KfV: Verkehrssicherheitspreis "Aquila" verliehen

Das KfV ehrt jährlich engagierte Projekte der Verkehrssicherheit. Auch heuer wurden Spezialpreise für Zivilcourage und Medien vergeben.

Wien (OTS) - Weniger Unfälle, weniger Verletzte und weniger Getötete: Die Unfallbilanz 2009 ist insgesamt positiv ausgefallen. In diesem Zusammenhang sind es meist nur die großen Verkehrssicherheits-Kampagnen von Institutionen und Ministerien, die in den Medien Beachtung finden und von der Öffentlichkeit entsprechend wahrgenommen werden. Tatsächlich gibt es in Österreich aber eine Vielzahl engagierter Bürger, die mit den unterschiedlichsten Aktionen ein gemeinsames Ziel verfolgen: Mehr Sicherheit und damit weniger Tote und Verletzte auf Österreichs Straßen.
"Ein Mal im Jahr bittet das KfV jene vor den Vorhang, die sich mit außerordentlichem Engagement und viel Kreativität für das Thema Verkehrssicherheit einsetzen: An die Sieger in den verschiedenen Kategorien wurde auch heuer der Österreichische Verkehrssicherheitspreis, in Form der Trophäe ,Aquila', einem Adler, der Sicherheit und Schutz verkörpert, verliehen", sagt Othmar Thann, Direktor des KfV. Am 15. Juni 2010 wurde im Rahmen einer feierlichen Abendveranstaltung der Verkehrssicherheitspreis in den Kategorien Bildungseinrichtungen, Städte & Gemeinden, Unternehmen, Medien und Zivilcourage vergeben.

Sieger in der Kategorie Städte & Gemeinden: Marktgemeinde Lustenau (Vorarlberg), Projekt "Kinder mobil. Anders unterwegs"
Gewonnen hat die Gemeinde Lustenau in Vorarlberg mit dem Projekt "Kinder mobil. Anders unterwegs", bei dem Kinder - und vor allem deren Eltern - motiviert werden, den Weg zum Kindergarten, aber auch andere Strecken wieder zu Fuß, per Bus oder mit dem Fahrrad, statt mit dem elterlichen Auto zurückzulegen. Eltern, die ihre Kinder mit dem Auto in den Kindergarten oder in die Schule bringen, meinen, dass sie dadurch die Sicherheit ihrer Sprösslinge erhöhen. Tatsächlich sorgen sie aber für erhöhtes Verkehrsaufkommen rund um die Betreuungseinrichtungen, sodass die Gefahr von Verkehrsunfällen zunimmt. Im Rahmen des Projekts lernen Kinder auch, wie man richtig Bus fährt und im Rahmen der Verkehrserziehung mit der Polizei, wie man sich im Straßenverkehr auch richtig verhält. "Wir hoffen, dass andere Gemeinden sich am Projekt der Gemeinde Lustenau ein Beispiel nehmen. Verkehrssicherheitsarbeit zahlt sich für Gemeinden aus!", betonte Thann.

Sieger in der Kategorie Unternehmen: Rotes Kreuz, Projekt "Fortbildung sicherer Einsatzfahrer & Fehlermanagement Verkehrssicherheit"
Der Landesverband Oberösterreich des Roten Kreuzes stellte im 1. Halbjahr 2008 einen Anstieg bei der Entwicklung der Verkehrsunfallzahlen von Einsatzfahrern im Roten Kreuz fest. Um die Verkehrssicherheit bei den Einsätzen zu erhöhen, veranstaltet nun der Landesverband Oberösterreich Workshops für seine Einsatzfahrer, bei denen das Bewusstsein für gefährliche Verkehrssituationen im Einsatz geschärft werden soll und Möglichkeiten aufgezeigt werden, wie beispielsweise mit Stress in Einsatzsituationen umgegangen werden kann. Auch eine Unfalldatenbank wurde eingerichtet. Die Maßnahmen zum Fehlermanagement sollen in weiterer Folge evaluiert werden und für die Mitarbeiter des Roten Kreuzes im Intranet verfügbar sein.

Sieger in der Kategorie Bildungseinrichtungen: VS Hermann-Gmeiner-Schule Hinterbrühl, Projekt "Verkehrserziehung einmal anders"
Die Teilnahme am Straßenverkehr erfordert die Verarbeitung vieler unterschiedlicher Sinneseindrücke. Das Projekt des Sonderpädagogischen Zentrums Herrmann-Gmeiner-Schule Hinterbrühl führte den Bereich "Verkehrserziehung" mit dem Klassenschwerpunkt "Sensorische Integration" zusammen: Mit spielerischen Elementen wurde das Zusammenspiel der Sinne geübt und gefördert. Komplexe Situationen, wie sie Verkehrsteilnehmer täglich im Straßenverkehr erleben, wurden den Kindern in einer vereinfachten Form nähergebracht. Darüber hinaus konnten die Kinder einen "Rollbrettführerschein" erwerben und ihre Bewegungsgeschicklichkeit und ihre Sinne bei der Bewältigung verschiedener Parcours schulen.

Spezialpreise für Lebensretter Michael Pemsel und Ugur Alkan sowie Journalist Günther Krauthackl
Neben den genannten Kategorien, in denen eine Vielzahl unterschiedlichster Projekte eingereicht wurden, vergab das KfV auch heuer Preise in den Bereichen Zivilcourage und Medien.
Zivilcourage zeigten Michael Pemsel und Ugur Alkan als sie Zeugen eines Unfalls auf der Autobahn wurde. Ohne zu zögern, eilten sie zu dem verunglückten Pkw-Lenker. Während Pemsel den Vater aus dem Fahrzeug herauszog, kümmerte sich Alkan um die eingeklemmte Tochter. So konnten beide Unfallopfer gerettet werden, bevor das Auto Feuer fing.
Besonders engagiert im journalistischen Bereich der Verkehrssicherheit ist der Journalist Günther Krauthackl von der Tiroler Kronen Zeitung: Seit 1992 ist Krauthackl bei der Tiroler Krone und setzt sich dabei nun bald zwei Jahrzehnte vehement für das Thema Verkehrssicherheit ein. Aber Sicherheit ist ihm im umfassendsten Sinn ein großes und persönliches Anliegen: Er befasst sich in seiner Berichterstattung nicht nur mit Verkehrsthemen, sondern auch mit der Unfallprävention in anderen Lebensbereichen, wie etwa im Sport oder in der Freizeit.

"Wir freuen uns über die vielen Einreichungen. Auch wenn nur einige wenige herausgegriffen werden konnten, sind wir froh, dass sich so viele Bildungseinrichtungen, Gemeinden und Unternehmen im Bereich der Verkehrssicherheit engagieren. Der Gesetzgeber steckt den wichtigen sicherheitspolitischen Rahmen ab, aber das Engagement jedes Einzelnen ist notwendig, um die Sicherheit im Straßenverkehr dauerhaft zu erhöhen und die Zahl der Verletzten und Getöteten entscheidend zu reduzieren", so Thann.

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