Meinl Bank: "Mit Jahresergebnis 2009 auf stabilen Beinen"

Wien (OTS) -

  • Trotz Wirtschaftskrise und außergewöhnlicher Herausforderungen respektables Ergebnis für die Bank
  • Hohe Eigenkapitalquote - gut aufgestellt für die Zukunft
  • Heimisches Geschäft erschwert durch außergewöhnliche Belastungen

Im Jahr 2009 betrug das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit der Meinl Bank EUR 3,5 Mio. nach EUR 209 Mio. im Jahr 2008. Die Eigenmittel des Einzelinstituts - konsolidiert nach Bankwesengesetz zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2009 - beliefen sich auf EUR 103 Mio. und sind mit 16% doppelt so hoch wie die gesetzlich vorgeschriebene Eigenmittelunterlegung von 8%. Die Bilanzsumme beträgt EUR 524 Mio. (2008: EUR 965 Mio.).

Beim Meinl Bank Konzern belief sich das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit im Jahr 2009 auf EUR - 35,5 Mio. 2008 betrug es EUR 139 Mio. Auch im Konzern liegen die Eigenmittel mit EUR 110 Mio. weiterhin rund 100% über der vorgeschriebenen Quote. Die Bilanzsumme belief sich auf EUR 500 Mio. (2008: EUR 820 Mio.). Zum Jahresende 2009 hatte die Meinl Bank Gruppe 302 Mitarbeiter.

Meinl Bank Vorstand Peter Weinzierl: "Das Ergebnis der Bank spiegelt das operative Geschäft unseres Instituts innerhalb der Bedingungen der Wirtschaftskrise wider. Das Ergebnis des Meinl Bank Konzerns -rund 30 teils voll konsolidierte Beteiligungsunternehmen -wurde sehr stark durch die öffentlichkeitswirksame, vorverurteilende Vorgangsweise eines Staatsanwalts in Zusammenhang mit der MEL-Diskussion beeinträchtigt. Dies reicht von einer unrechtmäßigen Verhängung der U-Haft gegen Julius Meinl im April 2009, einer absurd - unangemessenen Kaution von EUR 100 Mio. bis zur Bestellung eines befangenen Sachverständigen. Die Schäden und Kosten, die durch diese unrechtmäßige Vorgangsweise für ein mittelständisches Unternehmen und seine Mitarbeiter verursacht wurden, übersteigen schon jene Summe, die Privatanleger in Folge der gesunkenen MEL Kurse bei den Zivilgerichten als Entschädigung für sich beanspruchen."

Schwierige Rahmenbedingungen

Das Jahr 2009 war geprägt von der internationalen Finanz- und Wirtschaftskrise. Die Herausforderung für die Meinl Bank bestand neben den schwierigen ökonomischen Rahmenbedingungen hauptsächlich im juristischen und öffentlichen Diskurs der Leistungen, die die Bank in der Vergangenheit für die Immobiliengesellschaft MEL (heute Atrium European Real Estate) erbracht hatte. Die Bank hatte sich dabei immer im Rahmen des geltenden Rechts bewegt und inzwischen wird die Rechtsansicht der Meinl Bank in wesentlichen Punkten auch von sechs österreichischen Institutionen geteilt. Aus diesen Gründen gerät die Vorgehensweise der Behörden auch bezüglich der unterstellten strafrechtlichen Aspekte dieser Causa vermehrt in Kritik. Die rechtskräftige Abberufung des befangenen Gerichtsachverständigen durch das Oberlandesgericht Wien Anfang September 2009 machte erneut die fehlende Legitimität der Aktionen des ermittelnden Staatsanwalts deutlich.

Peter Weinzierl: "Die Bank konnte trotz internationaler Wirtschaftskrise und außergewöhnlicher Belastungen ein respektables Ergebnis erzielen. Dies zeigt ganz deutlich, dass wir selbst bei schärfstem Gegenwind, der uns vor allem im Heimmarkt Österreich entgegenweht, wirtschaftlich erfolgreich sind. Während viele große Banken in Österreich nur durch Milliarden an Steuergeldern gerettet werden konnten, erschweren uns heimische Behörden das Leben, dennoch stehen wir eigenständig auf stabilen Beinen. Durch die sehr hohe Eigenkapitalquote konnte die Bank die Finanz- und Wirtschaftskrise daher gut meistern und ist auch für die Zukunft gut aufgestellt."

Im Zusammenhang mit MEL waren zum Jahresende 2009 rund 1300 Zivilklagen gegen die Meinl Bank anhängig (derzeit sind es rund 2000). Der Großteil dieser Klagen wurde von Privatanlegern eingebracht, die nicht von der Meinl Bank selbst beraten wurden, sondern für die die Bank lediglich als Depotbank fungierte. Die Bank vertritt hier die Ansicht, die falsche Adressatin für diese Klagen zu sein und ist zuversichtlich, dass dies letztendlich auch von den Gerichten so gesehen wird. Das Klagevolumen beläuft sich per Jahresende 2009 auf insgesamt rund EUR 37 Mio. Es wurden von Seiten der Bank ausreichend Rückstellungen zur Abdeckung der Klagrisiken gebildet. (Die aktuellen Rückstellungen der Bank in diesem Zusammenhang betragen rund EUR 60 Mio.)

Debt Capital Markets

Die Tätigkeitsbereiche von Debt Capital Markets umfassen Handels-und Exportfinanzierung, Handel mit illiquiden Schulden, Treuhandgeschäfte und Akquisitionen, sowie Strukturierungen von M&A Transaktionen. Der geografische Schwerpunkt liegt in Zentral- und Osteuropa, in den vergangenen Jahren wurden diese Tätigkeiten auch auf einige Märkte Afrikas, Südamerikas und Asiens ausgeweitet.

Im Bereich Handels- und Exportfinanzierung unterhält die Bank intensive Beziehungen zu Exporteuren von Industrie- und Investitionsgütern in verschiedenen aufstrebenden Märkten. In diesem Zusammenhang arbeiten die Experten der Bank eng mit den Exporteuren zusammen, identifizieren Verkaufsmöglichkeiten, suchen und finden geeignete Exportfinanzierungsstrukturen und finanzieren Zahlungsziele. Wegen der großen Transaktionsvolumina verkauft die Bank üblicherweise den größten Teil der daraus resultierenden Finanzierungsinstrumente an internationale Handelsbanken weiter, so werden ausstehende Kreditforderungen in der Bilanz der Bank vermieden.

Im Bereich Handel mit illiquiden Schulden ist die Bank seit Jahren führender Marktteilnehmer. Hier arbeitet das Institut entweder mit dem Gläubiger oder Schuldner zusammen und findet Lösungen für überfällige Schulden. Die Bank hat ihr diesbezügliches Geschäft auf einige Länder Afrikas und Südamerikas ausgeweitet.

Bei Treuhandgeschäften nutzt die Bank ihre starke Bilanz um Kunden in den Märkten Zentral- und Osteuropas in diesem Bereich zu unterstützen. Die Gewährung von gesicherten kurzfristigen und mittelfristigen Darlehen auf gedeckter Basis sind Bestandteile dieses Bereichs.

Equity Banking

Im Zuge der Restrukturierung der Unternehmensaktivitäten im Jahr 2009 wurde das Equity Banking neu belebt. Die Aktivitäten umfassen hier sowohl Unternehmens-Evaluierungen für Beteiligungen durch die Bank selbst, als auch mögliche Beteiligungen durch Unternehmen, die die Meinl Bank mit der Identifizierung und Analyse solcher Investitionsmöglichkeiten betrauen.

Generell evaluiert die Meinl Bank potentielle Beteiligungen weltweit. Der regionale Fokus potentieller neuer Beteiligungen liegt auf Osteuropa, wo die Meinl Bank eine hohe regionale Expertise besitzt und zudem für die Zukunft wieder ein erhebliches Wachstumspotential gesehen wird.

Asset Management

Zielsetzung dieses Bereichs für 2009 war, Investoren in einem äußerst schwierigen Marktumfeld mit Handelsalternativen zu unterstützen und dem gestiegenen Bedarf nach Markt- und Produktinformationen gerecht zu werden. Die Bank verfügt hier über entsprechende Expertise und intensivierte den Fokus auf ihre Kernkompetenzen im Bereich des Private und Institutional Bankings.

Im Bereich Private Banking stellte zu Beginn des Jahres 2009 die Risikovermeidung die absolute Maxime dar, im zweiten Quartal wurden zunehmend auch risikoreichere Investments gewählt, jedoch blieben die grundlegenden Erfahrungen der Finanzkrise in vielen Portfolios verankert. Es wurde vermehrt in Aktien investiert, attraktive staatsgarantierte Anleihen sowie Unternehmensanleihen erweiterten die Portfolios um festverzinsliche Wertpapiere.

Bei Kunden im Bereich Institutional Banking war vor allem die Suche nach renditenstarken und staatsgarantierten Anleihen stark. Aufgrund der allgemeinen Marktunsicherheit wurden speziell im Bereich des Counterparty Risk Managements Standards und Anforderungen weiter gesteigert.

Julius Meinl Investment GmbH

Ab dem zweiten Quartal 2009 fand eine relative Stabilisierung einer sehr unübersichtlichen Situation statt. Aktienmärkte begannen sich - angeführt vom Finanzsektor und zyklischen Werten - zu erholen, auch Rohstoffe zeigten einen Aufwärtstrend. Im Anleihebereich kam es zu einer deutlichen Interessensverschiebung von den Staatsanleihen hin zu unterbewerteten Corporate Bonds.

Die Julius Meinl Investment GmbH trug diesem Trend frühzeitig Rechnung und erhöhte den Aktienteil in den entsprechenden Fonds. Quantitative Modelle und eine dynamische Hedgestrategie verstärkten positive Trends. Die Anleihefonds wurden frühzeitig auf kurze Laufzeiten bzw. mit Hedgestrategien auf fallende Bondmärkte ausgerichtet und wiesen eine positive Performance auf.

Die Fonds der Kapitalanlagegesellschaft erreichten erneut eine hervorragende Performance. Zum Beispiel der Fonds Meinl Equity Austria wurde als bester österreichischer Aktienfonds ausgezeichnet, der Meinl Exclusive World Equities erzielte den ersten Platz seiner Kategorie, das renommierte Wall Street Journal hob den Meinl Core Europa als positiv hervor.

Im Herbst wurden die Fonds Meinl Bank Balkan Fund mit dem Meinl Eastern Europa und der Meinl Quattro a mit Meinl Quattro eu fusioniert. Insgesamt verwaltet die Gesellschaft 19 Fonds, davon 17 Publikumsfonds. Das Fondsvolumen entwickelte sich aufgrund der herausfordernden Rahmenbedingungen von Jahresbeginn 2009 von EUR 282 Mio. auf EUR 203 Mio. im April und konnte durch exzellentes Management wieder auf EUR 221 Mio. gesteigert werden.

Ausblick 2010

Im Bereich Vermögensverwaltung ist es im Jahr 2009 gelungen, die Kundenmandate zu stabilisieren. Bei der Bank zeigt man sich zuversichtlich, entsprechend den Prinzipien "Einkommensorientiert", "Ausgewogen" und "Kapitalgewinnorientiert" Investoren weiterhin durch ein volatiles ökonomisches Umfeld führen zu können. Auch hinsichtlich der im Topsegment liegenden Investmentfonds der Julius Meinl Investment GmbH ist die Meinl Bank optimistisch, neue Kunden gewinnen zu können.

Im Bereich Corporate Finance ist eine durchaus positive Entwicklung der Aktivitäten der Bank festzustellen. Hier ergeben sich insbesondere als Folge der internationalen Finanzkrise zahlreiche neue Beratungsmandate bei der Umstrukturierung und Umschuldung von osteuropäischen Industrieunternehmen und Tochterbanken von westeuropäischen Kreditinstituten. Diesen Bereich wird die Bank auch im Jahr 2010 weiter ausbauen.

Während die Auseinandersetzung um Meinl European Land voraussichtlich noch längere Zeit für die Bank relevant sein werden, ist für 2010 zumindest insofern mit einer Beruhigung zu rechnen, da aufgrund des Ablaufs der Verjährungsfristen für die Geltendmachung von Irrtumsanfechtungen und Schadenersatzforderungen keine umfangreichen weiteren neuen Rechtsstreitigkeiten mehr anhängig gemacht werden sollten. Bezüglich der juristischen Auseinandersetzungen rund um Airports International (vormals Meinl International Airports) und Power International (vormals Meinl International Power) ist nicht abzusehen, ob diese im Laufe des Jahres 2010 beendet werden können.

Disclaimer:

Diese Aussendung stellt weder eine Anlageberatung im Sinne des WAG oder BWG noch eine verbindliche Auskunft, noch auch ein Anbot zum Abschluss eines Beratungs- oder Auskunftsvertrages oder eines Wertpapier-Geschäftes dar. Insbesondere ist mit diesen Ausführungen keine persönliche Empfehlung an den Empfänger dieser Aussendung zum Kauf oder Verkauf eines der darin genannten Finanzinstrumente verbunden. Die Berechnung der Wertentwicklung und der Performance erfolgt nach der OEKB Methode unter Wiederveranlagung der Ausschüttung und ohne Berücksichtigung der Ausgabe- und Rücknahmespesen. Die Kurse der Wertpapiere bzw. Veranlagungsgegenstände eines Fonds können gegenüber dem Einstandspreis steigen/fallen. Veräußert ein Anleger Anteile an dem Kapitalanlagefonds zu einem Zeitpunkt, in dem die Kurse der im Fonds befindlichen Wertpapiere beziehungsweise Veranlagungsgegenstände gegenüber dem Zeitpunkt des Erwerbs von Anteilen gefallen sind, so hat dies zur Folge, dass er das investierte Geld nicht vollständig zurückerhält. Performanceergebnisse der Vergangenheit lassen keine Rückschlüsse auf die zukünftige Entwicklung eines Investmentfonds zu. Die Fondsbestimmungen wurden zuletzt mit Bescheid vom 13.11.2009 und der GZ FMA-IF25 5300/0040-INV/2009 der Finanzmarktaufsicht genehmigt und der Prospekt zuletzt am 10.12.2009 im Amtsblatt der Wiener Zeitung veröffentlicht und ist in der Julius Meinl Investment GmbH, 1010 Wien, Kärntnerring 2 und deren Depotbank, der Meinl Bank AG, 1014 Wien, Bauernmarkt 2, kostenlos erhältlich.
Die Finanzmarktaufsicht warnt: Der Meinl Exclusive World Equities kann bis zu 20 v.H. in Veranlagungen gem. § 20a Abs. 1 Z 3 InvFG 1993 (Alternative Investments) investieren, die im Vergleich zu traditionellen Anlagen ein erhöhtes Anlagerisiko mit sich bringen. Insbesondere kann es bei diesen Veranlagungen zu einem Verlust bis hin zum Totalausfall des darin veranlagten Kapitals kommen. Aufgrund des erhöhten Risikos empfehlen wir jedem Anleger vor dem Kauf von Anteilen sich über Alternative Investments und Investmentfonds ausführlich zu informieren und sich von einer fachkundigen Person darüber beraten zu lassen. Insbesondere empfehlen wir den vereinfachten und vollständigen Verkaufsprospekt, der dieser Unterlage beigefügt ist, zu lesen. Alle Angaben erfolgen ohne Gewähr. Angaben zu den Fonds bzw. dem Ranking in der jeweiligen Kategorie beziehen sich jeweils auf in Österreich zugelassene Fonds und auf die Performance zum Stichtag 31.3.2010. Quelle: Morningstar Fondsanalyst Langfristige Performance: Meinl Exclusive World Equities: 1 Jahr:
47,09% / 3 Jahre pa: -3,90% / 5 Jahre pa: 4,33%; Meinl Equity Austria: 1 Jahr: 62,91% / 3 Jahre pa: -9,90% / 5 Jahre pa: 7,06%; Meinl Wall Street Capital: 1 Jahr: 90,53% / 3 Jahre pa: 0,37% / 5 Jahre pa: 2,46%; Meinl Eastern Europe: 1 Jahr: 139,21% / 3 und 5 Jahre: n/a; Meinl Global Property: 1 Jahr: 75,03%, 3 Jahre pa:
-15,01%, 5 Jahre: n/a; (Stand per 31.3.2010).

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Meinl Bank AG
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Thomas Huemer
Tel.: +43 1 531 88 - 203
e-mail.: huemer@meinlbank.com

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