Kadenbach: Bessere Lebensmittelkennzeichnung endlich fix

Verbraucher bekommt mit "Nährwertkästchen" klar ersichtliche Nährwertangaben

Wien (OTS/SK) - "Wir sind nach der heutigen Abstimmung im Europaparlament am besten Weg, eine bessere Lebensmittelkennzeichnung in ganz Europa durchzusetzen - ein wichtiger Fortschritt für den mündigen Verbraucher", freut sich SPÖ-EU-Abgeordnete Karin Kadenbach, die im Ausschuss für Lebensmittelsicherheit an der Umsetzung mitgearbeitet hat. Die Verordnung sieht für die Kennzeichnung von Lebensmitteln eine Reihe neuer Pflichtangaben vor. Dazu gehören unter anderem die Ausweitung der Allergenkennzeichnung auf nicht fertig abgepackte Lebensmittel sowie eine umfassende Nährwertdeklaration. Ausnahmen von der Pflichtkennzeichnung sind für alkoholische Getränke (Wein, Bier und Spirituosen) vorgesehen. ****

"Die Information über die Nährwerte müssen im Hauptblickfeld der Verpackung ausgeschildert werden", erläutert Kadenbach. Die vorgeschriebenen Angaben zum Energiegehalt des Lebensmittels und zu den Nährstoffen Salz, Zucker, Fette werden auf der Packungsvorderseite angegeben. Darüber hinaus gehende Angaben können an anderer Stelle der Verpackung erfolgen, sind jedoch in jedem Fall in Form eines "Nährwertkästchens" in Tabellenformat zu machen. Kadenbach: "Alle Angabe müssen auf 100 g/100 ml und - bei Portionsverpackungen - auf eine realistische Portion beziehen und als prozentualer Anteil an der empfohlenen Tagesmenge für den jeweiligen Nährstoff ausgedrückt werden."

Die wesentlichen Ergebnisse der heutigen Abstimmung sind:

* Das Ursprungland oder der Herkunftsort für Fleisch, Geflügel, Molkereiprodukte, frisches Obst und Gemüse müssen angegeben werden. Bei Fleisch und Geflügel darf als Ursprungsland oder Herkunftsort der Tiere nur dann ein einziger Ort angegeben werden, wenn die Tiere in demselben Land oder an demselben Ort geboren, gehalten und geschlachtet wurden. In anderen Fällen ist jeder dieser Geburts-, Haltungs- und Schlachtorte anzugeben.

* Für alle anderen Lebensmittel muss das Ursprungland oder der Herkunftsort angegeben werden, falls ohne diese Angabe ein nicht unerheblicher Irrtum des Verbrauchers über das eigentliche Ursprungsland oder den eigentliche Herkunftsort des Lebensmittels möglich wäre.

* Alkoholika wurden von der verpflichtenden Kennzeichnung ausgenommen. Bei Bier, Wein & Co. wird es somit nicht, wie von der sozialdemokratischen Fraktion gefordert, eine verpflichtende Kennzeichnung zu Zucker- und Kaloriengehalt geben.

* Die reine Ampelkennzeichnung wurde nicht angenommen.

* Verpflichtend ist aber die Darstellung der empfohlenen Tagesdosis für alle Lebensmittel. Auf der Vorderseite der Packung gibt es eine verpflichtende Kennzeichnung von Energie, Salz, Zucker, Fette. Auf der Rückseite der Verpackung finden sich Kalorien und acht Nährstoffe (Energie, Fett, gesättigte Fettsäuren, Zucker, Salz, Proteine, Kohlenhydrate, Ballaststoffe, künstliche und natürliche Transfettsäuren). Die Angaben sind pro 100 g/100 ml Portion zu machen.

* Bestimmungen für nationale Vorschriften wurden abgelehnt.

* Angenommen wurden auch die Vorschriften zur Kennzeichnung von Klebefleisch.

* Abgelehnt wurde die Kennzeichnung wie das Tier gezüchtet wurde.

* Die Mitgliedstaaten haben leider nicht die Möglichkeit, zusätzliche freiwillige Regelungen zur Darstellung der Informationen über den Nährwertgehalt zu fordern.

* Angenommen wurde auch die Kennzeichnung von Fleisch von Tieren, die nicht beim Schlachten betäubt wurden.

(Schluss) rb/mp

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