Thomas Hampson von allen Vorwürfen rehabilitiert

NEWS-Exklusivinterview: Wieder viele Pläne in Österreich

Wien (OTS) - Thomas Hampson ist von allen Vorwürfen im
Zusammenhang mit der Gerichtscausa um seine Gefährtin Andrea Herberstein rehabilitiert. Das bestätigt der führende Bariton der Gegenwart in einem interview für die morgen erscheinende NEWS-Ausgabe. Hampson hatte 2007 im Protest gegen das schikanöse Vorgehen der Behörden seine Wiener Wohnung verkauft und war in Österreich nicht mehr aufgetreten. Nun kehrt er nicht nur zu Ioan Holenders Abschied für eine Gala (26. 6.) und eine "Parsifal"-Aufführung (30. 6.) zurück: Im NEWS-Interview spricht er über Pläne an der Staatsoper, in Salzburg und im Musikverein.

"Ich fühle mich sehr gut und habe wirklich viel zu tun. Und, ja, es ist schön, wieder in Wien zu sein", sagt Hampson. " Es hat fünf lange Jahre gedauert, bis endgültig alle Ermittlungen gegen meine Person eingestellt wurden. (...) Lange hatte ich das Gefühl, ein Spielball zu sein. Das ist vorbei. Dass ich meinen österreichischen Wohnsitz aufgelöst habe, ist und bleibt eine Tatsache. Das war ein wichtiger Schnitt in meinem persönlichen Leben und ein wichtiger Schritt für meine künstlerische Zukunft, denn immerhin gab es Zweifel an meiner Integrität."

Die Causa Herberstein kommentiert er nicht, da sie sich in der Berufung befindet. "Aber mein Stiefsohn wurde, was kaum jemanden interessiert hat, rechtskräftig freigesprochen. Ich weiß, dass einige über meinen Rückzug unglücklich waren, was mir außerordentlich leid tut. Ich habe das nie als "Strafaktion" gegen Österreich, meine Fangemeinde oder meine Freunde gesehen. Es sind Ungerechtigkeiten passiert, aber nun ist die Zeit der nicht enden wollenden Rechtfertigungen zu Ende, denn ich habe schließlich eine Aufgabe als Künstler. Mein Dank gilt natürlich jenen, die in all den Jahren zu uns gestanden sind, selbst als es schwierig war." Die Vorwürfe waren "natürlich wie ein kräftiger Schlag in die Magengrube. Nur die Vermutung, ich hätte willentlich Unrechtes getan, hat mich sehr verletzt. Leider ist ein Behauptungsprozess oft schneller als ein Beweisprozess. Ob es dabei um die Wahrheit oder das Lancieren einer Geschichte geht, weiß man nie so genau."

Nun spricht Hampson wieder über umfangreiche Pläne in Österreich, u. a. eine "Traviata"-Serie unter Welser-Möst in der zweiten Saison der neuen Ära. Besonders verbunden ist er dem designierten Salzburger Intendanten Alexander Pereira. Den ihm für 2013 angebotenen Hans Sachs in Wagners "Meistersinger" habe er zwar abgelehnt, aber: "Wenn er 2012 die Festspiele übernimmt, habe ich gleich in seiner ersten Woche zwei Konzerte und einen Liederabend. Und für 2014 gibt es schon interessante Ideen, auch für die Oper."

Im Gedenkjahr 2011, das den führende Mahler-Interpreten der Gegenwart u. a. per carte blanche für fünf Konzerte in den Musikverein führt, meidet er allerdings die Salzburger Festspiele. "Derzeit gibt es keine Gesprächsbasis. Aber die Ära von Alexander Pereira steht bereits vor der Tür."

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