Missbrauchsvorwürfe gegen Wiener Kinderheim: HC Strache kritisiert "Mauer des Schweigens"

FPÖ-Obmann ortet zweierlei Maß bei Aufarbeitung von Kindesmissbrauch

Wien (OTS) - Das August-Aichhorn-Haus, ein Wiener Heim für schwer erziehbare Kinder, steht seit Jahren im Zentrum schwerer Vorwürfe wegen sexuellen Kindesmissbrauchs, die sich zuletzt verdichtet haben. Auch zu Drogenkurier-Diensten sollen die Kinder dort eingesetzt worden sein, schilderte unlängst ein Ex-Zögling gegenüber der Internet-Zeitung www.unzensuriert.at.

"Anstatt sich diesen Vorwürfen zu stellen und zu ihrer Klärung beizutragen, besitzen die Verantwortlichen dieses Heims auch noch die Frechheit, in großem Stil für ihre Arbeit Spenden zu sammeln", kritisiert FPÖ-Bundesparteiobmann HC Strache. Im Rahmen einer Benefiz-Gala im Ronacher treten heute die Kabarettisten Robert Palfrader, Andreas Vitasek und Roland Düringer auf. Das Haus ist ausverkauft, rund 30.000 Euro aus Eintrittskarten sind zusammen gekommen. Auffällig ist die Benefiz-Veranstaltung auch vor dem Hintergrund, dass der Verein kein Spendengütesiegel besitzt und überdies für die Betreuung pro Tag und Kind 193 Euro von der Stadt Wien erhält, in Summe für die 7 betreuten Kinder also rund 40.000 Euro monatlich.

"Der Aufklärungsarbeit eines einzigen Journalisten der Wiener Zeitung ist es zu verdanken, dass dieses Geld nun bei einem Notar geparkt und eingefroren wird, bis die Ermittlungen beendet sind", schildert Strache. Die anderen Medien würden den mutmaßlichen Missbrauchsskandal ignorieren: "Eine Mauer des Schweigens schützt seit mindestens zehn Jahren die Verantwortlichen und lässt sie in ihrem Treiben unbehelligt", so Strache. Noch schlimmer: Zwei der ehemaligen Vorstandsmitglieder des Trägervereins dieses Heimes sitzen heute in jener Kommission, die Missbrauchsvorwürfe in der katholischen Kirche aufklären soll. "Um die Skandale in ihrem eigenen Wirkungsbereich scheren sich die Herren Jesionek und Leixnering aber nicht", stellt Strache empört fest.

Der FPÖ-Obmann fordert die Justizbehörden einmal mehr auf, die Ermittlungen rasch und ohne Rücksicht auf die involvierten Personen zu führen: "Es ist schon auffällig, dass da überhaupt nichts weitergeht, wenn man weiß, dass dieser Trägerverein zum Zeitpunkt der angeblichen Übergriffe auf Kinder in erster Linie von SPÖ-Granden besetzt war." Offenbar werde bei der Aufarbeitung von Kindesmissbrauch mit zweierlei Maß gemessen, vermutet Strache: "In der Kirche wird ermittelt und jeder Fall auch medial groß berichtet, im Einflussbereich der Stadt Wien wird vertuscht und zugedeckt."

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