Jede/r zweite ArbeitnehmerIn arbeitet ohne Krankenstand durch

AKNÖ-Haneder: Weniger Kranke - Seit 1980er Jahren wird eine Woche länger gearbeitet

Wien (OTS) - "Die österreichischen ArbeitnehmerInnen arbeiten fleißiger denn je", stellte AKNÖ-Präsident Hermann Haneder anlässlich des jüngst erschienenen WIFO-Krankenstandsreports fest. Seit den 1980er Jahren sanken die Fehlzeiten von 17,4 auf 11,1 Tage im Jahr 2008. Bedenklich ist allerdings die explosionsartige Zunahme von psychischen Erkrankungen wegen Erschöpfungs- und Angstzuständen am Arbeitsplatz. Haneder: "Hier muss etwas getan werden. Ein Krankenstand wegen psychischer Gründe dauert so lange wie ein Krankenstand wegen Magenkrebs."

Die Niederösterreichische Arbeiterkammer stellt mit Befriedigung fest, dass durch den aktuellen Fehlzeitenreport, so die offizielle Bezeichnung, auch das Märchen vom "Blauen Montag" entzaubert worden ist. "Da an Freitag-Nachmittagen und Samstagen kaum geöffnete Ordinationen zu finden sind, erfolgen Krankmeldungen erst an Montagen", heißt es in der Studie. Verteilt man die Krankmeldungen der Montage auf das Wochenende, dann ist der Montagsbuckel bei den Krankmeldungen weg.

Haneder: Augenmerk auf ältere ArbeitnehmerInnen lenken Der Krankenstandsreport belegt klar, dass es außerhalb des öffentlichen Dienstes einen massiven Ausleseprozess von ArbeitnehmerInnen gibt, die etwas höhere Krankenstände aufweisen. "Leider wissen wir aus der Beratung, dass Kündigungen während eines Krankenstandes sehr oft vorkommen. Sogar bevorstehende Operationstermine oder gar bewilligte Kuraufenthalte führen oft zum Verlust des Arbeitsplatzes", untermauert der AKNÖ-Präsident die Studienergebnisse. Ältere ArbeitnehmerInnen gehen viel seltener als jüngere in den Krankenstand, doch dauert die Genesung im Falle einer Erkrankung länger. Die Fehlzeiten haben sich jedenfalls in den vergangenen 20 Jahren stark reduziert, obwohl es viel mehr ältere und weniger junge ArbeitnehmerInnen gibt. "Kuraufenthalte zur Gesundheitserhaltung dürfen kein Privileg von ArbeitnehmerInnen mit sehr sicheren Arbeitsplätzen sein. Der betrieblichen Gesundheitserhaltung sollte viel mehr Augenmerk geschenkt werden", ergänzt AKNÖ-Gesundheitsexperte Dr. Bernhard Rupp. "Insbesondere der Bereich der psychischen Belastungen bereitet große Probleme. In Europa setzen lediglich 26% der Unternehmen ernstzunehmende Anti-Stress-Verfahren zum Schutz der ArbeitnehmerInnen ein", verweist Bernhard Rupp auf die aktuelle ESENER-Studie der Europäischen Agentur für Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz. Zur dringend notwendigen Verbesserung der aktuellen Beratungs- und Betreuungsstrukturen zur Unterstützung der psychischen Gesundheit der ArbeitnehmerInnen fordert daher die AKNÖ auch den umfassenden verpflichtenden Einsatz von Arbeits- und OrganisationspsychologInnen in Unternehmen.

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