"Früher hieß es Gnade vor Recht, jetzt ist es umgekehrt"

Katholische Aktion gegen "unmenschliches Fremdengesetz"

Wien, 15.06.10 (KAP) Für eine ehebaldige Revision des österreichischen "unmenschlichen Fremdengesetzes, das derzeit auch unmenschlich exekutiert wird", hat sich die Präsidentin der Katholischen Aktion Österreichs (KAÖ), Luidgart Derschmidt, vor dem Hintergrund des Falles Zogaj ausgesprochen. Abseits der medialen Aufregung um die seit 2002 in Österreich ansässigen bosnischen Flüchtlingsfamilie gebe es noch andere "mindestens ebenso dramatische" Fälle von Menschen, die seit Jahren in Österreich gut integriert seien und dennoch in ständiger Furcht vor einer Abschiebung leben müssten, so Derschmidt am Dienstag in einer Stellungnahme gegenüber "Kathpress".

Und im Unterschied zur Familie Zogaj, deren Aufenthalt in Österreich nie rechtens war, würden sich andere aufgrund der Säumigkeit der Behörden völlig schuldlos in einem untragbaren "Dauerschwebezustand" befinden. Zur derzeitigen harten Linie des Innenministeriums sagte Derschmidt wörtlich: "Früher hieß es 'Gnade vor Recht', jetzt ist es umgekehrt". Dabei koste das Verbleiben integrierter Ex-Flüchtlinge Österreich oft keinen Groschen, weil sie in vielen Fällen Arbeit gefunden hätten und selbst für ihren Unterhalt sorgen könnten.

Was die KAÖ-Präsidentin - wie sie sagte - "maßlos ärgert": Erst werde ein Fremdengesetz verabschiedet, das Österreich zum "Hardliner" in Sachen Asyl mache, dann werde eine inhumane Abschiebepolitik betrieben und damit entschuldigt, dass man sich ja nur an das halte, was rechtens ist."

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