Immobilienwirtschaft -Malloth: "Räume statt Träume, Grundbuch statt Sparbuch"

Immobilienpreisspiegel 2010 präsentiert: Wohnungseigentum in Österreich als "sicherer Hafen", besorgniserregende Entwicklungen bei Büro- und Geschäftsimmobilien

Wien (OTS/PWK520) - "Räume statt Träume" - so fasste Thomas Malloth, für weitere fünf Jahre gewählter Obmann des Fachverbandes der Immobilien- und Vermögenstreuhänder in der WKÖ, die Nachfrageentwicklung auf dem österreichischen Immobilienmarkt zusammen. Dieser signifikante Trend geht aus der heute, Mittwoch, präsentierten druckfrischen Ausgabe des Immobilienpreisspiegels 2010 hervor.

Immobilienmarkt abgesehen von gewerblich genutzten Objekten relativ stabil

"Der österreichische Immobilienmarkt hat in Zeiten der Wirtschaftskrise seine Stabilität unter Beweis gestellt", so Malloth. Vor allem im Wohnungs-, aber auch Grundstücksbereich haben viele Österreicher das "Räume statt Träume" oder auch "Grundbuch statt Sparbuch" beherzigt und in Immobilien investiert. Sowohl bei neuen als auch bei gebrauchten Eigentumswohnungen gab es - insbesondere in Salzburg und Wien - die größten Preisanstiege zu verzeichnen, die Wertsteigerung betrug zwischen 2,5 und 3,6%.

Gestiegen sind im Vorjahr in allen Bundesländern sowohl die Preise für Mietwohnungen als auch für Baugrundstücke. Als begehrt haben sich auch Einfamilienhäuser erwiesen, den stärksten Preiszuwachs gab es auch dort in Wien (mit 5,18%). "Etwas nachgelassen hat die vormals doch boomende Nachfrage nach Reihenhäusern", führte Malloth weiter aus.

Durchwachsener ist die Preisentwicklung bei Betriebsgrundstücken, geradezu dramatisch jedoch bei Büroimmobilien und Geschäftslokale:
Dort seien die Auswirkungen der weltweiten wirtschaftlichen Turbulenzen am deutlichsten zu spüren gewesen, führte Malloth aus. Mietverluste von bis zu 3 Prozent waren die erste, unmittelbar spürbare Folge. In diesen Sektoren haben sogar die in allen anderen Bereichen stark nachgefragten Bundesländer Salzburg und Wien im vergangenen Jahr eine sinkende Nachfrage zu verzeichnen gehabt.

Der "Wiener Zinshausbericht":

Stichwort Wien: Zur thematischen Abdeckung des Zinshausmarktes in der Bundeshauptstadt gibt es eine Zusammenarbeit des Fachverbandes Immobilientreuhänder mit Richard Buxbaum, Prokurist von "Otto Immobilien": Er präsentierte den ersten "Wiener Zinshausbericht". Die - vielmals noch aus der Gründerzeit stammenden - Zinshäuser, rund 15.500 an der Zahl, sind begehrte Investitions- und Anlageobjekte. Schon derzeit sei die Nachfrage nach Zinshäusern stark, dazu kommt, dass die Anzahl der Zinshäuser etwa durch Abbruch jährlich um rund 200 sinkt, was die Ausgangsbasis entsprechend verknappt. In Zukunft sei mit verstärkten Investitionen auch aus dem Ausland in diesen Bereich zu rechnen.

Frequenzanalyse: Innenstädte in der Krise

Bestandteil des Immobilienpreisspiegels ist auch diesmal wieder die Frequenzanalyse: Deren Ergebnisse bringt der Fachverbandsobmann so auf den Punkt: "Den Innenstädten ist es noch nie so schlecht gegangen." Das belegen folgende Zahlen: Österreichs Städte haben im Vorjahr im großen Maße an Frequenz verloren: Diese ist 2009 auf das Niveau von 2004 gesunken. Nur 44% der beobachteten Städte, wie etwa Krems (+7%), Salzburg (+6%) oder Innsbruck (+5%), konnten im Vergleich zu 2008 einen Frequenzanstieg aufweisen. "Die (Innen-)Stadt dient zunehmend als Bühne der Erlebnisgesellschaft, aber dort wird nicht - nicht mehr - einkaufen gegangen", so Malloth.

In Sachen Frequenz unverändert geblieben ist das Ranking der Top 3-Städte: An der Spitze der österreichischen Städte mit den besten Frequenzwerten liegt nach wie vor Wien mit Stephansplatz und Mariahilfer Straße. Allerdings ist die Frequenz in der Bundeshauptstadt 2009 gesunken und liegt nur knapp über dem Niveau von 2007. Auf Platz zwei liegt ... nein, nicht Salzburg, wie man vielleicht glauben könnte, sondern einmal mehr Linz: Dort ist die Frequenz im Jahresvergleich um 3,6 Prozent gestiegen. Rang drei belegt Graz.

Der Immobilienpreisspiegel 2010

Der Immobilienpreisspiegel wird 2010 bereits zum 22. Mal präsentiert. Er reflektiert nicht die erzielbaren Preise bezogen auf das Einzelobjekt, sondern den - basierend auf einer Mitgliederbefragung - statistisch errechneten Durchschnittspreis der im Jahr 2009 erzielten Immobilienpreise. Wie schon in den vergangenen Jahren wird er - in Kooperation mit Infrapool - Vereinigung für Stadt- und Standortmarketing - auch heuer wieder um Frequenzdaten und -trends für Geschäftslokale in 97 österreichischen Städten bereichert. Durch die Kombination aus dem Preisspiegel des Fachverbandes können Standortkosten (Preisspiegel) und Leistung (Frequenzzahlen) bewertet werden. Zusätzlich gibt es allerdings eine wesentliche Neuerung: erstmals wird im Immobilienpreisspiegel auch die Immobilienpreisanalyse Österreich vorgestellt. Darin werden alle erhobenen Daten auf Nutzungs-, Bundesländer- und auch auf Bezirksebene analysiert. Damit ist es dem Leser erstmals möglich, die durchschnittlichen Wachstumsraten in den Bundesländern zu analysieren und auf einen Blick Markttendenzen für die einzelnen Nutzungsarten zu erkennen.

Der Immobilienpreisspiegel 2010 ist zum Preis von 35 (für Mitglieder: 27) Euro zzgl. MwSt. und Versandkosten beim Fachverband der Immobilien- und Vermögenstreuhänder, Schlossgasse 13/2.3, 1050 Wien, erhältlich. Bestellungen über die Webseite www.wkimmo.at -> Publikationen, per E-Mail an office@wkimmo.at, telefonisch unter 01/522 25 92 oder per Fax 01/522 25 92/33. (JR)

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