Moderates Wachstum von Einlagen und Krediten

Unkonsolidierte Geschäftsentwicklung der österreichischen Banken im ersten Quartal 2010

Wien (OTS) - Die privaten Haushalte reduzierten im Vergleich zum Ultimo 2009 ihre Einlagen bei Banken um 1,04 Mrd EUR. Dies war der erste Rückgang in einem Quartal seit sechs Jahren. Das moderate Einlagenwachstum in Summe (0,1%) war auf Unternehmen zurückzuführen. Die Spareinlagen gingen geringfügig zurück, blieben jedoch die bedeutendste Sparform. Durch stärkeres Ansteigen der Direktkredite erhöhte sich das Verhältnis Einlagen zu Krediten (Loan-Deposit-Ratio) im Kundengeschäft auf 108,7%. Die unkonsolidierte Bilanzsumme der österreichischen Kreditinstitute ging im Vergleich zum Ultimo 2009 mit 0,5% leicht zurück. Die größten Veränderungen wurden im Interbankengeschäft sowohl im In- als auch im Ausland beobachtet.

Die Gesamteinlagen bei allen in Österreich meldepflichtigen Kreditinstituten nahmen gegenüber dem Jahresende 2009 nur um 0,29 Mrd EUR zu. Der Einlagenstand von 279,41 Mrd EUR verteilte sich zu 56,8% auf Spareinlagen (158,80 Mrd EUR), zu 31,0% auf Sichteinlagen (86,49 Mrd EUR) und zu 12,2% auf Termineinlagen (34,12 Mrd EUR). Das Termineinlagenvolumen nahm um 0,82 Mrd EUR zu, im Gegensatz dazu gingen die Sicht- und Spareinlagenstände um 0,33 Mrd EUR bzw. 0,19 Mrd EUR zurück.

Bei sektoraler Betrachtung ist erkennbar, dass Unternehmen in allen drei Einlagenkategorien Zuwächse (von rund 1,60 Mrd EUR) aufzuweisen hatten und somit auch für den leichten Gesamtanstieg hauptverantwortlich waren. Umgekehrt waren bei den Nichtbanken-Finanzintermediären (Sicht- und Termineinlagen: rund -0,75 Mrd EUR) und den privaten Haushalten in allen drei Einlagenkategorien Rückgänge in Summe von rund 1,04 Mrd EUR zu beobachten. Ende März 2010 betrug der Einlagenstand der privaten Haushalte 200,53 Mrd EUR. Anteilsmäßig folgten die Unternehmen mit 48,94 Mrd EUR dahinter. Während letztere ihr Geld traditionell bevorzugt in Sicht- und Termineinlagen (26,67 Mrd EUR bzw. 17,42 Mrd EUR) veranlagten, setzten die privaten Haushalte großteils auf Spareinlagen (151,30 Mrd EUR). Der Anteil der Direktbanken an allen Sichteinlagen stieg um 1,3 Prozentpunkte auf einen Anteil von 10,4%.

Der Stand der Direktkredite stieg im 1. Quartal 2010 um 0,5% und bezifferte sich Ende März 2010 auf 303,69 Mrd EUR. Euro-Ausleihungen betrugen 249,10 Mrd EUR und Fremdwährungsausleihungen beliefen sich auf 54,59 Mrd EUR. Deutlicher stiegen die verbrieften Kredite und Schuldverschreibungen an inländische Nichtbanken: Sie wiesen im Berichtsquartal einen Anstieg von 1,62 Mrd EUR (bzw. 6,4%) auf und bezifferten sich in Summe auf ein Volumen von 27,16 Mrd EUR. Zurückzuführen ist diese Veränderung im Wesentlichen auf den Anstieg der Schuldtitel öffentlicher Stellen (0,85 Mrd EUR) und der Meldeposition Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere (0,79 Mrd EUR).

Die unkonsolidierte Bilanzsumme der in Österreich meldepflichtigen Kreditinstitute belief sich Ende März 2010 auf 1.028,28 Mrd EUR -daraus ergibt sich ein leichter Rückgang von 5,68 Mrd EUR für das 1. Quartal 2010. Die größten Veränderungen betrafen das Interbankengeschäft: Auf der Aktivseite fielen die Forderungen an inländische Kreditinstitute (17,18 Mrd EUR), während die Forderungen an ausländische Kreditinstitute stiegen (9,70 Mrd EUR). Passivseitig standen -16,36 Mrd EUR im inländischen Interbankeneinlagengeschäft u.a. einem Einlagenzuwachs ausländischer Kreditinstitute von 6,25 Mrd EUR gegenüber.

Die nach den Bestimmungen von Basel II errechneten unkonsolidierten anrechenbaren Eigenmittel betrugen Ende März 2010 94,47 Mrd EUR, was einer Erhöhung im 1. Quartal von 1,20 Mrd EUR bzw. 1,3% entsprach. Mit 73,67 Mrd EUR entfielen rund 79% der Eigenmittel auf das Kernkapital. Die unkonsolidierte Eigenmittelausstattung in Prozent der Bemessungsgrundlage (solvency ratio) betrug 18,7% (unveränderte Relation im Vergleich zum Ultimo 2009). Die unkonsolidierte Kernkapitalquote stieg gegenüber Dezember 2009 um
+0,1 Prozentpunkte auf 14,0%.

Weitere detaillierte Daten für Österreich finden Sie unter www.oenb.at im Bereich "Statistik und Melderservice/Statistische Daten", für den Euroraum unter www.ecb.int.

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