Kein voreiliges Nein zum Hausbesorgergesetz

FCG vida Wien: Generelle Ablehnung des Entwurfs für ein Hausbesorgergesetz durch die Wiener ÖVP ist wenig dienlich

Wien (OTS) - "Die Politik soll lösungsorientiert arbeiten und
nicht von vornherein eine ablehnende Haltung einnehmen und Gesprächsverweigerung betreiben", kritisiert Andreas Gollner, Vorsitzender der FCG vida Wien, die Festlegung der Wiener ÖVP.

Der Gesetzesentwurf zu einem neuen Hausbesorgergesetz berge keine Privilegien für Arbeitnehmer, sondern versuche lediglich, die besonderen Erfordernisse einer objektbezogenen Hausreinigung zu definieren", so Gollner.

Gesetzliche Regelung ist nötig

"Wenn in zahlreichen Aussendungen zu diesem Thema zu lesen ist, dass es keiner eigenen gesetzlichen Regelung bedarf, um Hausbesorger einzustellen, muss dem ganz klar widersprochen werden - außer die Wohnungswirtschaft glaubt, dass sie sich nicht an geltende Arbeitszeit- und Arbeitszeitruhegesetze halten muss", so Gollner.

Es sei für einen Hausbesorger mit Sicherheit nicht erstrebenswert, sieben Tage die Woche arbeiten zu müssen und keine Feiertage konsumieren zu können, wenn ihm der Arbeitgeber die winterliche Gehsteig-Betreuung überantwortet.

Gollner: "Eine solche Aufgabe wird man seriöserweise nur dann ordentlich erledigen können, wenn der Hausbesorger vor Ort wohnt. Der Gesetzesentwurf sieht auch keine verpflichtende und freie Dienstwohnung mehr vor, es wären lediglich die ersten 35 m2 der Miete frei."

Fehler aus alten Zeiten verhindern

"Wenn immer darüber gesprochen wird, dass alte Hausbesorger so viel verdienen, dann sollte man die Frage stellen, wer ihnen diese Verträge gegeben hat. Bei Neuanstellungen können all diese Fehler der Vergangenheit sehr leicht verhindert werden, wenn man nicht einzelne Arbeitnehmer übervorteilt", erklärt Gollner.

Seit Abschaffung des Hausbesorgergesetzes im Juli 2000 seien bereits über 50 Prozent aller Hausbesorger-Dienstverhältnisse in Österreich verloren gegangen und bei weitem nicht durch andere Beschäftigte ersetzt worden. "Eine Wiedereinführung der Hausbesorger kann bei ordentlicher Handhabung sehr wohl auch Beschäftigungseffekte haben."

Hausbesorger kommen nicht teurer

Der Vorwurf, die Betriebskosten würden um 40 Prozent steigen, ist für Gollner nicht nachvollziehbar: "Wenn man gleiche Tätigkeiten von gewerblichen Reinigungsfirmen und Hausbesorgern gegenüberstellt, wären auch Reinigungsfirmen nicht günstiger." In zahlreichen Vergleichsrechnungen wurden die Kosten des Modells "Hausbesorger alt" jenen von Hausbesorgern nach dem Mindestlohntarif für Hausbetreuer gegenübergestellt. Bei fast allen habe sich ein geringerer Lohn als für den "Hausbesorger alt" ergeben.

"Wenn man etwas Neues entwickeln will, darf man nicht in alte Denkweisen verfallen", hält Gollner fest: "Die FCG vida Wien fordert daher alle politisch Verantwortlichen auf, sich nicht vor Beginn einer Diskussion derselben zu versperren, sondern an konstruktiven Verhandlungen zu einem neuen Hausbesorgergesetz teilzunehmen, welches für Wohnungseigentümer, Mieter und Beschäftigte etwas bringt."

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