Bundesarbeitskammer: Ganztagsschulen ausbauen, Lehre verbessern 8

AK will eine Ganztagsschule pro Bezirk als ersten Schritt - und dringende Verbesserungen in der Lehrausbildung

Wien (OTS) - Eine Schule mit mehr Chancen bis zum Ende der Schulpflicht - und dann Verbesserungen in der weiteren Ausbildung:
Das fordert die Hauptversammlung der Bundesarbeitskammer in mehreren Anträgen. Die Mitglieder der Hauptversammlung wollen den zügigen flächendeckenden Ausbau der Ganztagsschulen, in einem ersten Schritt soll es in jedem politischen Bezirk mindestens eine Ganztagsschule geben. In der Lehrlingsausbildung fordern sie vor allem eine stärkere Verankerung der Qualität der betrieblichen Ausbildung und Verbesserungen für Lehrlinge - von kürzerer Probezeit über eine höhere Entschädigung für unerlaubte Überstunden bis hin zur verpflichtenden Anrechnung der Abschlüsse von berufsbildenden Schulen auf die Lehrabschlussprüfung.

+ Der Bedarf an Ganztagsschulen ist österreichweit dreimal so hoch wie das aktuelle Angebot. Die Hauptversammlung der Bundesarbeitskammer fordert den Bund auf, finanzielle Mittel für den flächendeckenden Ausbau von Ganztagsschulen zur Verfügung zu stellen. In einem ersten Schritt will die Bundarbeitskammer eine Ganztagsschule pro politischem Bezirk. Mit den Ganztagsschulen soll dicht gedrängter Unterricht in aneinan-dergereihten Schulstunden durch Unterricht, Freizeit und Üben über den ganzen Tag abgelöst werden. Das bringt mehr Chancengleichheit.

+ In der betrieblichen Lehrausbildung sollen vor allem Qualität und die Festlegung von Qualitätsstandards eine größere Rolle spielen. Für die Überwachung der Qualität der betrieblichen Lehrlingsförderung soll eine neue unabhängige Stelle sorgen.

+ Für die Lehrlinge soll die Probezeit verkürzt und die Zeit der Beschäftigung nach der Ausbildung verlängert werden. Außerdem sollen die Lehrlinge für die Lehrabschlussprüfung bezahlte Vorbereitungszeit bekommen, und in der Berufsschule muss mehr Zeit für Allgemeinbildung zur Verfügung stehen.

+ Die Hauptversammlung fordert auch einen höheren Ausgleich für Überstunden von Jugendlichen unter 18 Jahren. Die Entlohnung bei von Jugendlichen unter 18 Jahren geleisteten Überstunden wird auf der Basis der Lehrlingsentschädigung berechnet - und ist damit billiger als die Entlohnung von erlaubterweise geleisteten Überstunden von Ju-gendlichen über 18 Jahren.

+ AbsolventInnen berufsbildender Schulen bekommen beim Berufseinstieg von den Betrieben oft Lehrverträge statt Arbeitsverträge angeboten, obwohl sie bereits facheinschlägig qualifiziert sind - die Folge ist weniger Entgelt für die Betroffenen und Kostenersparnis für die Betriebe. Der Abschluss einer berufsbildenden Schule muss von den Betrieben als Fachqualifikation anerkannt werden, der Abschluss von Lehrverträgen soll nicht mehr zulässig sein, wenn jemand eine facheinschlägige Schule absolviert hat. Umgekehrt sollen LehrabsolventInnen gleichen Zugang zu Aufbaulehrgängen oder Kollegs haben wie derzeit FachschulabsolventInnen.

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