Glücksspielgesetznovelle bringt Verbesserungen für Konzerne - nicht für KonsumentInnen

Diakonie eröffnet heute Spielsuchtambulanz in Kärnten

Wien (OTS) - "Das Prinzip "Angebot schafft Nachfrage" bewahrheitet sich leider im Bereich des Glücksspiels immer wieder. Jeder kann sich selbst ausrechnen, was eine Erhöhung der Einsätze von Spielerinnen und Spielern pro einsekündigem Spiel von 0,5 Euro auf 10 Euro (!) bedeutet. Diese Gesetzgebung als "Schutzbestimmung" zu bezeichnen ist eine Verhöhnung der Konsumenten", kritisiert Michael Chalupka, Direktor der Diakonie Österreich die heute im Parlament zu diskutierende Novelle zum Glücksspielgesetz. "Diese Novelle wirkt sich nur auf große Konzerne positiv aus und dient nicht dem Schutz der Konsumenten. Dass aber adäquate Schutzmechanismen dringend geboten wären, zeigt die notwendige Ausweitung des therapeutischen Angebots. Die Diakonie eröffnet deshalb heute in Villach eine Spielsuchtambulanz."

Univ. Prof. Dr. Herwig Scholz, Primarius der Spielsuchtambulanz und des Krankenhauses de La Tour der Diakonie Kärnten, bekräftigt:
"Vor dem Jahr 2000 gab es in Kärnten nur ganz sporadisch Spielsüchtige, die behandelt werden mussten. 1997 wurde dann das Gesetz zum "Kleinen Glücksspiel" geändert - heute bedarf es einer umfangreichen therapeutischen Arbeit, hunderte von Spielern brauchen eine ambulante oder stationäre Therapie, vom Leid der Familien ganz abgesehen. Die jetzige Novelle wiederum wird nicht verhindern, dass auch künftig mit einem Anstieg der Spielsüchtigen zu rechnen ist, ganz im Gegenteil, sie wird die Entwicklung höchstwahrscheinlich noch beschleunigen."

Dass das vorliegende Gesetz nicht wie üblich einem Begutachtungsverfahren unterzogen wurde, wirft Fragen auf. Diakonie-Direktor Chalupka fordert daher die Bundesregierung auf, den Entwurf vor Beschlussfassung einem objektiven Begutachtungsverfahren vorzulegen. "Nur unter Einbindung von Expertinnen und Experten kann gewährleistet werden, dass weitere Spielsuchtambulanzen nicht mehr nötig sein werden.", so Chalupka abschließend.

Eröffnung der Spielsuchtambulanz / Angebote der Diakonie zum Thema Spielsucht

Die Spielsuchtambulanz der Diakonie in Kärnten bietet unter anderem Beratung für Betroffene und Angehörige, Einzel- und Gruppentherapie sowie Vermittlung in stationäre Therapieeinrichtungen. Das Angebot der Spielsuchtambulanz de La Tour richtet sich nicht nur an Spielsüchtige, sondern auch an Internet-und Computersüchtige, Kaufsüchtige und an Menschen mit anderen Formen von Verhaltenssüchten. Die Betreuung für die Betroffenen ist vertraulich und kostenlos.

Die Diakonie Kärnten betreibt für Menschen mit Abhängigkeitserkrankungen auch das Sonderkrankenhaus de La Tour in Treffen bei Villach. Zielgruppe sind Menschen mit einer Alkohol- oder Medikamentenabhängigkeit, Spielsucht bzw. Menschen, die Kombinationen aus diesen Abhängigkeiten entwickelt haben. Weiters wird am Landeskrankenhaus Villach auch eine Ambulanz für substanzgebundene Abhängigkeitserkrankungen geführt.

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