer Beliebtheit. Dementsprechend verzeichneten die Städte auch das größte Nächtigungsplus innerhalb Österreichs, zeigten Penz und Hardt-Stremayr auf. Gegenwärtig machten die Städte 12 Prozent der Nächtigungen, aber 20 Prozent der Wertschöpfung aus, heißt es in der Studie.

Wenn auch insgesamt der Trend vermehrt zu Kurzurlauben gehe, die Zahl der Nächtigungen generell also weniger werde, so dürfe man nicht übersehen, dass auch die TagestouristInnen für die Städte von nicht zu unterschätzender Bedeutung seien. So habe Salzburg
per anno knapp 4 Millionen TagesbesucherInnen, die
durchschnittlich 35 Euro in Salzburg ließen. Dies ergebe eine beachtliche Wertschöpfung, so die beiden Experten, die darauf verwiesen, dass auch die Zahlen für 2010, soweit sie bislang vorliegen, Anlass zu Optimismus gäben.

Im Anschluss an die Präsentation stellten die Abgeordneten
konkrete Fragen an die Präsentatoren. So wollte Abgeordneter
Roman Haider (F) wissen, welchen Anteil der Kongresstourismus am Städtetourismus ausmacht und welche Auswirkungen das Kulturhauptstadtjahr auf Linz gehabt hat. Abgeordnete Ruperta Lichtenecker (G) erkundigte sich nach den Auslastungszahlen der Hotellerie, Abgeordneter Hubert Kuzdas (S) nach dem Cash Flow der Beherbergungsindustrie. Abgeordneter Gabriel Obernosterer (V)
hielt die Wertschöpfung durch den Städtetourismus für außerordentlich wichtig und thematisierte sodann das Verhältnis zwischen Städten und ländlichen Gebieten im Hinblick auf den Tourismus. Abgeordnete Gabriela Moser (G) ergänzte diese Betrachtung um das Verhältnis zwischen Städten und Umland.

Abgeordnete Heidrun Silhavy (S) wollte mehr über die Rundreisen
in Österreich wissen, Abgeordneter Josef Auer (S) begehrte Informationen über die Altersstruktur der Gäste. Abgeordnete Ursula Haubner (B) setzte sich mit dem Tagestourismus
auseinander, Abgeordneter Johann Hell (S) mit der Auslastung der Hotels und Abgeordnete Adelheid Irina Fürntrath-Moretti (V) ging auf die Gesamtentwicklung der Beherbergungsindustrie ein. Während Abgeordneter Franz Hörl (V) sich mit der Entwicklung des
Tourismus in Innsbruck und in Tirol befasste, wollte Abgeordneter Stefan Markowitz (B) wissen, wie die Politik den Tourismus unterstützen könnte.

In der Antwortrunde hielten die Experten fest, dass der Kongresstourismus 13 Prozent des Gesamtanteils des
Städtetourismus ausmacht. Linz habe fraglos vom Kulturhauptstadtjahr profitiert, meinten sie, denn es verfügte über den nennenswertesten Zuwachs an TouristInnen unter allen Landeshauptstädten. Insofern sei die Situation durchaus mit Graz 2003 vergleichbar.

Derzeit würde nach wie vor in weitere Kapazitäten in der Hotellerie investiert, doch geschehe das primär aus Investitionsgründen und weniger ob eines aktuell vorhandenen Bedarfs. Gleichzeitig entwickle man Konzepte, wie man das Umland verstärkt in die Strategie des Städtetourismus einbeziehen könne, sagten sie. So gebe es beispielsweise in Graz regelmäßig auch Ausflüge ins steirische Weinland. Zu den Gästen könne man festhalten, dass diese durchschnittlich knapp über 40, intellektuell und in der Regel Besserverdiener seien. Diesem
Profil müsse man auch Rechnung tragen.

Die Experten befassten sich sodann noch mit den Kategorisierungen
in der Hotellerie und hielten dabei fest, dass es für die Häuser heute schwieriger geworden sei, hinsichtlich ihres Standards die Zügel schleifen zu lassen, da vor allem die Bewertungen im
Internet für viele potentielle Gäste eine wichtigere Richtschnur seien als die Sterne, über welche ein Haus verfüge. Am besten schnitten derzeit die Vierstern-Häuser ab, während das Fünf- und das Dreisternsegment zuletzt Rückgänge zu verzeichnen hatten. Und während der Kongresstourismus stabil bleibe, verzeichneten Geschäftsreisen ein leichtes Minus. Die Experten votierten abschließend dafür, das urbane Angebot ausreichend im gesamtösterreichischen Auftritt zu berücksichtigen. Zudem müssten die Altstädte lebendig und lebenswert erhalten bleiben, denn
davon würde auch der Städtetourismus profitieren. (Fortsetzung Tourismusausschuss)

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