• 10.06.2010, 08:00:15
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Haiti tritt die Rechte seiner Kinder mit Füßen

Kindernothilfe ruft Karibik-Staat zum Schutz seiner Kinder auf. Trotz guter Gesetzgebung muss in Haiti jedes fünfte Kind unter 14 Jahren arbeiten

Wien (OTS) - Anlässlich des Internationalen Tages gegen
ausbeuterische Kinderarbeit am 12. Juni ruft die Kindernothilfe
Österreich den haitianischen Staat auf, seine Kinder besser zu
schützen und zu fördern. Nach Angaben der Vereinten Nationen muss in
Haiti jedes fünfte Kind unter 14 Jahren arbeiten. Besonders
dramatisch ist die Situation für die rund 300.000 Restavèk-Kinder.
Sie leben als Hausangestellte wie Sklaven in fremden Familien. Das
Beben vom 12. Januar hat ihre Situation drastisch verschärft.

"Dabei ist die Jugend- und Sozialgesetzgebung des Landes absolut
vorbildlich", sagt Jürgen Schübelin, Haiti-Koordinator der
Kindernothilfe. "Haiti hat die wichtigsten internationalen Abkommen
zum Schutz von Kindern vor wirtschaftlicher Ausbeutung ratifiziert."
So verpflichtete sich der Karibik-Staat etwa im Jahr 2007 Kinder mit
den schlimmsten Formen von Arbeit auszubeuten. Dazu zählen die
sklavenähnlichen Arbeitsbedingungen der Restavèk-Kinder. Bereits 2003
wurde in Haiti per Gesetz beschlossen, alle ausbeuterischen
Arbeitsverhältnisse zu bekämpfen.

Ein System zur Ausbeutung von Kindern

"Diese Gesetzgebung ist nichts wert, wenn sich niemand um deren
Einhaltung kümmert", so Schübelin. "In den Armenvierteln von
Port-au-Prince ist es an der Tagesordnung, die Restavèk-Kinder zu
schlagen und sie bis zu 16 Stunden am Tag schuften zu lassen. In der
Regel dürfen diese Kinder keine Schule besuchen. Die so genannten
Gastfamilien müssen hingegen keine Angst davor haben, für ihre Taten
zur Rechenschaft gezogen zu werden. Dieses System von Ausbeutung und
Gewalt an Kindern ist Jahrhunderte alt."

Investitionen in Bildungs- und Aufklärungsprogramme sowie in den
Kinderschutz sind jetzt dringend notwendig, um zu strukturellen
Veränderungen für Haitis Kinder zu kommen. Die Kindernothilfe
engagiert sich seit 1981 für Haitis Restavèk-Kinder. Mit
Bildungseinrichtungen und Sensibilisierungsmaßnahmen für die
"Gastfamilien" konnten vor dem Beben 450 Kinder geschützt und
gefördert werden. Seit dem Beben hat die Kindernothilfe ihre
Unterstützung ausgebaut und betreut mittlerweile über 3.000
Restavèk-Kinder.

Spendenkonto:
Erste Bank Nr. 310028-03031, BLZ 20111
Online-Spenden:
https://kindernothilfe.at/Rubrik/Spenden/Online_Spenden-pid-5331.html

Rückfragehinweis:
Gottfried Mernyi, Kommunikation
01/513 93 30 - 20
0650/408 80 73

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