"KURIER"-Kommentar von Nicholas Bukovec: "Unfreiwillige Stützen"

Der Staat muss ohne "Zivis" funktionieren - spätestens, wenn es ein Berufsheer gibt.

Wien (OTS) - Man kann davon ausgehen, dass Innenministerium und Hilfsorganisationen ihren Streit ums Geld für Zivildiener (siehe Seite 3) beilegen werden. Warum? Weil es derzeit keine Alternative zu jenem System gibt, das sich in den vergangenen Jahrzehnten gut eingespielt hat: Der Staat gibt jungen Männern, die nicht zum Heer wollen, die Chance, etwas anderes zu tun; Hilfsorganisationen wie das Rote Kreuz oder die Caritas freuen sich über die billigen Arbeitskräfte; davon wiederum profitiert der Staat, der weniger für Soziales ausgeben muss.
Die Regierung ist auch deshalb unter Druck, eine Lösung mit den Hilfsorganisationen zu finden, weil sie all jene jungen Männer beschäftigen muss, die den Wehrdienst verweigern. Dieses "Problem" hat sie, so lange die allgemeine Wehrpflicht gilt.
Die wird es aber auch in Österreich nicht ewig geben. Der Trend geht in Richtung Berufsheer. Deshalb ist es wichtig, dass der Staat nicht von seinen Zivildienern abhängig ist. Die Regierung muss Wege finden, jungen Männern (und Frauen!) soziale Berufe mehr als bisher schmackhaft zu machen. Eine Möglichkeit wäre, das "freiwillige soziale Jahre" endlich auf eine solide gesetzliche Basis zu stellen.

Rückfragen & Kontakt:

KURIER, Innenpolitik
Tel.: (01) 52 100/2649
innenpolitik@kurier.at
www.kurier.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | PKU0002