ÖAMTC: Das sind die ideenreichen Extragebühren der Fluglinien

Ob Buchung, Check-In oder Verpflegung - kaum etwas ist gratis

Wien (OTS) - In schweren Zeiten präsentiert sich so manche Fluglinie erfinderisch: Was finanziell durch Wirtschaftskrise, hohe Ölpreise oder Aschewolke verloren geht, muss anderorts wieder hereingeholt werden. "Gerne führen die Fluglinien zu diesem Zweck kreative Extrakosten ein, die ihnen als zusätzliche Einnahmequelle dienen", weiß ÖAMTC-Touristikerin Silvie Bergant. Von Gepäckgebühren über Verpflegungskosten bis hin zu "Schönwettergebühren" - eine Erhebung der ÖAMTC-Touristik zeigt auf, mit welchen Zusatzkosten man beim Kauf eines Flugtickets rechnen muss.

Hoch im Trend liegen bei Billigairlines Extragebühren für das Gepäck. So müssen Reisende etwa bei Germanwings, easyJet oder Ryanair für jedes Gepäckstück extra bezahlen. "Der eigentliche Clou daran:
Wird der Koffer bereits bei Flugbuchung vorangemeldet, zahlt man nur die Hälfte von dem, was es kosten würde, wenn man den Koffer erst beim Check-In am Flughafen anmeldet", erklärt die ÖAMTC-Expertin. Pro Gepäckstück und Strecke verlangt Germanwings hierfür 20 Euro (bei Voranmeldung 8 Euro), easyJet nimmt 22 Euro (bei Voranmeldung 11 Euro) und Ryanair verrechnet 35 Euro (bei Voranmeldung 15 Euro). Nochmals teurer wird es in den High-Season-Monaten Juli und August:
Da setzt Ryanair die Koffergebühr um weitere fünf Euro hinauf.

Für Zusatzeinnahmen nutzen einige Fluglinien auch die zugelassene Freigepäckmenge. "Üblich ist sowohl bei Linien- als auch bei Billigairlines eine Gewichtsgrenze von 20 Kilo. Darauf sollte man sich aber besser nicht verlassen", rät ÖAMTC-Touristikerin Silvie Bergant. So liegt beispielsweise bei Ryanair und InterSky die Freigepäckgrenze bei maximal 15 Kilogramm. Extra-Kilos werden extra abgerechnet. Dabei sind Linienairlines mit bis zu 100 Euro (je nach Flugzone) per Kilogramm empfindlich teurer als Billigairlines. "Auch die gängige Annahme, dass sich bei Reisen zu zweit die Freigrenze für erlaubtes Gepäck verdoppelt, führt für viele Reisende zu zusätzliche Kosten", warnt die ÖAMTC-Expertin.

Guter Service kostet Geld

Bei vielen Fluglinien zeigt sich außerdem eine Tendenz zur sogenannten "service charge". "Diese wird im Regelfall schon bei der Flugbuchung aufgeschlagen und ist je nach Buchungsart unterschiedlich hoch", weiß die ÖAMTC-Touristikerin. Während die Servicegebühr bei der Internetbuchung meist zwischen fünf und 15 Euro pro Strecke liegt, fallen bei telefonischer Buchung oder Buchung über ein Service-Center zwischen 20 und 25 Euro pro Person und Flug an. "Besonders einfallsreich in Sachen Sondergebühren zeigt sich Ryanair", so ÖAMTC-Expertin Bergant. "Bei dieser Airline kann man grundsätzlich nur mehr online einchecken und selbst dafür zahlt man noch fünf Euro." Will man beim Einstieg in das Flugzeug bevorzugt behandelt werden, kostet das ebenfalls extra.

Und auch die kostenlose Verpflegung an Bord gehört bei den meisten Billigairlines der Vergangenheit an: Bei Ryanair, Germanwings, InterSky oder easyJet sind Getränke und Snacks nur gegen Bares erhältlich.

Musterschreiben für Gebührenrückerstattung im Falle eines Stornos

Gerade günstige Flugtickets werden häufig lange im Voraus gebucht. Dadurch steigt die Möglichkeit, dass etwas Unvorhergesehenes ein Storno notwendig macht. "Die reinen Flugkosten werden üblicherweise nicht rückerstattet", erklärt die ÖAMTC-Touristikerin. "Steuern und Gebühren aber fallen nur an, wenn der Passagier auch tatsächlich mitfliegt und können deshalb von der Fluggesellschaft zurückgefordert werden." Helfen soll dabei ein neues Musterschreiben der ÖAMTC-Touristik für die Erstattung von Steuern und Gebühren bei Flugstorno. Gemeinsam mit vielen weiteren Infos zum Thema Flugreisen steht das Formular unter www.oeamtc.at/reise/fliegen zum Download bereit.

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