Bundesarbeitskammer Hauptversammlung: Arbeitsmarkt- und Gesundheitspaket für Ältere rasch schnüren 5

Altersarbeitslosigkeit verhindern / Mehr Gesundheitsförderung um ältere Arbeitnehmer im Beruf zu halten

Wien (OTS) - Seit mehreren Monaten ist die Arbeitslosigkeit in der Gruppe der über 50-Jährigen ArbeitnehmerInnen deutlich über dem ohnehin schon erheblichen durchschnittlichen Anstieg der Arbeitslosigkeit gewachsen. Ältere Arbeitsuchende haben nach wie vor ein deutlich überdurchschnittliches Risiko, langzeitarbeitslos zu werden, und Ältere werden bei Neueinstellungen von den Betrieben diskriminiert. Das Arbeitsmarktservice muss daher erhebliche Fördermittel einsetzen, um seine Ziele bei der Arbeitsaufnahme von älteren Arbeit Suchenden überhaupt erreichen zu können. Die Hauptversammlung der Bundesarbeitskammer betrachtet es - einstimmig mit den Stimmen von FSG, ÖAAB, FA und AUGE - als notwendig, Altersarbeitslosigkeit möglichst zu vermeiden. Außerdem muss in der Arbeitsmarktpolitik rechtzeitig auf die durch die laufende Diskussion um eine Veränderung der Langzeitversichertenregelung, der Schwerarbeitspension sowie bei der Invaliditäts- und Berufsunfähigkeitspension zu erwartenden geänderten Rahmenbedingungen für die Position älterer ArbeitnehmerInnen reagiert werden. Um ältere Arbeitnehmer länger im Beruf zu halten, braucht es außerdem rasch mehr Gesundheitsförderung, mehr Prävention, Rehabilitation und berufliche Wiedereingliederung.

Deshalb fordert die Hauptversammlung der Bundesarbeitskammer ein Arbeitsmarkt- und Gesundheitsförderungspaket für ältere ArbeitnehmerInnen:

+ Effektive Maßnahmen zur Sicherung der Beschäftigung älterer ArbeitnehmerInnen wie etwa der Kurzarbeit oder der Altersteilzeit müssen aufrechterhalten bleiben. Bei der Altersteilzeit muss das Antrittsalter von 53 (Frauen) bzw 58 (Männer) im Dauerrecht abgesichert werden. Die Differenzierung beim Altersteilzeitgeld zwischen den sogenannten Blockmodellen und Modellen mit kontinuierlicher Arbeitszeitverringerung soll zurückgenommen werden.

+ Qualitativ hochstehende Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen für Arbeit Suchende ab dem vierzigsten Lebensjahr müssen weiter ausgebaut werden.

+ Die im Regierungsübereinkommen getroffene Festlegung zum Aufbau eines flächendeckenden Netzes niedrigschwelliger Beratungs- und Betreuungseinrichtungen für gesundheitlich beeinträchtigte ArbeitnehmerInnen (Projekt Fit2work) muss rasch umgesetzt werden.

+ Durch einen Rechtsanspruch auf medizinische und berufliche Rehabilitiation soll der Grundsatz Rehabilitation vor Pension ins Zentrum des Invaliditätsverfahrens rücken.

+ Maßnahmen beruflicher Rehabilitation für gesundheitlich stark beeinträchtigte Beschäftigte und Arbeit suchende ArbeitnehmerInnen müssen flächendeckend ermöglicht werden. Die Pensionsversicherung muss sich bei der beruflichen Rehabilitation von Arbeit Suchenden entsprechend beteiligen.

+ Die Frage der Arbeitsfähigkeit von Arbeit Suchenden muss zwischen Pensionsversicherung und AMS verbindlich geklärt werden. Damit nicht unzählige Arbeitnehmer mehrfach den Kreislauf AMS-PVA-Sozialgericht durchlaufen müssen, muss die gemeinsame Begutachtung (Gesundheitsstraße) flächendeckend umgesetzt werden.

+ Ein umfassendes österreichisches Präventionskonzept muss die Präventionsziele festlegen, die Zuständigkeiten der Rehabilitationsträger und Behörden regeln und für eine ausreichende finanzielle Ausstattung sorgen.

+ Die Betriebe müssen in Sachen Prävention und Gesundheitsförderung kostenlos beraten werden.

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