vida: Kritik an Gesetzesentwurf berechtigt, aber ÖVP Wien soll Volkswillen nicht negieren

Modernes Berufsbild bedeutet Definition von objektbezogenen Tätigkeiten

Wien (OTS/ÖGB) - "Auch wir sehen einige Dinge im Gesetzesentwurf für ein neues HausbesorgerInnengesetz kritisch, jedoch stellen wir mit Bedauern fest, dass sich die ÖVP Wien erneut generell gegen die Einführung des neuen Gesetzes ausspricht und damit den Wunsch einer großen Mehrheit der WienerInnen negiert", so die vida-Bundesfachgruppensekretärin Ursula Woditschka.++++

Offensichtlich wurde das neue Gesetz von der ÖVP nicht genau studiert, denn Besserstellungen sind im Gesetzesentwurf überhaupt kein Thema. Es wurde bereits eine weitgehende Gleichstellung mit anderen ArbeitnehmerInnen erreicht. "Das einzige sogenannte 'Privileg' von HausbesorgerInnen liegt darin, dass sich die HauseigentümerInnen aus der Haftungsfrage der winterlichen Gehsteigbetreuung entziehen können", so Woditschka.

Kritisch sind aus Sicht der Gewerkschaft jedoch noch Punkte, die etwa die Urlaubsregelung betreffen: Grundsätzlich sei die weitgehende Gleichstellung von HausbesorgerInnen mit anderen ArbeitnehmerInnen ja wünschenswert. Jedoch sei es schon jetzt gängige Praxis, dass manche HausbesorgerInnen gezwungen sind, sieben Tage die Woche ihre Dienstpflichten zu erfüllen. "Der Winterdienst und die Betreuungsintensität modernerer und höher ausgestatteter Wohnhausanlagen (z.B. mit Sauna und Schwimmbad) bringen es mit sich, dass einzelne HausbesorgerInnen eine Sieben-Tage-Woche leisten müssen. Dadurch sind in diesen speziellen Fällen auch Ausnahmen in der Urlaubsregelung notwendig", fordert Woditschka.

"Ein Gesetz kann niemals ein Berufsbild sein, das darf nicht verwechselt werden", stellt die Gewerkschafterin klar und konkretisiert: "Die einzelnen Tätigkeiten wie auch Erläuterungen und Beispiele sind bereits jetzt detailliert im Mindestlohntarif aufgelistet, dieser Katalog kann unbegrenzt und je nach Bedarf erweitert werden." Durch diese Auflistung, die etwa die Häufigkeit einer Tätigkeit festlegt, und die damit einhergehende objektbezogene Abrechnung und Vereinbarung zwischen ArbeitnehmerIn und ArbeitgeberIn, konnten die Kosten bereits wesentlich gesenkt werden. Das "moderne Berufsbild" von HausbesorgerInnen solle bedeuten, dass die Tätigkeiten nicht fix vorgeschrieben sind, sondern auf die jeweilige Wohnhausanlage bezogen definiert und vereinbart werden.

Bei der Wiener Volksbefragung haben sich eine 84 Prozent der Befragten für die Wiedereinführung von HausbesorgerInnen ausgesprochen. Die WienerInnen wünschen sich also mit überwältigender Mehrheit eine Direktbetreuung vor Ort. "Wer eine Hausbesorgerin oder einen Hausbesorger hat, kann auch eine bessere Qualität erwarten. Wer das will, wird es sich auch leisten. Uns ist es immer um die Wahlfreiheit der MieterInnen und WohnungseigentümerInnen gegangen", erklärt Woditschka.

Woran es aus Sicht der Gewerkschaft vida noch zu arbeiten gilt, ist die Ausbildung von HausbesorgerInnen. Es müsse ein Ausbildungsmodell etwa für Langzeitarbeitslose oder ältere ArbeitnehmerInnen geschaffen werden - als Vorbild könne hier Salzburg dienen, wo es bereits ein derartiges Ausbildungsmodell für den zweiten Bildungsweg gibt.

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