Spitalsärzte 2: Durchschnittsverdienst ist weit entfernt von Topgehältern

Mit 21,40 Euro pro Stunde liegen Wiener Spitalsärzte deutlich unter den Gehältern von Managern oder Geschäftsführern

Wien (OTS) - Interessante Daten hat die Studie auch hinsichtlich des Durchschnittsverdienstes von Spitalsärzten in Wien ergeben. Laut Kollektivvertragsschema beträgt demnach der Durchschnittsverdienst eines angestellten Arztes in Wien exakt 21,40 Euro pro Stunde. Damit liegen Spitalsärzte deutlich unter dem Schnitt von leitenden Managern, Geschäftsführern oder leitenden Beamten im öffentlichen Dienst, wie die Statistik Austria ermittelt hat. ****

In der Regel beträgt der Erstverdienst eines angestellten Arztes inklusive Zulagen in etwa 2500 Euro brutto pro Monat. "Damit inkludiert ist aber oft eine 72-Stunden-Woche", betont der stellvertretende Obmann der Kurie angestellte Ärzte und Primarärztereferent der Ärztekammer für Wien, Robert Hawliczek.

Hinsichtlich der Gehaltsfrage weist Hawliczek auch darauf hin, dass Spitalsärzte nicht nur deutlich mehr als der Durchschnitt der unselbstständig Erwerbstätigen in Österreich arbeiten, sie fangen auch später in ihrem Berufsleben an: Oft ist die Facharztausbildung erst mit 35 Jahren abgeschlossen. "Angestellte Ärztinnen und Ärzte verdienen gut, aber sicher nicht zu viel und schon gar nicht entsprechend ihren Qualifikationen", betont Hawliczek.

Die Spitalsärzte wollen dabei weder Klage führen noch Ungerechtigkeiten anklagen: "Wir möchten nur festhalten, dass Führungskräfte in den meisten Branchen wesentlich mehr Gehalt beziehen als Fachärzte im angestellten Status und mit Dienstzulage", ergänzt Szekeres.

Tatsache sei, dass Fachärzte in der Regel eine zwölfjährige Ausbildung hinter sich haben, während der Ausbildung schlecht bezahlt wurden und oft lange Wartezeiten in Kauf nehmen mussten und so zu den "Späteinsteigern" zählen: "In diesem Alter haben viele Menschen bereits Familie und Eigentumswohnung sowie mit der Vermögensbildung begonnen", meint Szekeres.

Wien wird zukünftig mehr Spitalsärzte brauchen

Die Kurie verfolgt in Wien ein klares Ziel: "Mehr Grundgehalt für angestellte Fachärzte, weniger bürokratische Tätigkeiten und insgesamt eine Reduktion der Arbeitszeit, sodass mehr Zeit für Forschung und Weiterbildung bleibt." Dazu müssten nicht nur mehr Ärztinnen und Ärzte für die Zukunft ausgebildet werden und organisatorische Umschichtungen im Gesundheitswesen stattfinden, sondern auch neue Schnittstellen zwischen niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten und dem Spitalsbereich geschaffen werden.

"Das führt mittelfristig auch zu Qualitätsverbesserungen und Kostenminimierungen ohne merkbare Einschnitte", betonen Szekeres und Hawliczek, die insbesondere auf die "Notwendigkeit von verstärkten Vorsorgemaßnahmen, gerade bei Jugendlichen, und die Zurverfügungstellung von Pflegebetten und Pflegeressourcen" verweisen. "Die Altenbetreuung wird angesichts der demografischen Entwicklung eine der großen Herausforderungen der Zukunft sein", so Szekeres, der sich zudem neue Karrieremodelle sowie neue Berufsbilder, sowohl bei Fachärzten als auch im qualifizierten Pflege- und Betreuungsbereich, wünscht. Hier müssten die Ressourcen noch besser verteilt werden, so der Vizepräsident. (hpp)

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