WKÖ: Bekenntnis der EU-Kommission zur beruflichen Aus- und Weiterbildung längst überfällig

Aussagen von EU-Kommissarin Vassiliou zu begrüßen, die berufliche Aus und Weiterbildung zu attraktivieren

Wien (OTS/PWK467) - "Gerade angesichts der aktuellen wirtschaftspolitischen Herausforderungen ist das heutige Bekenntnis der EU-Kommission zu innovativen Impulsen beim beruflichen Bildungswesen längst überfällig", betonte Michael Landertshammer, Leiter der Abteilung für Bildungspolitik in der Wirtschaftskammer Österreich, zu den Aussagen von EU-Kommissarin Androulla Vassiliou, dass es jetzt darum gehen muss, die berufliche Aus und Weiterbildung für all jene attraktiver und realitätsnäher zu machen, die ihre Kompetenzen verbessern wollen.

Tatsächlich enthält die heute präsentierte Mitteilung der EU-Kommission zur beruflichen Aus- und Weiterbildung und zur Unterstützung der "Europa 2020"-Strategie eine ganze Reihe von Anregungen am "Knotenpunkt" zwischen Bildung und Beruf. Dabei ist die Ausgangslage für Österreich gar nicht schlecht: So liegt etwa der Anteil der Jugendlichen in der beruflichen Erstausbildung mit 77 Prozent im EU-weiten Spitzenfeld. "Wer jedoch glaubt, sich auf solchen Lorbeeren ausruhen zu können, handelt fahrlässig", ist Landertshammer überzeugt. Er verweist darauf, dass beispielsweise in der beruflichen Weiterbildung auch hierzulande ein beachtlicher Handlungsbedarf besteht: "Wir sind noch weit davon entfernt, dass jeder die einmal erworbenen Kompetenzen laufend und eigenverantwortlich aktualisiert."

Landertshammer kritisiert in weiterer Folge auch die mangelnde Bereitschaft mancher traditioneller Bildungsanbieter, tragfähige Brücken und Übergänge zur beruflichen Aus- und Weiterbildung zu schaffen. Mit gemeinsamen Referenzinstrumenten wie etwa dem Europäischen bzw. dem Nationalen Qualifikationsrahmen sollen derartige Übergänge transparent gemacht werden. Wobei der Vorteil für den Bildungsexperten auf der Hand liegt: "Überall werden Anknüpfungspunkte für die persönlich berufliche Weiterbildung erkennbar. Das ist nicht nur Erleichterung, sondern auch Ansporn für das lebensbegleitende Lernen."

Beim "Nationalen Qualifikationsrahmen" ergibt sich vor dem Hintergrund der aktuellen EU-Bildungsinitiative ein großer Handlungsbedarf: "In Österreich sind Hochschulen nämlich bislang nicht bereit, die akademischen Graduierungen gleichrangig mit andere Zertifikaten auszuweisen." Dabei sieht Landertshammer als besonderes Problem, dass sich die österreichischen Hochschulen in ihren Studienangeboten tendenziell noch mehr aus der beruflichen Aus- und Weiterbildung zurückziehen: "Während zeitgemäße Hochschulsysteme auf internationaler Ebene ihre Studien viel stärker an den Gegebenheiten der beruflichen Aus und Weiterbildung ausrichten, droht bei uns diese Entwicklung im Sande zu verlaufen, obwohl wir gerade jetzt derartige Studien dringend benötigen." (us)

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