Wien Holding begibt 120 Millionen Euro Anleihe

Konzern erwirtschaftet 2009 rund 372 Mio. Euro Rekordumsatz - Geplante Investitionen 2010 bis 2012: insgesamt 476 Millionen Euro

Wien (OTS) - Die Wien Holding wird im Juni 2010 eine Anleihe mit einem Nominale von 120 Millionen Euro begeben. Am Mittwoch wurden die Details dazu von Komm.-Rat Peter Hanke, Geschäftsführer der Wien Holding, sowie Vorstandsdirektor Mag. Helmut Bernkopf von der UniCredit Bank Austria AG präsentiert.

Mit einem voraussichtlichen Zinssatz von 2,875 Prozent und einer Stückelung von 1.000,-- Euro richtet sich die Wien Holding Anleihe sowohl an institutionelle InvestorInnen wie auch an private österreichische AnlegerInnen. Die Laufzeit der Anleihe beträgt fünf Jahre. Die Wien Holding Anleihe 2010 - 2015 wird in den Dritten Markt der Wiener Börse einbezogen werden. Lead Manager für die Anleihe-Emission der Wien Holding ist die UniCredit Bank Austria AG, als Co Lead Manager fungiert die BAWAG P.S.K. AG. Die Wien Holding-Anleihe kann in allen Banken Österreichs und deren Filialen gezeichnet werden.

Zeichnungsfrist vom 14. bis 16. Juni 2010

Die Zeichnungsfrist für die Wien Holding Anleihe läuft vom 14. bis 16. Juni 2010. "Mit der Begebung der neuen Wien Holding-Anleihe wollen wir den Expansionskurs des Konzerns nachhaltig sichern und weiter vorantreiben. Der Nettoemissionserlös wird insbesondere für die Optimierung des Finanzportfolios und die Stärkung der Finanzkraft, die Refinanzierung bestehender Finanzierungsverbindlichkeiten und die Finanzierung neuer Projekte im Rahmen des Ausbaus und der Erweiterung der bestehenden Geschäftstätigkeit verwendet", so Wien Holding Geschäftsführer Peter Hanke.

"Die Konzernbilanzsumme der Wien Holding zeigt mit 576,6 Mio. Euro und einem Eigenkapital von 249 Mio. Euro (43%) nicht nur solide Verhältnisse, sondern hat sich seit dem Jahr 2002 durch die hohen Investitionen vervierfacht. Wir sehen die Wien Holding, die zu 100 Prozent im Eigentum der Stadt Wien steht, als eine quasi kommunale Einrichtung und stufen daher auch das Kreditrisiko nahe dem der Stadt Wien ein", so Mag. Helmut Bernkopf, Vorstandsdirektor der UniCredit Bank Austria AG.

Wien wird sowohl von S&P als auch von Moody's mit dem höchsten Rating, AAA bzw. Aaa, mit stabilem Ausblick bewertet. Die Kreditkennziffern der Stadt Wien zählen zu den höchsten im Vergleich mit anderen, ebenfalls mit "AAA/Aaa" bewerteten Gebietskörperschaften.

Bereits im Jahr 2005 hat die Wien Holding erstmals eine Euro- Anleihe mit einem Volumen von 70 Millionen Euro begeben, die auf enormes Interesse seitens der Investoren getroffen ist. Das Orderbuch war damals mehr als doppelt überzeichnet.

Konzern mit fünf klar strukturierten Geschäftsfeldern

Rund 75 Unternehmen (einschließlich der verwalteten Unternehmen) sind derzeit unter dem Dach der Wien Holding vereint. Der Konzern befindet sich im Eigentum der Stadt Wien und ist privatwirtschaftlich organisiert und auf Ertrag ausgerichtet - unter Berücksichtigung gemeinwirtschaftlicher Ziele. Die Unternehmen der Wien Holding sind in insgesamt fünf verschiedenen Geschäftsfeldern tätig:
Immobilienmanagement, Kultur- und Veranstaltungsmanagement, Logistik und Mobilität, Medien und Bildung sowie im Umweltmanagement. Der Konzern steht für zukunftsorientierte und nachhaltige Projekte, die den Wirtschaftsstandort sichern, das Wirtschaftswachstum ankurbeln, Arbeitsplätze schaffen und damit die Lebensqualität für die Menschen insgesamt erhöhen.

Ein gelungener Mix aus Gewinn bringenden Wirtschaftsunternehmen und Unternehmen mit gemeinwirtschaftlichen Aufgaben sowie die Strategie, Partnerschaften mit privaten Investoren einzugehen, sind die Bausteine für den Erfolg. Beispiele für die zahlreichen PPP-Modelle sind der Twin City Liner, der gemeinsam mit der Raiffeisenlandesbank NÖ-Wien betrieben wird, die Neue Therme Wien, die gemeinsam mit der VAMED und privaten Investoren realisiert wird, oder das Palais Hansen, das zu einem Kempinksi Hotel umgebaut wird. Europaweit gilt die Wien Holding in dieser Hinsicht als Musterbeispiel für effizientes und erfolgreiches New Public Management.

Wirtschaftsmotor und Wirtschaftsfaktor

Mit rund 75 Unternehmen (einschließlich der verwalteten Unternehmen) ist die Wien Holding ein wichtiger Faktor für Wiens Erfolg als Wirtschaftsstandort und die Lebensqualität in der Stadt. Allein heuer wird der Konzern über 166 Millionen Euro in Projekte wie die neue Schiffsstation Wien City am Schwedenplatz, den Hafenausbau, die Neue Therme Wien sowie zahlreiche Immobilienprojekte investieren. Für die Jahre 2011 und 2012 ist ein Investitionsvolumen von 150 bzw. 160 Millionen Euro vorgesehen. Die Wien Holding-Unternehmen (inklusive der verwalteten Unternehmen Gesiba und ebswien hauptkläranlage) haben im Jahr 2009 mit rund 2.100 MitarbeiterInnen einen Umsatz von über 370 Millionen Euro erwirtschaftet. Auch die Umwegrentabilität, die der Konzern für Wien bringt, liegt bei über einer Milliarde Euro. Durch seine Tätigkeit sichert die Wien Holding mit ihren Unternehmen direkt und indirekt 15.000 Arbeitsplätze.

Von den rund 75 Unternehmen sind 36 voll konsolidierte Tochtergesellschaften sowie zwölf weitere Unternehmen im Wege der Equity-Konsolidierung in den Konzernabschluss einbezogen. Allein diese 48 Unternehmen haben im Geschäftsjahr 2009 Umsatzerlöse in der Höhe von 115,9 Millionen Euro erzielt, Investitionen in das Sachanlagevermögen in der Höhe von 37,4 Millionen Euro getätigt und zum Bilanzstichtag (31.12.2009) eine Eigenmittelquote von 55,8% aufgewiesen.

Die Bilanzsumme liegt bei 576,6 Millionen Euro (2008: 536,9 Mio. Euro) Das Anlagevermögen beträgt 63% der Bilanzsumme, hier dominiert der Posten Grundstücke und Gebäude (215 Mio. Euro oder 37% der Bilanzsumme). "Langfristige Finanzanlagen" (i.W. Wertpapiere des Anlagevermögens und Anteile an assoziierten Unternehmen) ist ein weiterer wichtiger Aktivposten (15% der Bilanzsumme). Die Guthaben bei Kreditinstituten belaufen sich auf rund 115 Millionen Euro. Die Passivseite wird zu einem großen Teil (43 Prozent) durch das Eigenkapital getragen.

Im Überblick: Geschäftsfelder Immobilienmanagement sowie Logistik und Mobilität

Im Geschäftsfeld Immobilienmanagement entwickelt oder betreibt die Wien Holding Büro-, Gewerbe-, Technologie- und Spezialimmobilien in den Bezirken 1, 2, 3, 10, 14, 15, 18, 19 und 22 bzw. ist an den jeweiligen Gesellschaften beteiligt. Aktuell befinden sich 15 große Immobilienprojekte in Bau bzw. in Entwicklung. So entsteht zum Beispiel im 14. Bezirk der Wirtschaftspark Breitensee. Ein alter Gewerbehof wird dort revitalisiert und um einen neuen Gebäudeteil erweitert. Der Konzern ist aber auch an Projekten wie der Neuen Therme Wien, den Biotech-Immobilien in St. Marx oder in der Muthgasse, der Messe Wien sowie dem Umbau des Palais Hansen zu einer hochwertigen Hotel- und Wohnimmobilie beteiligt. Eines haben diese Immobilienprojekte gemeinsam: Sie erfolgen immer unter dem Gesichtspunkt, das Umfeld und ganze Stadtteile aufzuwerten.

Die Wiener Hafen-Gruppe steht im Zentrum des Business Clusters Logistik und Mobilität. Derzeit wird der Hafen Wien zu einem der ganz großen europäischen Logistik- und Umschlagknoten ausgebaut. Mit der Central Danube Region GmbH ist die Wien Holding auch an jenem Unternehmen beteiligt, das den Twin City Liner, die Schnellbootverbindung zwischen Wien und Bratislava, betreibt. Auch die DDSG Blue Danube (Personenschifffahrt auf der Donau) gehört zur Wien Holding. Mit der TINA VIENNA - Urban Technologies & Strategies GmbH verfügt die Wien Holding auch über ein Kompetenzzentrum für Urban Techologies & Strategies.

Im Überblick: Geschäftsfelder Medien und Bildung, Kulturmanagement und Umwelt

Im Mittelpunkt des Business Clusters Medien und Bildung steht die Kabel-TV-Wien, ein Multimedia-Unternehmen, das für Programmauswahl und Programmierung des Wiener Kabelfernsehens verantwortlich ist. Die Gesellschaft ist auch als Content-Produzent mit dem TV-Kanal W24, dem Kabel-Text im Kabel-TV-Infokanal sowie mit dem Internet-Dienst wienweb.at tätig.

Die Vereinigten Bühnen Wien mit dem Ronacher Theater, dem Theater an der Wien und dem Raimund Theater sowie die Wiener Stadthalle mit dem Hallenkomplex am Vogelweidplatz sind die Flaggschiffe im Geschäftsfeld Kultur- und Veranstaltungsmanagement. Auch vier Museen werden von der Wien Holding geführt: das Mozarthaus Vienna, das Haus der Musik, das Jüdische Museum Wien und das KunstHausWien. Mit der Wien Ticket gehört der Wien Holding auch eines der größten Ticketing-Service-Unternehmen Österreichs. Insgesamt machen die Kulturbetriebe der Wien Holding pro Jahr für bis zu 2,5 Millionen Menschen Programm. Die Wien Holding ist damit einer der größten Kulturanbieter in Europa.

Das wichtigste Unternehmen im Business Cluster Umwelt ist die ebswien hauptkläranlage Ges.m.b.H. Pro Jahr reinigt die Anlage 220 Mio. Kubikmeter Abwässer auf biologische Art und Weise. Dank der hohen Reinigungsleistung verlässt die Donau die Stadt Wien in derselben guten Qualität, mit der sie in die Bundeshauptstadt gekommen ist.

Wien Holding: Über 35 Jahre Erfolgsgeschichte mit markanten Wendepunkten

Die Wien Holding wurde per einstimmigen Gemeinderatsbeschluss von 31.5.1974 als "Wiener Allgemeine Beteiligungs- und Verwaltungsgesellschaft" gegründet. Im Ranking der größten österreichischen Betriebe lag die Wien Holding bis Mitte der 1980er Jahre unter den Top 30. Zum Konzern gehörten so namhafte und starke Marken wie die Wigast, Augarten Porzellan, die Kinokette Kiba, das Donauzentrum, der Donauturm oder auch die Gustana. Ende der 1980er Jahre setzte eine intensive Privatisierungsdiskussion rund um die Unternehmen der Wien Holding ein. Die Folge waren mehrere Privatisierungswellen. 1993 hielt die Stadt Wien nur mehr einen Anteil von 21 Prozent an der Wien Holding. Mitte der 1990er Jahre war ein großer Teil der Wien Holding-Unternehmen veräußert, nur ein markanter Kern verblieb.

Der Neustart der Wien Holding erfolgte im Jahr 2003 mit der Reorganisation und Neupositionierung des Konzerns. Betriebe und Unternehmen, die sich früher im Eigentum der Wien Holding befanden, wurden wieder integriert. Mit der Neustrukturierung hat die Wien Holding jene Rahmenbedingungen und Strukturen erhalten, die notwendig sind, um in Zukunft erfolgreich arbeiten und gleichzeitig auch flexibel auf neue Herausforderungen reagieren zu können, wie sie mit dem verstärkten Wettbewerb auf den liberalisierten Märkten, mit der EU-Erweiterung oder mit der Globalisierung der Wirtschaft verbunden sind.

Seither agiert die Wien Holding in den fünf definierten Geschäftsfeldern, hat ihr Unternehmensportfolio erweitert und ist aktiv auch in das Projekt- und Development-Business eingestiegen, teils mit Public-Private-Partnership-Modellen, teils aus eigenen Ressourcen. Sukzessive hat die Wien Holding in den vergangenen Jahren auch Dienstleistungs- und Managementaufgaben der Stadtverwaltung übernommen und erfüllt sie neu strukturiert nach privatwirtschaftlichen Kriterien. (Schluss) gaw

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Wolfgang Gatschnegg
Wien Holding - Konzernsprecher
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