FPÖ: Strache: Missbrauchsopfer außerhalb der Kirche nicht vergessen!

Kommissionsmitglied Jesionek war selbst im Trägerverein eines Heims, das mit massiven Vorwürfen konfrontiert ist

Wien (OTS) - "Die Aufarbeitung von sexuellem Missbrauch an Kindern wird in Österreich einseitig betrieben", erklärt FPÖ-Bundesparteiobmann HC Strache angesichts der Zwischenbilanz der Anwaltschaft für Missbrauchsopfer der katholischen Kirche unter der Leitung von Waltraud Klasnic: "Es ist höchste Zeit, dass auch eine staatliche Kommission eingerichtet wird, welche die Missbrauchfälle in öffentlichen Einrichtungen beleuchtet, wie dies mittlerweile auch einige Mitglieder der Kirchenkommission fordern", so Strache.

Inbesondere übt der FPÖ-Obmann Kritik an einzelnen Kommissionsmitgliedern, die nun zwar in der Kirche für Aufklärung sorgen wollen, selbst aber keinen Beitrag zur Klärung von mutmaßlichen Missbrauchsfällen im eigenen Umfeld geleistet hätten. So saß der Präsident des Opferschutzvereins "Weißer Ring", Udo Jesionek, im Jahr 1999 im Vorstand des "Verein für sozialpädagogisch-therapeutische Betreuung", der damals Betreiber des umstrittenen August-Aichhorn-Hauses in Wien war - ebenso wie der Kinderpsychiater Werner Leixnering. Zusätzlich tummelte sich damals einige Wiener SPÖ-Prominenz in dem Heim-Trägerverein wie die ehemalige Zweite Landtagspräsidentin Erika Stubenvoll und der noch aktive Landtagsabgeordnete Alois Mayer.

"Es gibt unglaubliche Vorwürfe gegen das Heim, die von organisiertem sexuellem Missbrauch bis hin zu Drogenkurierdiensten durch Heimzöglinge reichen", so Strache. Trotz immer wieder formulierter Vorwürfe und zahlreicher betroffener Zeugen habe der einzige Prozess in dieser Angelegenheit vor acht Jahren mit einem Freispruch mangels Beweisen geendet: "Seither tut sich juristisch nichts, und den Opfern wird einfach kein Glauben geschenkt."

Laut Berichten von ehemaligen Zöglingen haben sich im August-Aichhorn-Haus vor rund zehn Jahren grauenhafte Ereignisse zugetragen. In Medien war schon des öfteren von organisiertem Kindesmissbrauch auf Sex-Partys die Rede. Zuletzt hat ein ehemaliger Internats-Schüler gegenüber der Internet-Zeitung www.unzensuriert.at auch Vorwürfe des organisierten Drogenhandels im Auftrag von Mitarbeitern des Heims erhoben (abzurufen unter:
http://www.unzensuriert.at/001007-ex-z-gling-klagt-drogenhandel-im-ki
nderheim-video).

"Was für die Opfer der Kirche gilt, muss für die Opfer öffentlicher Einrichtungen genauso gelten", stellt Strache klar, "nämlich, dass sie angemessen entschädigt werden und die Verantwortlichen hier wie dort dafür haftbar gemacht und bestraft werden."

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