Bester Produktionsstandort Österreichs - Wettbewerbssieger "Fabrik2010 - Österreichs beste Fabrik" gekürt

180 Tage haben die besten Produktionsstandorte Österreichs um den Titel Fabrik2010 gekämpft - gestern Abend in Linz wurde der Sieger ermittelt: die BMW Motoren GmbH in Steyr

Wien (OTS) - Mit der Präsentation der drei bestplatzierten Standorte vor einer hochkarätigen Jury endete der diesjährige Wettbewerb Fabrik2010. In einem dreistufigen Verfahren wurden österreichische Unternehmen bewertet und verglichen bis sich schlussendlich das BMW Motorenwerk in Steyr durchsetzte. Fraunhofer Austria-Geschäftsführer Prof. Wilfried Sihn gratulierte als Leiter der Jury und Mitinitiator des Wettbewerbs dem Team um Gerhard Wölfel, Geschäftsführer der BMW Motoren GmbH im Rahmen des Industriekongresses in Linz: "Es war ein Fotofinish zwischen BMW und dem Zweitplatzierten, dem Robert Bosch Werk in Hallein in Salzburg. Doch letztendlich überzeugte die Jury die Durchgängigkeit, wie am Standort Steyr Einsparpotentiale identifiziert und realisiert wurden, wie in den letzten fünf Jahren unter Einbezug aller Bereiche des Werks und aller Mitarbeiter die Produktivität um über 40 % gesteigert werden konnte. Das ist eine Erfolgsgeschichte, wie wir sie für unsere heimischen Standorte brauchen und auch eine aktive Sicherung von Arbeitsplätzen am Hochlohnstandort Österreich". BMW-Chef Gerhard Wölfel unterstrich dies: "Unsere Vision ist in Steyr das weltbeste Motorenwerk zu werden - das sind wir Dank unserer Mitarbeiter schon in vielen Bereichen. Der Titel Fabrik2010 ist eine Bestätigung, dass wir auf dem richtigen Weg sind und ein Ansporn für die gesamte Belegschaft.

Große Palette an teilnehmenden Unternehmen

Diese Einschätzung teilte auch das Expertenteam der Fraunhofer Austria, das im Mai und Juni 12 TOP-Unternehmen in ganz Österreich bei Vorort-Besuchen evaluiert und verglichen hatte. "Nach 18.000 zurückgelegten Kilometern und 360 Stunden Untersuchung und Inter-views bei den Vorfinalisten des Wettbewerbs Fabrik2010 haben wir exzellente Lösungen gesehen." so Daniel Palm, Leiter des Geschäftsbereichs Produktions- und Logistikmanagement der Fraunhofer Austria. Dessen Team war für die Entwicklung des Bewertungsmodells, die Herstellung der Vergleichbarkeit der unterschiedlichen Teilnehmern und der Expertenevaluierung zuständig. "Von der Papierfabrik Mondi bis zum Kranspezialisten Palfinger, vom chemisch-metallurgischen Unternehmen Treibacher bis zum Villacher Chiphersteller Infineon, der in der Gesamtwertung den dritten Platz einnahm, hatten wir eine extreme Bandbreite an Branchen, Technologien, Unternehmenstypen und Fertigungsarten."

Schwierige Auswahl der Besten

"Eine faire Vergleichbarkeit herzustellen war nicht immer ganz einfach. Aber eine klare Strategie, konsequente und ganzheitliche Anwendung von Lean Management Methoden und die Implementierung eines durchgängigen Produktionssystems waren die gemeinsamen Erfolgsfaktoren der Besten", so Produktionsexperte Palm. Projektleiter Christian Tischler von Fraunhofer ergänzte:
"Beeindruckend war oft das Engagement an den Standorten und die Verbundenheit mit den Unternehmen. Mit viel Kreativität und Kooperationsbereitschaft der Sozialpartner wurden Auftragseinbrüche bewältigt, freie Ressourcen genutzt um Prozesse zu verbessern und Mitarbeiter zu qualifizieren und mit Lean Production Methoden Verschwendung abgebaut. Manche haben die Krise genutzt, um einen Quantensprung in der Weiterentwicklung des Unternehmens zu machen. Wenn plötzlich nach Kundenauftrag und nicht mehr auf Lager produziert wird, dann erfordert das ein Umdenken bei allen Mitarbeitern im Unternehmen und stellt alle Abläufe auf den Prüfstand. Aber die Potentiale etwa zur Einsparung von Fertigwarenbeständen sind enorm. Der Standort produziert eben dann genau das, was der Kunde will und nicht mehr was er vermutlich brauchen könnte."

Sonderpreis Energieeffizienz

Der diesjährige Sonderpreis für energieeffiziente Lösungen am Standort ging an die Senoplast Klepsch GmbH in Piesendorf, die sich mit herausragendem Engagement im Umweltbereich, eigenem Biomasseheizwerk und vielen Projekten und Lösungen zur Energieeinsparung seit fast 30 Jahren zum ökologischen Vorzeigebetrieb entwickelte. Es bot sich der Expertenjury ein bemerkenswertes Gesamtbild, was sie überzeugte, dem Salzburger Kunststoffhersteller den Sonderpreis Energieeffizienz zu verleihen.

Teilnehmer haben profitiert

Nicht nur Senoplast und die drei Finalisten haben vom Wettbewerb Fabrik 2010 profitiert, sondern alle Teilnehmer. "Das Vergleichen mit den Besten Österreichs, der Benchmark auch mit Branchenfremden, die intensiven Diskussionen mit den Experten vor Ort und bei der Abschlussveranstaltung in Linz schätzten alle teilnehmenden Unternehmen" so Chefredakteur Florian Zangerl vom Industriemagazin der gemeinsam mit Fraunhofer den Wettbewerb ausgeschrieben hatte. "Viele haben bereits untereinander Benchmarkbesuche vereinbart oder stehen mit Fraunhofer in Kontakt, wie man das Feedback der Experten in Handlungsmaßnahmen überführen kann. Wir hoffen auf eine rege Beteiligung beim Wettbewerb Fabrik2011."

Fabrik2010 - der Wettbewerb:

28 Unternehmen beteiligten sich am Wettbewerb des besten Standortes Österreichs, der in diesem Jahr zum ersten Mal durchgeführt wurde. Die Teilnehmer wurden ganzheitlich entlang der gesamten internen Wertschöpfungskette evaluiert. Untersucht wurden Logistik, Produktion und administrative Bereiche hinsichtlich Effizienz- und Produktivitäts-Kriterien. Die Kernfrage war, mit welchen Maßnahmen eine leistungsfähige und effiziente Wertschöpfung am Standort verfolgt und damit auch aktive Standortsicherung betrieben.

Der Wettbewerb bestand aus einer Selbstbewertung mit Fragebogen und über 150 Fragen, einer eintägigen Vor-Ort-Evaluierung der Vorfinalisten und einer Jury-Präsentation der drei Finalisten.

Die 12 Vorfinalisten waren:

  • BMW Motoren GmbH, Steyr
  • GM Powertrain Austria GmbH, Wien
  • Hella Fahrzeugteile Austria GmbH, Großpetersdorf
  • Henkel Central Eastern Europe GmbH, Wien
  • Infineon Technologies Austria AG, Villach
  • Mahle Filtersysteme Austria GmbH, St. Michael
  • Mondi Neusiedler GmbH, Ulmerfeld-Hausmening
  • Palfinger AG, Lengau
  • Robert Bosch AG, Hallein
  • Senoplast Klepsch & Co GmbH, Piesendorf
  • Treibacher Industrie AG, Althofen
  • Zumtobel Lighting GmbH, Dornbirn

Sieger des Wettbewerbs und Fabrik2010: BMW Motoren GmbH, Steyr
Platz 2: Robert Bosch AG, Hallein
Platz 3: Infineon Technologies Austria AG, Villach

Sonderpreis Energieeffizienz: Senoplast Klepsch & Co GmbH, Piesendorf

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Dipl.-Ing. Daniel Palm
Tel. +43 676 888 616 02
email: daniel.palm@fraunhofer.at

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