Heuras: Bund hat Thayatalbahn heruntergewirtschaftet

Revitalisierungskosten sind den NÖ Steuerzahlern nicht zuzumuten

St. Pölten (OTS/NÖI) - Nach der Grundsatzvereinbarung mit Bund und ÖBB vom 14. Jänner 2010 wird das Land NÖ bekanntlich bis Jahresende die ÖBB-Schmalspurbahnen und einige ÖBB-Nebenbahnen übernehmen. VP-Verkehrslandesrat Mag. Johann Heuras erinnert daran, dass bereits vor der Unterzeichnung dieser Vereinbarung "rund zwei Drittel dieser ÖBB-Strecken durch Bund und ÖBB eingestellt worden waren". Auf der Thayatalbahn wird gerade noch auf einem rund zehn Kilometer langen Stück zwischen Schwarzenau und Waidhofen/Thaya gefahren. "Das ist kein umfassendes Mobilitätsangebot, wie wir es uns vorstellen", so Heuras. Daher werde auf ein vernünftiges Angebot durch Busse umgestellt, sowie dem Wunsch der Region nachgekommen und ein grenzübergreifender Radrundweg geschaffen. Eine spätere Revitalisierung dieser Bahn sei weiter möglich, betont Heuras, allerdings aufgrund der hohen Kosten von rund 28 Millionen Euro den NÖ Steuerzahlern "einfach nicht zuzumuten". Harte Kritik äußerte der Verkehrslandesrat auch an der SP-NÖ und "Pro Bahn".

"Die Thayatalbahn ist in einem derart schlechtem Zustand, dass eine Sanierung bereits heute einen kompletten Neubau bedeuten würde", erklärt Heuras weiter. Die jetzt auf dem Tisch liegende Lösung sei nicht nur viel kostengünstiger, sondern werde auch von der Region voll mitgetragen. Denn so stehe es auch in der Resolution des Vereins Zukunftsraum Thayaland, einem Zusammenschluss aller Gemeinden des Bezirkes Waidhofen/T., die am 31. Mai dieses Jahres beschlossen wurde. Unter anderem heißt es dort:

1. Gemeinsame Planung und Errichtung eines grenzüberschreitenden Rundweges (Radweges, Anm.) zur touristischen Nutzung auf den stillgelegten Bahnstrecken Waidhofen/T. - Slavonice und Göpfritz -Raabs/T.
2. Erhaltung der Bahntrasse und damit die Sicherung der langfristigen Option.
3. Realisierung einer Busverbindung Waidhofen/T. - Telc.

In dieselbe Richtung geht auch ein Positionspapier, welches seitens des Landes NÖ gemeinsam mit den Bürgermeistern der tschechischen Seite vergangenen Freitag aufgesetzt wurde:

1. Revitalisierung ... bleibt das erklärte Ziel der betroffenen Regionen...
2. Kurzfristig wird eine Busverbindung von Waidhofen/T. nach Telc eingerichtet und damit erstmals eine Einbindung in das Netz der Waldviertellinie ... ermöglicht...

Verärgert zeigt sich der Verkehrslandesrat über die jüngsten Statements von SP-NÖ und Grünen: "Jahrelang hat man dann, wenn der Bund und die ÖBB Nebenbahnen in Niederösterreich zugesperrt haben keinen Mucks gehört. Jetzt plötzlich melden sie sich scheinheilig zu Wort. Hier wird nur versucht politisches Kleingeld zu wechseln." Dies geschehe trotz besseren Wissens, dass eine Erhaltung der Thayatalbahn sowieso keine Verbesserung im öffentlichen Verkehr in der Region brächte. Dies treffe ebenso auf "Pro Bahn" zu, die "um jeden Preis eine Bahn - ausschließlich um der Bahn Willen - erhalten will, auch wenn es keinerlei Rückhalt in der Bevölkerung dafür gibt, kein optimales Mobilitätsangebot darstellt und Unmengen an Steuergeld verschlingen würde", so Heuras. Haibach & Co wenden sich gegen die Pendler, weil sie defacto gegen Verbesserungen im öffentlichen Verkehr eintreten. Schon bei der Diskussion im Mostviertel (Ybbstalbahn) sei "Pro Bahn" als SP-Partei-Initiative entlarvt worden. "Herr Haibach ist zwar immer pro SPÖ aber contra Pendler. Wie die SP-NÖ will er die Niederösterreicher doppelt zur Kassa bitten -einmal die Pendler und einmal die Steuerzahler. Diese SP-NÖ Festspiele wird es mit uns aber nicht geben", hält der Verkehrslandesrat an seiner Linie fest.

Auch beim Thema Grenzlückenschluss agiere die SPÖ-NÖ und "Pro Bahn" weiter verantwortungslos und zeigen einmal mehr ihr wahres Gesicht. Denn es sei das Land NÖ gewesen, das sich jahrzehntelang um diesen Lückenschluss bemüht habe. Schließlich haben der Bund und der damals zuständige SP-Verkehrsminister im Jahr 2007 die bereits weit gediehenen Verhandlungen abgebrochen. "Daher haben wir unser Mobilitätskonzept für das Waldviertel umgesetzt, seit Dezember fährt die Waldviertellinie", so Heuras. Aus Landesmitteln sei der Lückenschluss jedenfalls "unzumutbar für die Steuerzahler". Dies umso mehr, als alle im In- und Ausland, die den grenzüberschreitenden Ausbau dieser Strecke fordern, keinen finanziellen Beitrag dazu leisten können oder wollen. "Wenn die SPÖ hier einen Schuldigen sucht, gibt es einen eindeutigen 'schwarzen Peter', bzw. eigentlich einen 'Roten Werner' zu vergeben", so Heuras.

Das Land NÖ werde sich jedenfalls weiter darum bemühen, die Mobilität der Bevölkerung, nicht nur im Waldviertel, zu erhöhen, wie der Verkehrslandesrat festhält. "Weiters werden wir auch in Zukunft die beste Lösung in Abstimmung mit den Regionen suchen um diesen nach der Übernahme der ÖBB-Nebenbahnen durch das Land neue Chancen zu ermöglichen", erklärt Heuras. Dass das auch einen sorgsamen und nachhaltigen Umgang mit Steuergeldern der Niederösterreicherinnen und Niederösterreicher beinhalte "steht außer Frage".

Rückfragen & Kontakt:

Tel.: 02742/9020 DW 141
www.vpnoe.at

Volkspartei Niederösterreich
Öffentlichkeitsarbeit

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NNV0001