Wirtschaftsfaktor Gesundheitswesen 1: Große Wertschöpfung - hohes Beschäftigungspotenzial

Dorner: Auch volkswirtschaftlichen Nutzen berücksichtigen - Wissenschaftliche Erkenntnisse in Diskussion einbeziehen

Wien (OTS) - Österreichs Gesundheitswesen leistet beachtliche Beiträge zu volkswirtschaftlicher Wertschöpfung und Wirtschaftswachstum. Das ist das Ergebnis zweier Studien des Instituts für Höhere Studien (IHS), die von der Österreichischen Ärztekammer (ÖÄK) beauftragt wurden. Anlässlich der Präsentation dieser Expertisen bemängelte ÖÄK-Präsident Walter Dorner Mittwoch bei einem Pressegespräch "eine öffentliche Diskussion, die das Gesundheitswesen seit einigen Jahren primär als aufgeblähten und vorgeblich kostenintensiven Apparat" wahrnehme. Die IHS-Studien sollten nun dazu beitragen, die wirtschaftlichen Auswirkungen des Gesundheitswesens wissenschaftlich zu durchleuchten und damit auch zu objektivieren, sagte der Ärztepräsident.

Zur Veranschaulichung wies der Ärztepräsident darauf hin, dass das österreichische Gesundheitswesen im Jahr 2006 einen Wertschöpfungseffekt von 22,5 Mrd. ausgelöst und 445.000 Vollzeitarbeitsplätze gesichert hätte. Auch Einsparungen hätten negative Folgen: "Selbst scheinbar minimale Kürzungen der Gesundheitsausgaben können unter Umständen zu einer Verlangsamung des Wachstums führen." Die Lebenserwartung würde sinken, die Menschen wären öfter krank und damit weniger produktiv. Die Konsequenz liege dann in einer Schwächung der Wirtschaftsleistung des Landes.

Die positiven Impulse, die vom Gesundheitswesen ausgingen, seien jedenfalls von so großer Bedeutung, dass sie bei einer halbwegs seriösen und objektiven Betrachtung keinesfalls außer Acht gelassen werden dürften. Dorner: "Sie relativieren einseitige Aussagen über Spar- und Effizienzpotenziale."

Fast könnte man den Eindruck gewinnen, im Gesundheitssystem würden vorsätzlich oder grob fahrlässig gewaltige Summen verspekuliert, wie das bei den Banken geschehen sei, sagte Dorner. Doch während die Finanzinstitute zur Sanierung selbstverschuldeter Pleiten Milliardensummen bekommen hätten, erhielten die Krankenkassen für die Sanierung staatsverschuldeter Engpässe einen verschwindenden Bruchteil - und das nur unter drakonischen Auflagen.
Der Kammerchef: "Vergessen wir nicht: Den Kosten im Gesundheitssystem stehen auch Nutzen gegenüber - auf individueller, auf sozialer, auf betriebs- und volkswirtschaftlicher Ebene." Deshalb wolle die Ärztekammer in der Diskussion über das österreichische Gesundheitswesen einen wirtschaftlich objektiven Zugang erreichen.

Er appellierte an alle Beteiligten, die Ergebnisse der IHS-Studien in eine seriöse und objektive Debatte einzubeziehen und so ein Gegengewicht zur "Kultur des Totsparens" zu bilden. "Nur ein gerechtes, ausgewogenes und gut finanziertes Gesundheitssystem kann die heimische Wirtschaftskraft auch in Zukunft erhalten", betonte der ÖÄK-Präsident abschließend. (sl)

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