Wurm zu gemeinsamer Obsorge: Schlechte Erfahrungen mit Automatismus bei häuslicher Gewalt

Wien (OTS/SK) - "Gewaltschutzexpertinnen und -experten warnen,
dass die Erfahrungen in Deutschland mit der automatischen gemeinsamen Obsorge im Falle häuslicher Gewalt sehr schlecht sind. Deutsche Väter erhalten nach der Scheidung die gemeinsame Obsorge sogar, wenn es zu Gewalt gekommen ist. Die Beweislast, dass es von Gewalt betroffen war, liegt dann beim Kind. Das kann nicht in unserem Sinne sein. Es sind sich doch alle einig, dass das Wohl des Kindes im Vordergrund stehen muss", stellte SPÖ-Frauensprecherin Gisela Wurm zur laufenden Debatte um eine automatische gemeinsame Obsorge fest. ****

Bevor es zu einer Erteilung von Obsorge- und Besuchsrechten komme, müsse das Kindeswohl geprüft werden, wenn es Hinweise auf häusliche Gewalt gebe. Hier sei ein Automatismus sehr kontraproduktiv. Dies sei ein Aspekt, der auch von Justizministerin Bandion-Ortner in der aktuellen Diskussion berücksichtigt werden müsse, forderte Wurm. Die Möglichkeit der gemeinsamen Obsorge sei absolut zu befürworten, allerdings gebe es einen Grund, dass sich nur die Hälfte der Paare dafür entscheidet.

"Wenn Eltern nicht die gemeinsame Verantwortung wollen, aus welchen Gründen auch immer, kann es nicht zielführend sein, dass dies vom Staat verordnet wird. Und eine Entwicklung wie in Deutschland, dass immer mehr Kinder und Jugendliche zu Kontakten zum Vater gedrängt werden, selbst wenn er Gewalt ausgeübt hat, ist klar abzulehnen", so Wurm. (Schluss) sv/mp

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