PRO-GE: Arbeitszeitverkürzung wird Thema bei Herbstlohnrunde

Gewerkschaft fordert Verringerung der tatsächlichen Arbeitszeit und Verkürzung der kollektivvertraglichen Normalarbeitszeit

Wien (OTS/ÖGB) - "Die Zeit ist reif, um die Normalarbeitszeit zu verringern und regelmäßig geleistete Überstunden abzubauen", ist Rainer Wimmer, Bundesvorsitzender der PRO-GE, überzeugt. Im heutigen Bundesvorstand der Produktionsgewerkschaft wurde beschlossen, das Thema Arbeitszeitverkürzung ab der kommenden Herbstlohnrunde in die Kollektivvertragsverhandlungen einzubringen. Dabei hat die Sicherung vorhandener und die Schaffung zusätzlicher Arbeitsplätze höchste Priorität. ++++

Rund 96 Prozent der BetriebsrätInnen unterstützen die Forderung der PRO-GE nach einer Arbeitszeitverkürzung. "Gemeinsam mit den Betriebsrätinnen, Betriebsräten und Beschäftigten sind wir bereit, gesellschaftliche Verantwortung zu übernehmen und für eine faire Verteilung der Arbeit zu kämpfen", kommentiert Rainer Wimmer das positive Ergebnis. Im Industriebereich gingen durch die Wirtschaftskrise Tausende Arbeitsplätze verloren. "Gerade hier ist es wichtig, durch Arbeitszeitverkürzungs-Maßnahmen Arbeitsplätze zu sichern und zu schaffen", sagt Wimmer.

Laut WIFO liegt Österreich bei Arbeitslänge und -flexibilität im europäischen Spitzenfeld. "Die Forderung der Industrie, die Arbeitszeit weiter zu flexibilisieren, ist in Wirklichkeit eine klassische Arbeitszeitverlängerung ohne Lohnausgleich. Dies ist nicht akzeptabel und schafft auch keine neuen Arbeitsplätze", stellt Wimmer fest. Für 2011 werden von ExpertInnen im Durchschnitt 350.000 Arbeitslose erwartet. Eine Entspannung der Lage ist also nicht in Sicht. "In dieser Debatte geht es um intelligente Verteilung von Arbeit: Wenn die einen überlastet sind und Überstunden anhäufen und die anderen auf der Straße sitzen, muss man reagieren", betont Rainer Wimmer. Eine Arbeitszeitverkürzung würde nicht nur mehr Beschäftigung bringen, sondern die ArbeitnehmerInnen auch gesundheitlich entlasten.

Der Beschluss des Bundesvorstands der PRO-GE vom 9. Juni lautet:
Arbeit fair zu verteilen, um Beschäftigung zu sichern und zu schaffen, die Gesundheit der ArbeitnehmerInnen zu fördern, die Mitbestimmung der ArbeitnehmerInnen bei der Gestaltung der Arbeitszeit auszubauen und für mehr Verteilungsgerechtigkeit zu sorgen.

Der Sicherung vorhandener und der Schaffung zusätzlicher Arbeitsplätze wird von der PRO-GE in der künftigen Kollektivvertragsarbeit besondere Priorität eingeräumt. Als Maßnahmen hierfür strebt die Gewerkschaft unter anderem die Verkürzung der kollektivvertraglichen Normalarbeitszeit an.

Darüber hinaus fordert die PRO-GE, dass möglichst viele überlassene ArbeitnehmerInnen in Stammarbeitsverhältnisse übernommen werden; die tatsächliche Arbeitszeit verringert wird, indem Überstunden für die Arbeitgeber unattraktiver und damit weniger werden;
durch Generalkollektivvertrag oder Gesetzesänderung für all jene ArbeitnehmerInnen, die immer noch eine 40-stündige Normalarbeitszeit haben, ebenfalls eine Arbeitszeitverkürzung erfolgt.

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