Heinisch-Hosek: Bin skeptisch, Eltern gemeinsame Obsorge zu verordnen

Im Streit könne eine automatische Obsorge doch nicht die Lösung sein

Wien (OTS) - "Ich bin sehr skeptisch, die gemeinsame Obsorge geschiedenen Eltern staatlich aufzuzwingen", sagte Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek in Reaktion auf die heute präsentierten Pläne von Justizministerin Claudia Bandion-Ortner. Bei jenen Eltern, die das bei der Scheidung miteinander vereinbaren, funktioniere es gut. Das es immer mehr freiwillige gemeinsame Obsorgen gebe sei sehr erfreulich. "Ich kann mir aber nicht vorstellen, dass jenen Eltern, die sich bis aufs Blut streiten, mit Zwang verordnet wird, dass sie sich gemeinsam ums Kind kümmern müssen. Wo nur Streit vorherrscht, kann doch eine verpflichtende gemeinsame Obsorge nicht gut fürs Kind und damit keine Lösung sein. Hier braucht es jedenfalls eine Abkühlphase", so Heinisch-Hosek weiter.

Die Ministerin machte deutlich, dass es im Familienrecht bei Obsorge, Besuchsrecht und Unterhaltsfragen Verbesserungsbedarf gebe. Darüber soll nächste Woche bei einer parlamentarischen Enquete ein Diskussionsprozess starten.

Für Heinisch-Hosek sei klar, dass generelle Lösungen, die die Politik verordne, gerade in diesem Bereich sehr sorgsam abzuwägen seien. Denn jede Scheidung sei mit viel Schmerz und Leid für alle Beteiligten verbunden und jede Trennung sei schwierig. "Am schwersten haben es meistens die Kinder und deren Wohl muss im Mittelpunkt stehen, wenn wir über Verbesserungen im Familienrecht reden", so die Ministerin weiter. Aus ihrer Sicht werde in der Debatte zu viel über die Väter und deren Rechte geredet. Die Kinder würden zu wenig im Mittelpunkt stehen und es sei auch kaum beleuchtet, wie schwer es Frauen nach Scheidungen haben.

Die Ministerin sagte zum Besuchsrecht: "Ja, es gibt die Väter, die ihre Kinder nicht sehen dürfen und nur für sie zahlen. Und ja, es gibt wahrscheinlich noch mehr Väter, die ihre Kinder nicht abholen, wenn es vereinbart ist". Daher könne sich sich beim Besuchsrecht eine verpflichtende Mediation für die Eltern vorstellen.

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