ARBÖ und VKI: Ein Drittel scheiterte am Werkstätten-Test

Autofahrerinnen und Autofahrer haben nun bessere Karten, um Reparaturkosten zu mindern

Wien (OTS) - Ein Drittel der Werkstätten konnte den versteckten Fehler nicht entdecken und scheiterte am Werkstätten-Test, den der Verein für Konsumenteninformation (VKI) im Auftrag des ARBÖ und des Bundesministeriums für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz durchgeführt hat. "Die gebotene Leistungen sind von höchst unterschiedlicher Qualität, selbst in den sogenannten Markenwerkstätten. Die verrechneten Reparaturkosten schwankten zwischen Gratishilfe und 81 Euro", brachten ARBÖ-Geschäftsführer Leo Musil und VKI-Geschäftsführer Ing. Franz Floss die Kernergebnisse des Werkstätten-Tests am Mittwoch in einer Pressekonferenz auf den Punkt. Seit 1. Juni 2010 haben die Autofahrerinnen und Autofahrer aber bessere Karten in der Hand, die Autoreparaturkosten zu senken.

Trotz EU-Osterweiterung sind die Reparaturkosten in Österreich in den letzten zehn Jahren ständig gestiegen. Allein die Kfz-Mechanikerstunde verteuerte sich laut Statistik Austria seit 2000 jedes Jahr um stolze vier Prozent. "Gerade in Krisenzeiten trifft das die Konsumenten besonders empfindlich, die aus Kostengründen dazu gezwungen sind, mit ihren älteren Fahrzeugen länger zu fahren", betonte Musil. Höchste Zeit, dass die EU seit 1. Juni 2010 die Position der Konsumenten entscheidend gestärkt hat. Denn nun können Autofahrerinnen und Autofahrer Service und Reparaturen auch bei unabhängigen Werkstätten durchführen lassen, ohne deswegen die vom Kfz-Hersteller gegebenen Garantien und die Gewährleistung zu verlieren. "In Österreich können nun 4,3 Millionen Besitzer von Pkw zwischen 1.900 markengebundenen und 2.000 unabhängigen Werkstätten auswählen. Es liegt an ihnen, die neuen Chancen zu nützen", so Musil.

Alltägliche Wartungsleistungen - wie z.B. Ölwechsel oder Service -müssen nicht mehr in der Markenstätte vorgenommen werden, sondern können - oft wesentlich günstiger - von einer unabhängigen Werkstatt erledigt werden, ohne Gewährleistungsansprüche oder Garantien zu verlieren. Für Reparaturen können die Werkstätten auf preiswertere Ersatzteile zurückgreifen. "Preise genau vergleichen und hart verhandeln heißt die Devise für alle Konsumenten. Im Wissen, dass Kunden abwandern könnten, wird es die eine oder andere Markenwerkstätte in Zukunft ebenfalls billiger geben", appelliert der ARBÖ-Geschäftsführer.

15 zufällig ausgewählte Werkstätten in Wien und Umgebung wurden herausgefordert

Zurück zum Werkstätten-Test: 15 zufällig ausgewählte Werkstätten in Wien und Umgebung wurden herausgefordert. Bei den Autos wurde die Sicherung des Antiblockiersystems manipuliert. Ein Fehler, der üblicherweise in 20 Minuten behoben werden kann. Ing. Floss: "Doch ein Drittel der Marken-Werkstätten gaben bei der Fehlersuche auf. Zur Ehrenrettung hat keine Einzige davon auch nur einen Cent verrechnet. Bei den anderen Werkstätten dauerte die Reparatur zwischen 20 und 50 Minuten. Die verrechneten Kosten schwankten zwischen Gratishilfe und 81 Euro. "Eine gute Werkstatt zu finden, darf nicht zu einem Glücksspiel werden. Es kostet Zeit und je länger die Fehlersuche dauert, immer mehr Geld", so der VKI-Geschäftsführer.

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