Plassnik: Shirin Ebadi ist eine Menschenrechtsverteidigerin im besten Sinne

Ermacora-Preis an Friedensnobelpreisträgerin Shirin Ebadi

Wien (OTS/ÖVP-PK) - Die iranische Friedensnobelpreisträgerin Dr. Shirin Ebadi wurde heute, Dienstag, im österreichischen Parlament mit dem Felix Ermacora-Menschenrechtspreis ausgezeichnet. Laudatorin ÖVP-Abgeordnete Dr. Ursula Plassnik würdigte die Preisträgerin als "Menschenrechtsverteidigerin im besten Sinne und als Mutmacherin, mit beiden Füßen am Boden und dem Recht in den Händen." ****

"Alle Menschen sind frei und gleich an Rechten und Würde geboren", stellte Plassnik Artikel 1 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte an den Anfang ihrer Rede. "Diesem schlichten und doch so gewaltigen Auftrag gilt ihr Leben, verehrte Frau Dr. Ebadi. Es ist uns eine Ehre, Ihnen heute hier im Land der ersten weiblichen Friedensnobelpreisträgerin Bertha von Suttner einen bedeutenden österreichischen Preis übergeben zu dürfen. Und damit ein Zeichen der Unterstützung zu setzen für Sie und Ihre Landsleute: Sie werden gehört und Sie sind nicht allein in Ihrem Kampf gegen Unrecht und Unterdrückung." Plassnik hob insbesondere vier Parameter hervor, die Shirin Ebadi und ihren Einsatz für die universellen Menschenrechte einmalig machen: "Dr. Ebadi ist eine herausragende Juristin, gläubige Muslimin und iranische Patriotin. Und sie ist eine Frau."

Als Juristin mit Leib und Seele, erste weibliche Richterin im Iran und später Rechtsanwältin, setzte sie sich konsequent für die Rechte der Frauen und Kinder ein, als Gutachterin, als Verteidigerin, als versierte Kritikerin der Gesetze der Islamischen Republik Iran. "Für sie ist", zitierte Plassnik Shirin Ebadi, "das geschriebene Wort das mächtigste Werkzeug, das uns gleichermaßen vor unseren Tyrannen wie vor unseren eigenen Traditionen schützt."

"Dass Dr. Ebadi als gläubige Muslimin ihren Kampf für die Menschenrechte nicht im Ausland, nicht unter Berufung auf internationale Rechtsquellen, nicht über philosophische Abhandlungen führt, macht sie für das Regime besonders unbequem", so Plassnik weiter. "Sie kämpft im Iran selbst, marschiert todesmutig ins ideologisch verminte Schlachtfeld des iranischen Rechtssystems. Mit maximaler Akribie und Insistenz erbringt sie Fall für Fall den Nachweis, dass viele Gesetzesbestimmungen schlicht nicht mit dem Koran im Einklang stehen."

Bezugnehmend auf Ebadis Engagement für Frauenrechte betonte Plassnik:
"Shirin Ebadi weiß sich weltweit verbunden mit allen Frauen, die wie sie und ihre iranischen Mitbürgerinnen jedenfalls zwei Erfahrungen gemeinsam haben: die Erfahrung der Ausgrenzung und die Erfahrung der Demütigung. Mit ihrem Eintreten für die Gleichberechtigung der Frauen in einem islamischen Rahmen ist Dr. Ebadi zur Bannerträgerin eines zukunftweisenden islamischen Feminismus geworden."

"Shirin Ebadi ist eine selbstbewusste und stolze Iranerin. Sie weiß sich Teil der großen Zivilisation ihres Landes, mit mehr als 25 Jahrhunderten aufgezeichneter Geschichte. Sie liebt ihre Heimat und leidet zutiefst unter den Wunden, die ihr diese unverbrüchliche Liebe eingetragen hat. Sie haben in ihrem Leben oft Angst gehabt, liebe Shirin Ebadi. Sie kennen viele Verluste: ihr Beruf, ihre Heimat, ihre Freunde und Verwandten. Aber aus all diesen Verlusten heraus sind Sie unsere Mutmacherin geworden, rufen uns zu, durchzuhalten und die Angst zu besiegen, in Ihren Worten:", schloss Plassnik mit einem Zitat von Dr. Ebadi: "?denn es ist unsere Angst, die unseren Gegnern Macht über uns gibt."
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