Institute für bildgebende Diagnostik: Hauptverband droht mit vertragslosem Zustand ab 1. Juli 2010

Wien (OTS/PWK521) - Der Hauptverband der
Sozialversicherungsträger droht 120 Instituten, die Computer-tomographie- (CT) und Magnetresonanz-Untersuchungen (MR) anbieten, mit einem vertragslosen Zustand ab 1. Juli 2010. Dies, obwohl zwischen dem Fachverband für Gesundheitsbetriebe in der Wirtschaftskammer, der diese Institute vertritt, und dem Hauptverband der Sozialversicherungsträger erst im Februar dieses Jahres ein Einvernehmen hergestellt wurde. Die damals getroffene Vereinbarung ist auch bereits zu 90 Prozent umgesetzt.

Dennoch kann es jetzt passieren, dass ab Juli die Patienten ihre Magnetresonanz- und Computertomographieuntersuchungen unmittelbar in den Instituten selbst bezahlen müssen und nur 80 Prozent des letzten Tarifes von den Kassen zurückerstattet bekommen.
Für den Obmann des Fachverbandes, Julian Hadschieff, ist die Vorgangsweise des Hauptverbandes völlig unverständlich.

Im Herbst des vergangenen Jahres hatte der Hauptverband österreichweit die CT und MR Verträge gekündigt und vom Fachverband einen freiwilligen Konsolidierungsbeitrag zur Kassensanierung gefordert. Im Februar wurde zwischen Fachverband und Hauptverband eine entsprechende Vereinbarung abgeschlossen. Diese Grundsatzvereinbarung, zu der der Fachverband nach wie vor vollinhaltlich steht, muss nun mit den Gebietskrankenkassen und den Sonderversicherungsträgern umgesetzt werden.

In fast allen Bundesländern besteht dazu auch schon eine Einigung. Lediglich in Oberösterreich und in Vorarlberg sind die Gespräche noch nicht abgeschlossen. Dennoch droht der Hauptverband österreichweit mit einem vertragslosen Zustand, wenn auch nur mit einer Kasse bis Ende Juni keine unterschriebene Umsetzung vorliegt.

"Es ist unverständlich, dass mit langjährigen verlässlichen Vertragspartnern so umgegangen wird," kritisiert Obmann Julian Hadschieff. Dieses Vorgehen des Hauptverbandes stellt aus Sicht des Fachverbandes eine Machtdemonstration auf dem Rücken der Patienten dar.

Betroffen davon sind alle sozialversicherten Patientinnen und Patienten, die rund 700.000 Untersuchungen pro Jahr in den CT und MR Instituten in Anspruch nehmen. (ES)

Rückfragen & Kontakt:

Wirtschaftskammer Österreich, Fachverband der Gesundheitsbetriebe, Wiedner Hauptstraße 63, 1045 Wien
Dr. Kurt Kaufmann
Tel.: 05/90900-3471
Email: kurt.kaufmann@wko.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | PWK0008