"KURIER"-Kommentar von Karin Leitner: "(Geld-)Scheinmoral"

Wieder zeigt sich, dass Blaue vor allem beim Abkassieren anständig waren.

Wien (OTS) - Es war einmal ein Mann, der trat an, um das Land zu befreien - von Pfründen, Proporz und Privilegien. Viele Bürger dankten es ihm - mit ihrer Wählerstimme. Schließlich gingen er und die Seinen mit gutem Beispiel voran: Einkommensobergrenzen ja, Politikerpensionen nein. Einfach ehrlich, einfach Jörg Haider. Zumindest nach außen hin. Denn nun stellt sich heraus, dass dem Anstandswauwau der Anstand fehlte.
Haider soll sich 1999 den - für ihn damals wahlstrategisch wichtigen - Rücktritt seines Spezis Walter Meischberger erkauft haben. Der wegen Anstiftung zur Steuerhinterziehung Verurteilte wollte nicht gehen, weil er damit auf die lukrative Polit-Rente verzichtet hätte. Und so wurde er mit einem hübschen Sümmchen entschädigt. Brüder im Geiste stehen halt auch in schlechten Zeiten zueinander. Die Öffentlichkeit musste davon ja nichts wissen. Der konnte man mit Meischbergers Akt der Bescheidenheit erneut beweisen, dass "wir Freiheitliche anständige Menschen" sind.
Da trifft es sich wunderbar, dass es nun Haider-Medaillen gibt. Die Bronze-Plakette trägt die Inschrift: "Für Verdienste um die politische Erneuerung."
Sofern sie Meischberger noch nicht hat, sollte sie ihm
verliehen werden.

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