Bayr: Gentechnik schafft Abhängigkeit

Intellektueller Fortschritt muss Teil der Lösung und nicht Teil des Problems sein

Wien (OTS/SK) - "Gentechnik schafft Abhängigkeit." Mit diesen Worten verdeutlichte SPÖ-Umweltsprecherin Petra Bayr am Dienstagabend bei der Veranstaltung "David gegen Monsanto" die Gefahren von Gentechnik. Sie betonte, dass es den Herstellern von genmanipulierten Lebensmitteln darum gehe, ihre materielle Gier zu befriedigen. "Die Bekämpfung von Hunger wird dabei außer Acht gelassen", so Bayr. Sie sagte, dass eine Welt ohne Gentechnik möglich wäre, wenn die Strukturen geändert werden und die Ernährungssouveränität von Staaten in den Vordergrund gestellt wird. ****

Ethik, Moral oder Verantwortung sind keine Werte, die für multinationale Konzerne in einem kapitalistischen Wirtschaftssystem von Belang sind, stellte Bayr fest. Dies spiegelt sich auch in den Spielregeln der Welthandelsorganisation (WTO) wider, die nur die Freiheit des Handels, nie aber den Schutz von Menschenrechten, Umwelt oder Arbeitsplätzen im Auge hat. Ähnlich wie die Gentechnologie werden auch andere Risikotechnologien, wie die Atomkraft, die Förderung von Erdöl in ökologisch sensiblen Gebieten, Carbon Capture and Storage oder Nanotechnologie dazu verwendet, Profite zu maximieren, Abhängigkeiten zu schaffen und Allmachtsphantasien ihrer Betreiber zu befriedigen.

"Das Konzept all dieser Risikotechnologien ist einfach: die materielle Gier von wenigen befriedigen, die daraus entstehenden Risken aber vergesellschaften. Für die Schäden durch verunreinigte Felder, giftiges Wasser, gesundheitliche Konsequenzen oder den Verlust der Artenvielfalt zahlen viele Generationen, die nichts vom Profit vorher hatten", so Bayr. Aus Sicht der Umwelt- und entwicklungspolitischen Sprecherin der SPÖ muss die EU mehr Druck auf die WTO ausüben, damit die globalen Handelsspielregeln geändert werden. Darüber hinaus müssen Haftungsregelungen klar das Verursacherprinzip verfolgen und für die notwenige Reparatur auch künftiger Schäden und Belastungen Konzerne, die Risikotechnologien anwenden, vorweg in einen Fonds zahlen.

Bayr unterstrich, dass sie es für falsch hält, "in technologische Irrwege zu investieren" - denn so gehe viel Geld verloren, das für die Implementierung von zukunftsfähigen Lebens- und Produktionsweisen benötigt wird. Sehr wohl aber ist kritische und unabhängige Forschung zu den Themenfeldern nötig. Die SPÖ-Umweltsprecherin appellierte, dass neue, sozial, gesundheitlich und ökologisch verträgliche Technologien zur Lebensmittel- und Energieversorgung entwickelt werden sollen und alle diese einer Folgenabschätzung unterzogen werden müssen, die von einer unabhängigen Wissenschaft zu bewerten ist: "Ich denke, dass die Menschheit mit ihrer intellektuellen Kapazität Teil der Lösung und nicht Teil des Problems sein müssen."

Der Vortrag von Percy Schmeiser und die anschließende Podiumsdiskussion wurden vom Renner-Institut mitveranstaltet. Stargast Percy Schmeiser ist Träger des Alternativen Nobelpreises und kanadischer Bauer, der den Agrarkonzern Monsanto in die Knie gezwungen und eine Novellierung des kanadischen Patentgesetzes erwirkt hat. Er erzählte in seinem Vortrag von seinem Kampf gegen den Saatgutmonopolisten. (Schluss) rb

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